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Pressemitteilung vom 15.02.2026    

Närrische Justiz in Erpel: Dieter Beschoner überzeugt als neuer Richter

In der Herrlichkeit Erpel fand am 14. Februar 2026 das traditionelle Verhaften der Großen Erpeler Karnevalsgesellschaft (GEK) statt. Die Veranstaltung, die seit über 60 Jahren ein fester Bestandteil der Karnevalszeit ist, brachte eine besondere Premiere mit sich: Dieter Beschoner trat erstmals als Richter auf.

Dieter Beschoner (mitte) gibt einen heiteren, aber strengen Richter ab. (Foto: Daniela Simon)

Erpel. Am Samstag vor dem großen Karnevalszug herrschte in Erpel wieder die närrische Gerichtsbarkeit. Ab 13 Uhr durchstreiften die uniformierten Mitglieder der GEK - darunter Stadtsoldaten, Ehrengarde und Elferrat - die Straßen des Ortes. Dabei achteten sie darauf, dass die Erpeler Bevölkerung den karnevalistischen Regeln folgte. Bei Verstößen gegen die närrische Ordnung wurden die Delinquenten kurzerhand "verhaftet" und ins Gasthaus "Om Maat" gebracht. Dort tagte das Hohe Gericht unter der Leitung von Dieter Beschoner, der in diesem Jahr zum ersten Mal als Richter fungierte.

Beschoner, langjähriger Sprecher des Elferrats und Vorstandsmitglied der GEK, übernahm das Amt von seinen Vorgängern Fritz Dreesbach und Werner Henneker. Mit einem feinen Gespür für Humor und Tradition leitete er die Verhandlungen, bei denen zahlreiche Kommunalpolitiker und Vereinsvertreter vor Gericht standen. Die Stimmung im rappelvollen Gasthaus war ausgelassen, und die Wortgefechte zwischen Staatsanwaltschaft (Uwe Kochems und Andreas Schwager) und Verteidigung (Jörg Buchmüller und Uwe Kochems) sorgten für viele Lacher.



Auch Schmiergeld hat Tradition
Unter den Angeklagten fanden sich in diesem Jahr zahlreiche Kommunalpolitiker: Jürgen Schmied (Landtagskandidat Rheinland-Pfalz), Philipp Rasbach (1. Beigeordneter Kreis Neuwied), Jan Ermtraud (Verbandsgemeindebürgermeister VG Bad Hönningen), Markus Fischer (1. Beigeordneter VG Unkel), Günter Hirzmann (Ortsbürgermeister Erpel) sowie Stefan Heinrichs (Ortsbürgermeister Bruchhausen) mussten sich der närrischen Justiz stellen. Die närrischen Häscher führten Delinquenten bei schwerwiegenden Vergehen direkt vor den Richterstuhl – teilweise stilecht im Gefängniswagen – hinter Gittern – oder in der "Jecken Minna".

Das Gericht verfolgte ausgewogen eine humorvolle, aber strenge Linie und verhängte kreative Strafen zugunsten der Gesellschaft und der Ortsgemeinde. Wie es die Tradition verlangt, konnten sich die Verurteilten nach dem Schuldspruch durch ein angemessenes "Schmiergeld" freikaufen. So endete der Tag mit einem vollen Verhaftungslokal und einem gelungenen Auftakt für die närrische Hochsaison in der Herrlichkeit Erpel. (PM/Red)


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