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Nachricht vom 15.02.2026    

Größter Bollerwagenumzug in Rheinland-Pfalz fand in Marienrachdorf statt

Von Wolfgang Rabsch

Der fünfte Bollerwagenumzug in "Mairachtroff" bot zum kleinen Jubiläum wieder alles auf, was ein kleines Dorf so bieten kann.

Impressionen. (Alle Fotos: Wolfgang Rabsch)

Marienrachdorf. Es fällt auf, dass in fast jedem Dorf in der Verbandsgemeinde Selters karnevalistische Veranstaltungen stattfinden, die teilweise schon Tradition besitzen. Dazu gehört auch Marienrachdorf. Aus einer Idee entstanden, als immer mehr Auflagen und Kosten mit einem Karnevalsumzug einhergingen, fand man in Marienrachdorf eine Alternative, nämlich einen Bollerwagenumzug zu organisieren. Das hat einen weiteren Vorteil, da neben den Marienrachdorfer Vereinen auch private Gruppen teilnehmen können.

Vom Wetter begünstigt, fand der Jubiläumsumzug statt, denn es hatte seit Tagen regelmäßig geregnet, in Verbindung mit starkem Wind. Doch am Nelkensamstag (14. Februar) hatte Petrus ein Einsehen und sandte seine feuchten Grüße in andere Regionen des Westerwalds. Wahrscheinlich auch nur deshalb, weil die "Mairachtroffer" so lieb sind und an den (Karnevals-)Gott glauben. Das behaupten sie jedenfalls. Veranstalter war der Kultur- und Karnevalsverein Marienrachdorf (KKM) mit seinem Präsidenten Udo Fuchs an der Spitze.

Vereine und private Gruppen beteiligten sich
Der kleine Traktor des KKM führte auch den Umzug an, der auf dem Dorfplatz startete. An dieser Stelle werden einige Vereine und private Gruppen erwähnt, die am Umzug teilnahmen: Fohr-Burg Thekenmannschaft, SV Marienrachdorf, Kirmesgesellschaft Marienrachdorf, Lampen Brückrachdorf, Gymnastikverein Marienrachdorf, die "Haribos" und der weibliche Elferrat. Musikalisch begleitet wurde der Bollerwagenumzug vom Musikverein Marienrachdorf, der mit einem großen Repertoire an Karnevalsliedern unterwegs für beste Stimmung sorgte.

Der Zug schlängelte sich durch verschiedene Nebenstraßen zurück zur Mehrzweckhalle, bestens gesichert von der Freiwilligen Feuerwehr Marienrachdorf. Viele Zuschauer am Wegesrand, darunter auch viele Kinder, harrten geduldig aus, bis sich der Umzug in ihre Nähe bewegte. Für Kinder ist es immer wieder ein Vergnügen, Kamelle und mehr oder weniger nützliche Utensilien, die in die Menge geworfen werden, aufzusammeln und in den mitgebrachten Tüten zu verstauen. Man konnte beobachten, dass die Zuschauer an den Straßenrändern kräftig mitfeierten, denn sie hatten "vorgeglüht". Bei eisiger Kälte war das nicht die schlechteste Idee.



Ein Spruch, der am Führungswagen des KKM stand, drückte treffend aus, wie es sich in kleinen Gemeinden lebt, wenn man sich versteht und sich auch hilft: "Dorf ist, wenn du zum Nachbarn gehst, um dir eine Säge auszuleihen, und nach acht Stunden hackedicht zurückkommst. OHNE Säge". Diesen bedeutungsvollen Satz kann man ohne Kommentar so stehen lassen.

Marienrachdorf feierte sich auch selbst
Da es am Nachmittag immer kälter wurde, aber nach wie vor trocken blieb, sehnten sich doch die meisten Zugteilnehmer danach, die beheizte Mehrzweckhalle von Marienrachdorf zu erreichen. Dort angekommen, ließen es die Karnevalisten so richtig krachen: Es herrschte beste karnevalistische Stimmung, bei kühlen Getränken und heißer Musik wurde gesungen, getanzt und gelacht, auch geflirtet.

"Weniger ist manchmal mehr", so geht ein alter Spruch, in dem viel Wahrheit steckt. Dem KKM war es wieder einmal gelungen, den Einwohnern von "Mairachtroff" Straßenkarneval zu präsentieren, ohne pompösen Schnickschnack, bei dem Spaß am Feiern und Freude am Leben im Vordergrund standen.

Den Karnevalisten in Marienrachdorf sei dafür ein dreifach kräftiges "Helau" zugerufen. (WR)


Mehr dazu:   Veranstaltungsrückblicke   Karneval  
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