Rheinland-Pfalz: Wälder im Wandel - Herausforderungen und Chancen
Die Wälder in Rheinland-Pfalz stehen vor großen Herausforderungen durch den Klimawandel. Hitze, Starkregen und Schädlinge setzen den Bäumen zu. Doch es gibt auch positive Entwicklungen und Strategien, um die Widerstandsfähigkeit der Wälder zu stärken.
Rheinland-Pfalz. Mehr Mischwälder, Maßnahmen zur Wassererhaltung im Wald und die Renaturierung von Gewässern: Rheinland-Pfalz verfolgt vielfältige Ansätze, um seine Wälder zu schützen und zu stärken. Der Klimawandel stellt jedoch die Regenerationsfähigkeit der Forstbäume auf eine harte Probe, erklärte Klimaschutzministerin Katrin Eder (Grüne) in Mainz bei der Vorstellung des Forschungsprogramms Klimawald 2100. Das Waldmanagement müsse sich an die Anforderungen eines sich verändernden Klimas anpassen, von der Regulierung des Wasserkreislaufs bis zur nachhaltigen Holzproduktion.
Mit einem Waldanteil von 43 Prozent ist Rheinland-Pfalz das waldreichste Bundesland. Rund 54.000 Menschen arbeiten im Cluster Holz, mehr als in der chemischen Industrie. Der Zustand der Wälder hat sich seit etwa sieben Jahren verbessert. Laut dem jüngsten Waldzustandsbericht sind 18,6 Prozent der Bäume ohne sichtbare Schäden, ein Anstieg von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch sind immer noch 81,4 Prozent der Bäume geschädigt, was auf den Klimawandel, Luftschadstoffe und Schädlingsbefall zurückzuführen ist.
Wald ist nicht gleich Wald
Das spezielle Forschungsprogramm für den Wald ist wichtig, da die Waldböden in Rheinland-Pfalz variieren - von wasseraufnehmenden Buntsandsteinböden in der Pfalz bis zu lehmigen Böden im Hunsrück. Die Landesregierung beauftragte 2022 die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) mit dem Programm Klimawald 2100, um Waldbesitzern Orientierung im Umgang mit klimagestressten Wäldern zu geben. Versuchsflächen wurden angelegt, die über die Projektlaufzeit hinaus erforscht werden.
Warum heißt das Forschungsprojekt Klimawald 2100?
Der Name Klimawald 2100 bezieht sich auf Prognosen, dass die Erderwärmung bis 2100 auf zwei Grad begrenzt bleibt. Die Forschenden unter Leitung von FAWF-Chef Ulrich Matthes konzentrieren sich auf Wasserrückhalt, Buchenbewirtschaftung, Artenvielfalt auf Störungsflächen und die Kommunikation über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald. Wasser spielt eine zentrale Rolle, da es die Artenvielfalt und Vitalität der Buche beeinflusst, die mit einem Anteil von rund 23 Prozent die häufigste Baumart ist.
Mischwald als Erfolgsfaktor?
Mischwälder gelten als Erfolgsfaktor, da sie widerstandsfähiger gegen spezialisierte Baumkrankheiten und -schädlinge sind. Ihr Anteil liegt mittlerweile bei 85 Prozent. Wetterextreme wie Starkregen und trockene Sommer führen zu Problemen beim Grundwasser. Besonders in Regionen wie dem Soonwald versickert Wasser langsam, was zu Hochwasser und weniger Trinkwasser führen kann. Trockenstress erhöht die Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge.
Klimawandel-Kritiker
Umweltschutzministerin Eder plädiert für natürliche Maßnahmen wie die Renaturierung von Gewässern und die Schaffung neuer Auenlandschaften, ergänzt durch bauliche Lösungen wie Rigolen und Mulden, um die Fließgeschwindigkeit des Wassers zu brechen.
Wegen der teils kontroversen Debatten über den Klimawandel gibt es eine Verunsicherung unter den Forstleuten in Rheinland-Pfalz. Die Forstleute würden damit konfrontiert, dass ihr Erfahrungswissen und die Wahrnehmung als Waldexperte von Teilen der Öffentlichkeit in Zweifel gestellt werden, berichten die Expertinnen und Experten des Forschungsprogramms. Anfeindungen wie bei Polizei oder Rettungsdiensten gebe es nicht, vereinzelt aber Fälle von Sachbeschädigung oder persönlicher Kritik an Revierleitungen. (dpa/bearbeitet durch Red)
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