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Nachricht vom 13.02.2026    

Leserbrief: Offene Worte an den DFB und den FV Rheinland

LESERMEINUNG | Trotz zahlreicher Initiativen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zur Anerkennung ehrenamtlicher Arbeit fühlen sich viele Schiedsrichter nicht ausreichend gewürdigt. Leser Ralf Müller (Schiedsrichter seit 1989) sieht hier ein generelles Problem. Nachstehend sein Leserbrief im Wortlaut.

(Symbolfoto)

Region. "Danke an das Ehrenamt... Hoch gelobt und unverzichtbar, jedoch wird das Ehrenamt in den Niederungen des Amateurfußballs immer weniger respektiert, gewürdigt oder anerkannt. Und das auch in eigenen Reihen. Schiedsrichter werden hier oft vergessen.

Es gibt so viele Aktionen des DFB wie "Danke an das Ehrenamt", "Club 100", "DFB-Ehrenamtspreis", "Fußball-Helden", "Aktionstag Ehrenamt" und viele mehr. Die großartigen Banner, die in der Bundesliga vor den Spielen auf den Rasen gelegt werden: eine schöne Sache, aber diese Aktionen werden in den Landesverbänden kaum nachhaltig weiterverfolgt und als Schiedsrichter in den untersten Klassen, da wo alles anfängt, wird die Leistung langjähriger Kollegen teilweise ignoriert und es ist dort sogar so geregelt, dass sich die Schiris oder die Vereine um ihre Anerkennung selbst kümmern sollen.

Es reicht nicht, die großartigen Aktionen ins Leben zu rufen, es muss sich auch jemand um die Umsetzung von diesen zahlreichen Lobeshymnen kümmern. Hier schaltet der DFB schnell wieder ab und überlässt die Durchführung einfach anderen, die damit überfordert, nicht in der Lage, oder einfach nicht an der Sache interessiert sind. In einem Fußballverband sind hauptamtliche Mitarbeiter für alles Mögliche in Vollzeit eingesetzt. In diesem System sind für die Nichtteilnahme einer Belehrung und die darauffolgende Bestrafung des SR jemand verantwortlich. Auch das Soll der Vereine SR zur Verfügung zu stellen ist geregelt und wird von den dafür zuständigen Mitarbeitern (Spruchkammer und so weiter) mit aller Härte bestraft. Der größte Witz ist es inzwischen, einen Schiedsrichter zu bestrafen, wenn er nicht innerhalb von 60 Minuten den Spielbericht ausgefüllt und abgeschickt hat. Nach unserem Ermessen wird es jedoch insoweit lächerlich oder, um beim anständigen Ton zu bleiben, "amateurhaft", wenn man verfolgt, wie sich die "Ehrungen" von langjährigen Kollegen ergeben.

Hier kann sich jeder über eine Ehrung freuen, wenn sein Obmann den Überblick über die Tätigkeit seiner (etwa 200) Schiedsrichter hat. Außerdem ist der meistens zu kurz im Amt, um überhaupt einen Überblick über die langjährige Tätigkeit eines jeden Schiedsrichters zu haben. Für einen Obmann, der nicht nur seinen normalen Beruf hat, Spiele in jeder Woche an- und umbesetzt dazu noch so "bekloppt" ist, selbst Spiele zu pfeifen, für alle Schiedsrichter immer ein offenes Ohr hat, bei jedem Problem im Kreis immer da zu sein, mehrere Belehrungen zu leiten, ein klein wenig Freizeit für sich und die Familie braucht, einfach nicht zu machen.

Beim FV Rheinland liegen alle Zeiten eines SR mit allen Pausen/Fehlzeiten wegen eventueller Krankheit, ruhen des Amtes wegen verschiedenen Gründen, Wechsel des Heimatvereins oder Wechsel in einen anderen Kreis vor. Da ist per Knopfdruck oder Mausklick ganz einfach festzustellen, welcher Schiedsrichter wie lange als Schiedsrichter tätig ist. Wenn dem nicht so ist, gibt es doch sicher eine helle Leuchte im DFB, die in der Lage sein wird, ein solches Prozedere durchzuführen. Wenn man dann will!

Um zu unserem Problem zurückzukommen: Hier wird nur die Spitze des Eisbergs sichtbar, aber langsam ist es nicht nur traurig, sondern einfach lächerlich, einem immer noch aktiven, verdienten Schiedsrichter-Kollegen, der sich neben seiner aktiven Karriere auch noch um die Ausbildung junger Schiedsrichter im Paten-Amt kümmert, nach knapp 40 Jahren "Ehrenamt" eine Ehrennadel in „Bronze“ zu übergeben. Der Schiedsrichter war so nett und hat sie persönlich mit der Urkunde beim FV Rheinland wieder abgegeben. Der Kollege im FV Rheinland war etwas überrascht, sei nicht für Ehrungen zuständig und werde die Sache an die zuständige Mitarbeiterin weiterleiten. Von dieser erhielt der Kollege die "Ehrungsordnung", von §1 bis zum §"schlag mich tot", zugesendet und dort sei schließlich geregelt das die Ehrung mit Bronze nach 15 Jahren stattfindet. Silber dann nach 20 Jahren usw. Wieso macht das der Verband dann nicht? Die Bestätigung des Verbandes in dieser Sache alles richtig gemacht zu haben, da es ja so in der Ehrenordnung verankert sei, folgte umgehend. Falsch. Wenn man feststellt, dass eine Regelung völlig unsinnig und sinnfrei ist, kann man diese auch mit ein wenig gutem Willen ändern.




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Dieser Job wurde an die Obleute, den Kreisvorsitzenden oder die Vereine, die meistens nicht alle Daten zur Verfügung haben, abgewälzt. Die größte Frechheit kommt jetzt: In seinem Fall wurde bisher keine Ehrung "beantragt" (egal mal von wem auch immer), sodass die Ehrung auch nach 40 Jahren mit Bronze richtig sei, da keine Ehrungsstufe übersprungen werden kann. Wer hat jetzt die letzten 40 Jahre gepennt? Der Schiedsrichter hat seine Milch gegeben (heute noch), hat sieben Schiedsrichter-Obmänner überlebt, zwei Kreise mit seiner Pfeife "beackert" und war für drei verschiedene Vereine im Einsatz! Jetzt findet den Fehler!

Ein weiterer Schiedsrichter-Kollege wurde nach über 30 Jahren mit der silbernen Ehrennadel ausgestattet. 2010 erhielt er Bronze (nach immerhin 18 Jahren) und dann 2025 nach Angaben des FV Rheinland nach 32 Jahren immerhin dann Silber mit Urkunde! Gut, dass hier jemand wachsam war, sonst wäre auch er leer ausgegangen. Es gibt weitere unzählige Aktionen des FV oder des DFB in diese Richtung und diese alle hier aufzuführen würde weitere Seiten dieses Schreibens füllen.

Das sind alles keine Einzelfälle!
Hier wird es Zeit, seitens des Verbandes diese Art "Danke" zu sagen selbst in die Hand zu nehmen und die Ehrenordnung endlich in vernünftige Bahnen zu lenken. Hier fragen wir nun die Fußballverbände, ob sie nur nicht willens, oder einfach nicht in der Lage sind, diese Ehrungen zu erfassen und zu leiten, damit die auf der Geschäftsstelle ausgedruckte Urkunde auch bei dem betreffenden Schiedsrichter zum annähernd richtigen Zeitpunkt ankommt. Es ist auch so, dass der Verband auf Anschreiben, die dieses und andere Probleme mit dem Umgang im Ehrenamt ganz "professionell" ignoriert. Auf Anfragen wird nur geantwortet: "wir kümmern uns um ihr Problem", jedoch scheint bis hin zum Geschäftsführer alles im Winterschlaf zu sein. Hier warten wir seit zwei Monaten auf eine Reaktion oder eine Antwort (E-Mail vom 5. Dezember 2025), die bis zum heutigen Tag nicht eingetroffen ist. Die Ehrungsordnung, die meinem Kollegen zugesendet wurde, ist in dieser Form nicht mehr tragbar und muss vom Fußballverband dringend überarbeitet werden. Sie lässt viele Hintertürchen offen, um alle Offiziellen für nichts verantwortlich zu machen. Solch eine schwammige Auslegung, bei der anscheinend Niemand verantwortlich ist, kann man so machen, muss man aber nicht.
Eventuell gibt es einen der 26 Landesverbände die dieses Absurdum (Erfassung, Überwachung und Durchführung) "Ehrung" im Griff hat.

Wenn dieses Problem nicht in den Griff zu bekommen ist, schafft die Ehrungen für verdiente Schiedsrichter, die sich immer wieder gerne ihren Aufgaben stellen, einfach ab. Vielen Dank für „NICHTS“.

P.S. Und schiebt nicht schon wieder den Schiedsrichtern den schwarzen Peter zu, die stehen ihren Mann, Woche für Woche, bei Wind und Wetter, auch zweimal am Tag und auch kurzfristig, werden beschimpft und beleidigt, bedroht und mittlerweile auch schon mal geschlagen. Das Ganze ist einfach traurig! Und wenn in Zukunft mal wieder ein offizieller Mitarbeiter des Fußballverbandes eine Schiedsrichterbelehrung im Kreis besucht, er auf verschiedene Schieflagen angesprochen wird, dann großmäulig zusagt, er werde sich um die Dinge kümmern, wäre es schön, wenn wir dann innerhalb von ein paar Monaten etwas von ihm hören würden. Hat dann bis heute auch nicht so gut funktioniert! Unterzeichnet von einer kleinen Delegation von Schiedsrichtern aus dem Kreis WW/Wied, die heute mit diesem Anschreiben einen großen Zuspruch bei der vor Ort Belehrung fanden."

Ralf Müller (Schiedsrichter seit 1989) im dritten Kreis (Koblenz, Rhein-Lahn, WW-Wied)


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