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Pressemitteilung vom 14.01.2026    

Ungeklärte Verbrechen in Rheinland-Pfalz: Die Suche nach Antworten

Seit Jahrzehnten ungelöst, werfen sie lange Schatten: Rund 250 sogenannte Cold Cases zählt das Landeskriminalamt (LKA) Rheinland-Pfalz. Diese unaufgeklärten Kriminalfälle sind geprägt von offenen Fragen und der Hoffnung auf neue Erkenntnisse.

(Foto: Daniel Löb/dpa)

Mainz/Koblenz/Trier. Die Täter bleiben unentdeckt - auch nach vielen Jahren. Das LKA Rheinland-Pfalz verzeichnet derzeit etwa 250 Cold Cases, also ungeklärte Tötungs- oder Vermisstenfälle. Diese Zahl ist nicht endgültig, da sie sich durch laufende Ermittlungen und neue Erkenntnisse ändern kann. Was als Cold Case gilt, ist bundesweit nicht einheitlich definiert. In Rheinland-Pfalz umfasst dies Fälle mit vollendeten oder versuchten Tötungsdelikten oder Vermisstenfällen, bei denen ein Kapitalverbrechen vermutet wird. Trotz intensiver Ermittlungen konnten diese Fälle bisher nicht vollständig aufgeklärt werden.

Massive Gewalt gegen Kopf und Hals
Ein Beispiel aus Trier zeigt die Komplexität solcher Fälle: Eine 23-jährige Frau aus Portugal kam 1992 nach Trier, um im Eros-Center zu arbeiten. Zwei Jahre später, in der Nacht zum 2. Oktober 1994, wurde sie getötet. Zuletzt lebend gesehen wurde sie gegen 5.30 Uhr, tot aufgefunden um 7.00 Uhr. Die Todesursache war massive Gewalt gegen Kopf und Hals. Ein Verdacht richtet sich gegen einen bislang unbekannten Mann. In derselben Nacht berichtete eine andere Prostituierte von einem gewalttätigen Kunden, der möglicherweise der Mörder sein könnte. Die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... Cold Case" berichtete am 1. März 2023 über den Fall, doch entscheidende Hinweise blieben aus. Die Staatsanwaltschaft Trier hat eine Belohnung von 2.500 Euro ausgelobt.



US-amerikanische Studentin ermordet
Ein weiterer Fall ereignete sich wenige Tage zuvor in Koblenz. Am 26. September 1994 wurde eine US-amerikanische Studentin ermordet. Sie wollte die Festung Ehrenbreitstein besteigen und wurde zuletzt um 8.50 Uhr gesehen. Ihre Leiche fand man um 10.15 Uhr in einem abgelegenen Raum der Festung. Der Täter misshandelte sie sexuell und tötete sie brutal. Mehrere Gegenstände wie Brille und Schuhe wurden entwendet. Für Hinweise zur Aufklärung dieser Tat ist eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt.

Es gibt kein perfektes Verbrechen
Ermittler betonen, dass es kein perfektes Verbrechen gibt. Das LKA erinnert daran: "Im Zuge polizeilicher Ermittlungen kommt es immer wieder zur Aufklärung von Cold Cases, unter anderem durch neue kriminaltechnische Möglichkeiten." Dies gibt den Angehörigen Hoffnung auf späte Gerechtigkeit. (dpa/bearbeitet durch Red)


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