Pressemitteilung vom 07.02.2026 
Lebenstürme in Asbach: Wie kleine Bauwerke bedrohten Arten neuen Lebensraum schaffen
In der Verbandsgemeinde Asbach entstehen seit einigen Jahren besondere Artenschutzprojekte. Lebenstürme bieten zahlreichen Insektenarten neue Rückzugsorte. Hinter den Bauwerken steckt ein durchdachtes Konzept mit regionalem Engagement.
Asbach. In der Verbandsgemeinde Asbach werden seit mehreren Jahren sogenannte Lebenstürme errichtet, die einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten. Die Bauwerke bestehen aus Holz, Lehm, Steinen und weiteren Naturmaterialien und schaffen gezielt neue Lebensräume für bedrohte Tierarten. Was optisch an große Insektenhotels erinnert, ist ein umfassendes Naturschutzprojekt mit langfristiger Wirkung.
Rückgang der Artenvielfalt als Ausgangspunkt
Noch vor wenigen Jahrzehnten lebten in Deutschland rund 560 Wildbienenarten. Heute steht mehr als die Hälfte davon auf der Roten Liste. Ursache ist vor allem der starke Wandel der Landschaft. Hecken, Totholz, offene Bodenstellen und blütenreiche Wiesen sind vielerorts verschwunden. Damit fehlen sowohl Nahrungsquellen als auch geeignete Nistmöglichkeiten für viele Insektenarten.
Engagement von ANUAL e.V. in der Region
An dieser Stelle setzt der Arbeitskreis für Natur- und Umweltschutz Asbacher Land ANUAL e.V. an. Der Verein beteiligt sich seit mehreren Jahren aktiv an der Planung und dem Bau von Lebenstürmen in der Verbandsgemeinde. Zwei der ersten Türme entstanden am Haus der Natur im Pfaffenbachtal sowie am Sportplatz in Asbach. Inzwischen wurden weitere Bauwerke realisiert, bei denen der Verein seine fachliche Expertise eingebracht hat.
Aufbau und Funktion der Lebenstürme
Ein Lebensturm verfügt in der Regel über eine Grundfläche von etwa einem Quadratmeter und erreicht eine Höhe von rund 2,30 Metern. Der Aufbau erfolgt in mehreren Etagen, die jeweils unterschiedliche Materialien enthalten. Dazu zählen Hartholz mit präzise gearbeiteten Nisthilfen für Wildbienen, markhaltige Pflanzenstängel, Lehmelemente, Totholz, Steine sowie spezielle Kästen für Käfer und Florfliegen. Auch Schmetterlinge finden geschützte Überwinterungsplätze. Eine Dachbegrünung sorgt zusätzlich für ein ausgeglichenes Kleinklima.
Sorgfältige Planung und richtige Standorte
Beim Bau der Lebenstürme kommt es nicht allein auf die Anzahl der Bohrungen oder Materialien an. Entscheidend sind saubere Verarbeitung, geeignete Naturstoffe und ein passender Standort, damit die Tiere die Angebote auch annehmen und sich nicht verletzen. Die Türme müssen windgeschützt stehen und in der Nähe von Nahrungsquellen errichtet werden.
Mitmachen im eigenen Garten
Auch für Familien und Gartenbesitzer kann ein kleinerer Lebensturm oder ein einzelnes Modulelement eine sinnvolle Ergänzung sein. Empfohlen wird die Verwendung unbehandelter Naturmaterialien. Bei größeren Vorhaben sollte vorab die Untere Naturschutzbehörde eingebunden werden.
Weitere Informationen zu den Projekten und Möglichkeiten zur Mitarbeit bietet der Arbeitskreis für Natur- und Umweltschutz Asbacher Land ANUAL e.V. unter mail@anual-ev.de. (PM/bearbeitet durch Red)
Lokales: Asbach & Umgebung
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