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Pressemitteilung vom 19.01.2026    

Vogelgrippe in Rheinland-Pfalz: Keine Entwarnung trotz sinkender Fallzahlen

Die Vogelgrippe bleibt ein Thema von Bedeutung in Rheinland-Pfalz, obwohl die Zahl der Neuinfektionen gesunken ist. Experten warnen weiterhin vor den Risiken und mahnen zur Vorsicht.

Vogelgrippe. (Foto: Sascha Ditscher/dpa)

Region. In Rheinland-Pfalz sind die Fälle der Vogelgrippe in den letzten Tagen zurückgegangen. Seit Oktober 2025 wurden bis zum vergangenen Freitag (16. Januar) 102 Wildvögel und zwei Geflügelhaltungen positiv auf das Virus getestet. Die Zahl der Infektionen stagniert derzeit, wie das Landesuntersuchungsamt (LUA) mitteilt. Die Aufstallungspflicht gilt nur noch in wenigen Gemeinden im Kreis Alzey-Worms und in Worms.

Trotz dieser Entwicklungen bleibt die Lage ernst. "Vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) wird das Risiko der Aus- und Weiterverbreitung des Erregers der Geflügelpest in wild lebenden Wasservogelpopulationen innerhalb Deutschlands noch immer als hoch eingeschätzt - ebenso das Risiko von Einträgen in Geflügelhaltungen durch direkte und indirekte Kontakte zu infizierten Wildvögeln", so das LUA. Uta Wettlaufer-Zimmer, Tierärztin beim LUA, betont, dass das Virus weiterhin präsent sei und verschiedene Stämme in unterschiedlichen Regionen vorkommen.

Wasservögel und Zugvögel spielen eine zentrale Rolle bei der Verbreitung des Virus. "Das Problem ist, wenn wir dann so einen einzelnen Tümpel haben, wo diese Tiere verenden, dann müssen wir davon ausgehen, dass im Oberflächenwasser sich der Erreger noch eine Zeit lang hält", erklärt Wettlaufer-Zimmer. Guido Andres vom Geflügelwirtschaftsverband Rheinland-Pfalz äußert Bedenken hinsichtlich des bevorstehenden Vogelzugs, da die Tiere auf infizierte Artgenossen treffen könnten.



Zoo und Wildpark betroffen
Zoos und Falknereien in der Region reagieren mit strengen Hygienemaßnahmen. Luisa Weich von der Falknerei Bad Marienberg berichtet von zeitweisen Schließungen und strikten Zugangsbeschränkungen. Der Zoo Neuwied hat Mitarbeitende geschult und Maßnahmen zur Desinfektion eingeführt, um Vögel vor einer Ansteckung zu schützen.

Für Menschen besteht nach derzeitiger Einschätzung kein konkretes Gesundheitsrisiko. Das Robert Koch-Institut bestätigt, dass bisher kein Fall von Mensch-zu-Mensch-Übertragung bekannt ist. Dennoch rät die Ständige Impfkommission zu einer saisonalen Grippeimpfung für Personen mit Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln, um das Risiko einer gleichzeitigen Infektion mit beiden Influenzaviren zu minimieren.
(dpa/bearbeitet durch Red)


Mehr dazu:   Umwelt & Gesundheit   Zoo Neuwied  
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