Werbung

Nachricht vom 06.02.2026    

Ein Halm, ein Nest, ein Leben: Warum Gärten für Zaunkönig & Co. die Welt bedeuten

Mit der Rückkehr der ersten Kraniche und dem nahenden Frühling beginnt für heimische Wildvögel eine lebenswichtige Phase. Doch der Februar ist traditionell auch der Monat des "großen Aufräumens". In Gärten und Parks wird geschnitten, gefällt und das letzte Laub entfernt. Milde Winter verschieben jedoch den Rhythmus der Natur nach vorn. In Hecken und Sträuchern regt sich bereits wieder Leben: Vögel beginnen mit der Revierbildung, dichtes Geäst bietet Schutz für viele kleine Tiere. Auch wenn stärkere Rückschnitte rechtlich noch bis Ende Februar möglich sind, lohnt sich ein prüfender Blick ins Gebüsch. Wer jetzt schneidet, sollte achtsam vorgehen und gewachsene Rückzugsräume möglichst erhalten.

Hungriger Nachwuchs: Meiseneltern sind im Dauereinsatz. Damit die Brutzeit bis in den August hinein erfolgreich verläuft, benötigen sie dichte Hecken als geschützten Rückzugsort. (Fotos: Tierschutz Siebengebirge, Iris Bambach)

Region. Sträucher werden vielerorts stark zurückgeschnitten oder müssen Steingabionen oder Schotterbeeten weichen. Was für uns nach Ordnung aussieht, bedeutet für Rotkehlchen, Zaunkönig und andere Arten oft den Verlust wichtiger Rückzugsorte. Kleine Säugetiere, Vögel und viele nützliche Insekten verlieren damit Deckung, Nahrung und Schutz.

Dabei sind Hecken weit mehr als nur Grundstücksgrenzen. Sie bilden wertvolle Biotopstrukturen, bieten Lebensraum, filtern Staub und dämpfen Lärm. Besonders heimische Wildsträucher wie Weißdorn, Eberesche oder Liguster sind für viele Insekten- und Vogelarten ökologisch wertvoll und tragen wesentlich zur Artenvielfalt bei. Während viele exotische Zierpflanzen ökologisch nur begrenzten Nutzen haben, liefern heimische Gehölze Nahrung für zahlreiche Insektenarten und im Herbst energiereiche Beeren für Vögel.

Brutzeit beginnt im März
Arten wie Grasmücken, Heckenbraunellen, Dompfaffen oder Grünfinken suchen bereits ab der ersten Märzhälfte geeignete Brutplätze in dichten Sträuchern und Hecken. Da manche Arten mehrmals im Jahr brüten, reicht diese empfindliche Phase oft bis in den Spätsommer hinein.

Zum Schutz dieser Bereiche gilt bundesweit eine gesetzliche Schonzeit: Vom 1. März bis zum 30. September sind starke Rückschnitte oder das vollständige Entfernen von Hecken, Gebüschen und ähnlichen Gehölzen untersagt. Schonende Form- und Pflegeschnitte bleiben erlaubt, solange dabei keine Tiere gestört oder Nester beschädigt werden.




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Küchenhilfe (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Gruppenhelfer/in als pädagogische Kraft (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Mittelhof-Steckenstein

Fachkraft für Arbeits- und Gesundheitsschutz (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Mittelhof

Erzieher/in im Anerkennungsjahr (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57518 Alsdorf

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Hilfe für die Kinderstube
Wer Nistkästen im Garten angebracht hat, sollte diese spätestens jetzt reinigen. Meist genügt ein gründliches Ausfegen. Bei starkem Parasitenbefall kann klares Wasser helfen. Wichtig ist, den Kasten anschließend gut austrocknen zu lassen und keine Chemikalien oder Desinfektionsmittel zu verwenden.

Mut zur "wilden Ecke"
Ein vollständig "aufgeräumter" Garten bietet Vögeln oft nur wenig Nahrung. Wer auf radikale Rückschnitte verzichtet und wilde Ecken mit Totholz, Staudenresten oder Laubhaufen zulässt, schafft kleine Schutzräume, die als Kinderstube und Nahrungsquelle zugleich dienen. In stehen gebliebenen Pflanzenstängeln und unter Laub überwintern zahlreiche Insektenlarven - eine wichtige Proteinquelle für die Aufzucht der Jungvögel im Frühjahr. Solche naturnahen Bereiche liefern Nahrung und Nistmaterial zugleich und ersparen den Altvögeln weite, oft riskante Nahrungssuchflüge.

Wer Fragen zu naturnahen Gärten oder vogelfreundlichen Hecken hat, erhält Informationen beim Tier-, Natur- und Artenschutz Siebengebirge e.V. per E-Mail an naturschutz@tierschutz-siebengebirge.de oder telefonisch unter der Rufnummer 02224-9803216.

Ein wenig mehr Mut zur Unordnung im Garten kann für viele gefiederte Gartenbewohner den entscheidenden Unterschied machen - zwischen mühsamer Nahrungssuche und einem sicheren Brutplatz im Grünen. (Red)


Mehr dazu:   Naturschutz  
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Alle Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
     

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Charity-Preview im Metropol-Kino Neuwied unterstützt Hospizverein

Am 9. April um 19.30 Uhr findet im Metropol-Kino Neuwied eine besondere Charity-Preview statt. Der Film ...

Tauschgarage sucht dringend neue Räumlichkeiten in Neuwied

Die Tauschgarage in der Neuwieder Innenstadt steht vor einer Herausforderung. Ab Mitte April muss sie ...

Erfolgreiche Spendenaktion des Inner Wheel Clubs Neuwied-Andernach

Der Inner Wheel Club Neuwied-Andernach hat mit seiner Aktion "Kauf eins mehr" vor dem Edeka Kreuzberg ...

Startschuss für die Neugestaltung der Unkeler Rheinpromenade

Mit einem symbolischen Spatenstich haben am 20. März die Bauarbeiten zur umfassenden Sanierung der Unkeler ...

Kennzeichendiebstahl in Windhagen: Polizei sucht Zeugen

In den frühen Morgenstunden des 21. März ereignete sich in Windhagen ein Diebstahl, der die Polizei auf ...

Basar "Rund um die Frau" lockt erneut viele Besucher nach Dierdorf

Zum sechsten Mal hat die Evangelische Kirchengemeinde Dierdorf am 20. März zu ihrem Basar "Rund um die ...

Weitere Artikel


Leichter Frost und Glättegefahr in Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz könnte es am Vormittag glatt werden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor leichten ...

Neuwied investiert in die Zukunft: Sanierung der Deichstraße

Die Stadt Neuwied plant eine umfassende Sanierung der Deichstraße als Teil ihrer langfristigen Strategie ...

Innovatives Projekt gegen Waldbrände: WiTAFFF startet in Rheinland-Pfalz

Mit zunehmenden Hitzeperioden wächst auch in Rheinland-Pfalz die Gefahr von Waldbränden. Um dieser Herausforderung ...

Thalhausen setzt auf nachhaltige Energieprojekte

Die Ortsgemeinde Thalhausen geht konsequent den Weg der Energieeffizienz. Nach der Umstellung der Straßenbeleuchtung ...

Oberbürgermeister Jan Einig im Dialog mit Einzelhändlern

Ein persönlicher Besuch in der Neuwieder Innenstadt führte Oberbürgermeister Jan Einig und Citymanagerin ...

Planung für Verbandsgemeindetage Rengsdorf-Waldbreitbach 2026 schreitet voran

Die Vorbereitungen für die Verbandsgemeindetage Rengsdorf-Waldbreitbach im Juni 2026 sind in vollem Gange. ...

Werbung