Von Märchen bis Männerkritik: Die Clementinen zaubern Stimmung in St. Clemens Dierdorf
Von Helmi Tischler-Venter
Die Dierdorfer Clementinen sind anerkannte Meister im Arrangieren mehrfach genussvoller Fastnachtssitzungen gemäß ihrem Motto "Clementinen jeck und prall feiern heute Karneval". Vorsitzende Stefanie Adams und ihre Mitstreiterinnen Heike Masi, Lisa Henn, Sandra Quint, Mariola Eisen, Uschi Schneider und Jennifer Kühnel brachten am Schwerdonnerstag (12. Februar) mit viel Kreativität närrische Stimmung in das ausverkaufte Pfarrheim St. Clemens.
Dierdorf. Zunächst demonstrierten die „glorreichen Sieben“ den üblichen Ablauf einer Karnevals-Vorbereitungs-Sitzung: sehr unstrukturiert und ergebnisoffen, sodass am Ende vieles improvisiert werden muss. Doch darin sind sie erfahren und erfolgreich, so erhielt auch die diesjährige Sitzung viel Beifall.
Als Eisbrecher zeigten „Donna und die Dyamants“ alias Mariola, Lisa und Uschi ihr musikalisch-tänzerisches Können, bevor Jenny und Mariola auf tückischen Sitzsäcken in die Partyplanung einstiegen. Ihre kritischen strategischen Überlegungen zu „emotional toten Männern über 55“ und Disco-Musik, zu der man „würdevoll tanzen“ kann, führten zu der Erkenntnis, dass die Damen ihre Restchancen am besten auf dem Land nutzen sollten, weil die Männer da ehrlich und schnell zufrieden zu stellen sind.
Im Wartezimmer Gottes fand sich das Publikum bei den Vorzimmerdamen Renate und Ingeborg (Sandra und Uschi) wieder, die über wichtige Formulare und verschiedene Optionen im Himmel informierten. Zur Wahl stehen Einzelhimmel, Reihenhimmel, Mehrfachhimmel, ein veganer Himmel, ein Ovolaktosehimmel, ein Pimmelhimmel und ein Raucherhimmel, dessen Bewohner direkt ab in die Hölle kommen. Allerdings werden in den Himmel seit 1998 – nach Ingeborgs unwiderlegbarem Testsystem – nur noch schwule Männer aufgenommen.
Schunkel- und Mitsinglieder brachten wiederholt Bewegung in die Menge. Viel Gelächter erntete die witzige Persiflage des Märchens „Aschenputtel“ als Riesenkasperltheater. Nach der zweiten Essenspause brachten Lisa und Sandra mit ihrem tänzerischen Auftritt gute Laune in den Saal.
„Special Guest“ Brigitte Himmrich erläuterte „Paarchipping“: Sie habe mit zwei Typen ein paar Chips gegessen und eine skurrile Erfahrung mit einem schönen jungen Porschefahrer gemacht. Sie empfahl als Weihnachtsgeschenk einen Fallschirm mit Umtauschrecht sowie Reisen zu den Akribischen Inseln oder in die Sextinische Kapelle in Rom.
Im Lambada-Sketch suchten Jenny und Mariola ein Geschenk für einen Mann ohne Rhythmus. Ein Synthesizer mit unzähligen Funktionen schien ein geeignetes Instrument zu sein, aber nirgendwo fand sich der Knopf für den Lambada-Rhythmus.
Das Highlight der Clementinen-Sitzung ist traditionell Stefanies Vortrag „Dierdorfer Stückelchen“, in dem sie die Schönheiten des Ortes begutachtet. Der Bahnhof ist zugig und verfällt, der Sechs-Uhr-Wecker-Zug fährt jetzt später, die Postfiliale hat nun brauchbare Öffnungszeiten, zwei der drei Kindergärten sind entgegen den Landesvorgaben immer noch Baustellen und die Brunnen in der Stadt sind überwiegend trocken. Einige Straßen sind solche Buckelpisten, dass man darauf unterwegs Kuchenteig mischen kann. Megaschön war tatsächlich das Adventsfest mit dem Wichtelweg auf der Insel, sodass sogar das Wetter vergaß, schlecht zu sein.
Mit dem lustigen Sketch „Damenklo“, vor dem die Frauenschlange auf unerwartete Weise immer kürzer wurde, verabschiedeten sich die Clementinen von ihrem Publikum, das fröhlich nach Hause ging, weil es akustisch, optisch und kulinarisch verwöhnt worden war. htv
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