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Pressemitteilung vom 09.02.2026    

"Die Zeit des Abwartens ist vorbei": CDU-Bildungsdialog in Linz am Rhein thematisiert Hilferuf der Schulen

Ein dramatischer Leistungsrückgang, massive Defizite in der Rechtschreibung und ein strukturelles Versagen des Systems: Der Brandbrief des Kollegiums des Rhein-Wied-Gymnasiums (RWG) hat die Debatte um die Bildungspolitik in Rheinland-Pfalz verschärft.

Foto von links nach rechts: Jan Petry, Jenny Groß MdL, Jürgen Schmied (Foto: Christoph Zimmer)

Linz. Am 6. Februar luden die beiden CDU-Direktkandidaten Jürgen Schmied und Jan Petry zu einem zentralen Bildungsdialog nach Linz am Rhein ein. Als Gast nahm die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Jenny Groß, MdL, teil. Auch der Schulleiter des Rhein-Wied-Gymnasiums war zugegen und untermauerte die im Brandbrief formulierten Sorgen der Lehrkräfte, die vor einer Erosion des gesellschaftlichen Fundaments warnen.

In der anschließenden, intensiven Debatte zwischen Experten, Lehrkräften und Elternvertretern wurde Einigkeit darüber erzielt, dass das rheinland-pfälzische Schulsystem ein massives Defizit an Verbindlichkeit aufweist. Die anwesenden Praktiker forderten nachdrücklich, den Elternwillen als alleiniges Kriterium für die Wahl der weiterführenden Schule zu überdenken und stattdessen eine verbindliche Grundschulempfehlung einzuführen. Nur durch klare Leistungsmaßstäbe an den Schnittstellen der Schullaufbahn könne verhindert werden, dass Kinder sehenden Auges in eine dauerhafte Überforderung gesteuert werden. Auch das Thema Notengebung wurde eingehend diskutiert: Elternvertreter und Schulleiter forderten gleichermaßen, dass schlechte Leistungen wieder klare Konsequenzen haben müssen, statt sie durch aufgeweichte Bewertungsstandards zu kaschieren. Einig war man sich, dass Bildungserfolg nur dort gelingen kann, wo Verbindlichkeit, individuelle Förderung und das Prinzip der Leistungsgerechtigkeit wieder Hand in Hand gehen.

Der Brandbrief des RWG, über den die Rhein-Zeitung heute berichtet, schildert eine erschütternde Realität: Ein fehlerfreies Verfassen selbst kurzer Texte gelinge kaum noch einem Schüler. Die Lehrkräfte machen dafür unter anderem die mangelhafte Vorbereitung in den Grundschulen durch Methoden wie "Schreiben nach Gehör" verantwortlich.

Jenny Groß, MdL, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion: "Die Schilderungen aus der Praxis sind ein Offenbarungseid für die Landesregierung. Es ist unser Anspruch als CDU, dass wir allen Bildungseinrichtungen zuhören und ihre Probleme ernst nehmen und gemeinsam Lösungen finden. Jedes Kind braucht seine Schule, der Weg zum Gymnasium ist nicht für jedes Kind der beste und daher braucht es mehr denn je eine starke Realschule plus. Wer, wie in dem Brandbrief genannt, die Rechtschreibbewertung aussetzt und Basiskompetenzen entwertet, nimmt den Schülern die Orientierung und die Sicherheit. Wir als CDU setzen dieser Politik der Beliebigkeit klare Standards entgegen: Wir fordern eine Personalreserve von mindestens 105 Prozent an allen Schulformen gegen Unterrichtsausfall, ein verpflichtendes letztes Kitajahr und für alle Kinder und Jugendlichen ohne ausreichende Deutschkenntnisse den verpflichtenden Besuch einer Intensivklasse. Nur wer Deutsch lesen, schreiben und verstehen kann, der kann auch erfolgreich und gut integriert an Schule und Gesellschaft teilnehmen. Mit kleineren Klassen und multiprofessionellen Teams sorgen wir dafür, dass das Unterrichten wieder möglich ist und auch das Fordern und Fördern in den Mittelpunkt rückt - und damit jedes einzelne Kind."



Wie eng die schulischen Probleme mit der wirtschaftlichen Zukunft der Region verknüpft sind, verdeutlichte Jürgen Schmied. Jürgen Schmied, CDU-Direktkandidat und Betriebsleiter eines KfZ-Betriebes: "Was das Kollegium des RWG beschreibt, erlebe ich als Praktiker im Handwerk bei Bewerbungsgesprächen und in der täglichen Ausbildung. Wenn Schulabgänger nicht mehr in der Lage sind, fehlerfreie und verständliche Texte zu schreiben oder komplexe Arbeitsanweisungen sprachlich zu erfassen, hat das System versagt. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag warnt bereits seit langem vor diesen Defiziten. Wir müssen Bildung wieder als Schlüsselqualifikation begreifen – der Meister muss so viel zählen wie der Master, aber dafür brauchen wir ein Fundament, das trägt."

In seiner Eröffnungsrede fand Jan Petry deutliche Worte für den Zustand der Bildungslandschaft und forderte eine sofortige politische Kehrtwende. "Das rheinland-pfälzische Bildungssystem funktioniert an vielen Stellen nicht mehr. Wir erleben ein System, das durch sinkende Leistungsanforderungen den Eindruck erweckt, es entlaste die Schüler, während in Wahrheit ihre Unsicherheit und Überforderung nur noch weiter zunimmt. Die Lehrer, Eltern und vor allem die Schüler haben ein Anrecht auf eine funktionierende und zukunftsfähige Schule. Mein Appell ist klar: Die Zeit des Abwartens ist vorbei – nutzen wir die Zeit für echte Reformen."

Die CDU Rheinland-Pfalz fordert im Rahmen ihres Wahlprogramms unter anderem die Übernahme der vollen Integrationskosten durch das Land, die Sicherung der Förderschulen und eine massive Entlastung der Lehrkräfte von bürokratischen Aufgaben. Der Bildungsdialog in Linz machte deutlich, dass die Praktiker vor Ort die Verantwortung der Landesregierung einfordern, um den drohenden Bruch des Bildungssystems zu verhindern. (PM)


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