Kleinmaischeids Karnevalsrevolution: Ein Dreigestirn aus dem Elferrat erobert die Bühne
Von Helmi Tischler-Venter
Bei der ersten Prunksitzung der Session 2026 wartete die KG Rot-Weiß Kleinmaischeid am Samstagabend (17. Januar) mit einem Novum auf: Zum ersten Mal präsentierte Sitzungspräsident Martin Schmidt ein aus den Reihen des Elferrats rekrutiertes karnevalistisches Dreigestirn. Prunkvoll waren auch die Auftritte der anmutigen Garden, die die Bühne im ausverkauften Bürgerhaus gänzlich füllten.
Kleinmaischeid. Die vielen Tänzerinnen wurden in monatelangem Training von Anna Kaul, Alica Rasbach, Annika Leersch und Svenja Kroppach auf ihren großen Auftritt vorbereitet. Ihre Darbietungen, jeweils in der rot-weißen Gardeuniform und als Showtanzvariante, bilden immer das optische Rückgrat der Sitzung.
Konkurrenz erhielten die Damen in diesem Jahr durch das Dreigestirn, bestehend aus Ihrer Hoheit Prinz Frank, Bauer Uli und Ihrer Lieblichkeit Jungfrau Marika, nach Schmidts Einschätzung „das Schönste, was der Kleinmaischeider Karneval zu bieten hat.“ Bei ihrer Proklamation präsentierten sich die Hoheiten musikalisch, bevor ihnen von Ortsbürgermeister Stefan Pung widerstrebend –„Heute ist der Tag, vor dem wir uns das ganze Jahr gefürchtet haben!“ - Schlüssel und Macht übergeben wurden. Weitere Majestäten traten mit dem noch amtierenden Kinderprinzenpaar Prinzessin Luana I, Prinz Mattheo I aus dem Candywunderland und deren Hofnarren auf. Sie gaben ihr Amt selbstbewusst an das Dreigestirn weiter: „Wir Kleinen haben gezeigt, wie Karneval geht. Nun sind wir gespannt, was ihr Großen dreht!“
Nach ihren karnevalistischen Appellen erklärten die Tollitäten des Dreigestirns die elf Gebote für die nächsten Wochen, die Narrenfreiheit, Humor, Singen und Tanzen, Verkleidung, maßvollen Alkoholgenuss, Süßigkeiten für Alle, Respekt vor Tradition, Gemeinsamkeit, Macht der Farbe, Kreativität und Fortführung der Feiern beinhalten.
Ein großer Schwarm bezaubernder exotischer Schmetterlinge enterte die Bühne, als die Tanzmäuse ihren Showtanz präsentierten. Sie brachten gute Laune ins Publikum, erst nach einer Zugabe durften sie abtreten.
Die „Aiseborjer Putzperle“ Birgit Fuß heizte den Saal mit einem sexy Kittelschürzen-Strip auf, bevor sie von ihrer Reise nach Dubai berichtete. Dafür habe sie extra den Volkshochschulkurs „Dubai für Anfänger“ besucht mit ihrem Lieblingsthema „Fünf Schritte: heiß und reich - Wie angele ich mir einen Scheich?“ Bereits der Weg zum Ziel war mit Hindernissen gepflastert. Die Anfahrt mit Michels Kläuschens Promilletaxi, der Ersatzflug mit Zwischenstopp auf Malle, das Kleinmaischeider Dreigestirn als Mitreisende und ein Kamelritt in die Wüste hatten Lachmuskel-strapazierende Tücken.
Eine Abordnung des Großmaischeider Karnevalsvorstands gratulierte der Kleinmaischeider Karnevalsgesellschaft zum 77. Jubiläum, und die vereinseigenen blau-weißen Kometen boten eine eindrucksvolle Tanzdarbietung nach dem Motto „Circus“.
Zu seiner völligen Überraschung wurde Hans-Jürgen Potreck, der „vom Toaster bis zum Space-Shuttle alles reparieren kann“, vom Sitzungspräsidenten für die Instandsetzung der Boxen geehrt. Ganz spontan wurde der Solotänzer André Klug in das Programm eingebaut. Er durfte erst nach Zugabe und mit Riesenapplaus die Bühne verlassen.
Das „Verwaltungs-Dreigestirn“ alias Verbandsbürgermeister Manuel Seiler, Erster Beigeordneter der Ortsgemeinde Rolf Reber und Ortsbürgermeister Stefan Pung lästerten gemeinsam und Pointen-stilistisch einzigartig über die Männerthemen Autos, Frauen, Sex und Karneval.
Traditionell beginnen die bewährten „Klosterbrüder“ die zweite Halbzeit. Das aktuelle Motto lautete mangels Budgets für Celebrities „Kleinmaischeider Talentshow“. Ein Cheerleader-Ballett mit Glitzerpompons, Hindernisse überspringende Hobby-Horser und eine Boy- and Girl-Band konkurrierten um den Titel „Supertalente“. Der bejubelte Auftritt, der von Lena Schmidt, Saskia Kohl und Sophia Kohl mit den 15 Herren einstudiert worden war, verlangte nach Zugabe.
„Speedy Gonzales im Land der Kakteen“ hieß der Showtanz der Jugend, der mit flottem Tempo, synchronen Bewegungen und hohen Pyramiden bezauberte. Wunderschöne passende Kostüme und Masken präsentierten auch die Senioren mit „Dia de los Muertos -Wir feiern das Leben“. Ihr akrobatischer Tanz wurde mit Zugabe-Rufen und Applaus ebenso belohnt wie der Showtanz der Showgirls mit dem Motto „Der gestiefelte Kater“. Mit viel Akrobatik und gewagten Hebefiguren, für die einige Männer eigens die Lampen höher gehängt hatten, begeisterte der Tanz die Zuschauer. Für die männliche Unterstützung bei den Hebefiguren bedankten sich die Tänzerinnen bei Moritz Hörter von den Klosterbrüdern.
Philipp Rasbach tänzelte als „Detlef“ im rosa Jogginganzug in die Bütt. Sektschlürfend erzählte er tuntig von seinen Ballermann-Besuchen zusammen mit Intimus Pasquale (Pasquale Seitz an der Technik). Dort traf er auf den Elferrat, die Freunde von der rhythmischen Sportgymnastik, den Dart-Verein und die gesamte Familie Rasbach. Die deftigen Witze wurden mit vielen „Uiuiui!“-Rufen quittiert.
Martin Schmidt, der bereits mit der Gitarre Karnevalslieder zum Besten gegeben hatte, sang zusammen mit dem Publikum am Ende der Sitzung das Lied „Karnevalsmaus“. Zum großen Finale versammelten sich alle volljährigen Aktiven auf der Bühne, was ein sehr eindrucksvolles, bejubeltes Bild ergab.
Das vierstündige Programm findet eine Fortsetzung mit neuen Textbeiträgen in der zweiten Prunksitzung, für die noch einige Restkarten erhältlich sind, am 7. Februar. Nach Preiskostümball am 14. und Kinderkarneval am 15. Februar, zieht am 16. Februar der Rosenmontagszug durch den Ort. Auch „Klarschiff“ und Heringsessen laufen unter der Regie der Vorsitzenden Petra Flammersfeld. htv
Mehr dazu:
Karneval
Lokales: Dierdorf & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion
| Alle Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder): |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|












