Pressemitteilung vom 05.02.2026 
Konsequente Kontrollen zeigen Wirkung: Weniger Raser auf Neuwieder Straßen
Mehr Messungen, sinkende Verstoßzahlen und ein klarer Fokus auf Verkehrssicherheit prägen die Geschwindigkeitsüberwachung in Neuwied. Die Stadt zieht nach dem zweiten Jahr eine positive Zwischenbilanz. Die Entwicklung zeigt, dass konsequentes Vorgehen das Fahrverhalten verändert.
Neuwied. Ende Oktober 2023 hat das Ordnungsamt der Stadt Neuwied die innerörtliche Geschwindigkeitsüberwachung von der Polizei übernommen. Grundlage war ein Beschluss des Stadtrates mit dem Ziel, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und gleichzeitig die Polizei zu entlasten. Nach zwei Jahren lässt sich eine klare Tendenz erkennen. Trotz gestiegener Kontrolldichte ist die Zahl der Geschwindigkeitsverstöße zurückgegangen.
Rückgang der Verstöße bei steigender Messzahl
Im ersten Jahr der städtischen Überwachung wurden 160.398 Fahrzeuge gemessen. Dabei stellte das Ordnungsamt 7.284 Geschwindigkeitsüberschreitungen fest. Im zweiten Jahr stieg die Zahl der Messungen auf 164.490 Fahrzeuge. Gleichzeitig sank die Zahl der Verstöße auf 6.748. Die Quote der zu schnell Fahrenden verringerte sich damit von 4,54 Prozent auf 4,10 Prozent. Aus Sicht der Stadt zeigt diese Entwicklung, dass regelmäßige und flächendeckende Kontrollen zu einem angepassteren Fahrverhalten führen.
Ausrüstung und Einsatzzeiten
Für die Kontrollen setzt das Ordnungsamt weiterhin ein mobiles Blitzfahrzeug sowie ein flexibel einsetzbares Stativ ein, mit dem Messungen in beide Fahrtrichtungen möglich sind. Zwei speziell eingesetzte Außendienstmitarbeiter sind regelmäßig im Stadtgebiet unterwegs. Die Kontrollen finden nicht nur an Werktagen statt, sondern teilweise auch an Wochenenden sowie in den späten Abendstunden. Die Stadt verfolgt damit das Ziel, Geschwindigkeitsüberschreitungen zu unterschiedlichen Tageszeiten zu erfassen.
Transparenz als Teil des Konzepts
Ein zentraler Bestandteil der Neuwieder Geschwindigkeitsüberwachung ist die Transparenz. Die Standorte der Kontrollen werden regelmäßig über die Social-Media-Kanäle der Stadt angekündigt. Dabei wird jeweils bekanntgegeben, in welchen Stadtteilen Messungen stattfinden. Nach Angaben der Stadt soll dieses Vorgehen nicht überraschen oder abschrecken, sondern präventiv wirken und zur Einhaltung der Tempolimits motivieren.
Detaillierte Ergebnisse für das Jahr 2025
Im Jahr 2025 kam es bei 4,10 Prozent aller Messungen zu Geschwindigkeitsüberschreitungen. Insgesamt wurden 25 Fahrverbote ausgesprochen. Der höchste gemessene Wert betraf einen Autofahrer, der auf der Friedrich-Rech-Straße in Niederbieber mit 98 km/h unterwegs war, obwohl dort Tempo 50 gilt. Solche Fälle zeigen nach Einschätzung des Ordnungsamtes, dass weiterhin einzelne Verkehrsteilnehmer deutlich zu schnell fahren, auch wenn die Gesamtzahl sinkt.
Bußgelder und Einnahmen
Im Rahmen der Kontrollen wurden Verwarnungen und Bußgelder in Höhe von insgesamt 209.310 Euro ausgesprochen. Davon sind rund 191.357 Euro bereits eingegangen, da die entsprechenden Verfahren abgeschlossen wurden. Im Vergleich zum Vorjahr liegen die Einnahmen damit um knapp 18.000 Euro niedriger. Dies wird als weiteres Indiz dafür gewertet, dass weniger schwere Verstöße begangen wurden.
Die Auswertung zeigt unter anderem 4.308 Verwarnungen à 30 Euro, 1.551 Verwarnungen à 50 Euro sowie 525 Bußgelder à 70 Euro. Hinzu kamen 130 Bußgelder à 115 Euro, die in der Regel mit einem Punkt im Fahreignungsregister verbunden sind. In besonders schweren Fällen wurden auch höhere Bußgelder bis zu 800 Euro verhängt, wenn aufgrund von Geschwindigkeit und äußeren Umständen Vorsatz angenommen wurde.
Weitere festgestellte Verkehrsverstöße
Neben Geschwindigkeitsüberschreitungen wurden auf den Messfotos auch andere Verstöße dokumentiert. Insgesamt konnten 38 Handyverstöße nachgewiesen werden. Diese führten jeweils zu einem zusätzlichen Bußgeld von 100 Euro sowie einem Punkt im Fahreignungsregister. Die Stadt wertet dies als zusätzlichen Beitrag zur Verkehrssicherheit.
Auswahl der Messstandorte
Die Auswahl der Blitzerstandorte erfolgt in Abstimmung mit der Polizei. Grundlage sind unter anderem Unfallzahlen und örtliche Gegebenheiten wie die Nähe zu Schulen oder Kindergärten. Zusätzlich fließen Hinweise aus der Bevölkerung ein. Bürger können Vorschläge für geeignete Standorte per E-Mail an ordnungsamt@neuwied.de einreichen. Technisch mögliche Standorte werden dabei weitgehend berücksichtigt.
Zu den Standorten mit den meisten Verstößen zählen die Gladbacher Straße mit 862 Fällen, die Dierdorfer Straße mit 679 sowie die Blücherstraße mit 638 Verstößen. Auch die Rasselsteiner Straße, die Engerser Landstraße und weitere innerörtliche Straßen gehören zu den Schwerpunkten der Kontrollen.
Positives Fazit nach zwei Jahren
Nach Einschätzung der Stadt hat die Übernahme der Geschwindigkeitsüberwachung durch das Ordnungsamt einen spürbaren Beitrag zur Verkehrssicherheit geleistet. Die Kombination aus hoher Kontrolldichte, transparenter Information und konsequenter Ahndung wird als wirksam bewertet. Die Zahlen deuten darauf hin, dass sich das Fahrverhalten vieler Verkehrsteilnehmer nachhaltig verändert hat. (PM/bearbeitet durch Red)
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