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Pressemitteilung vom 11.01.2026    

Lehrermangel bei der Einführung des islamischen Religionsunterrichts in Rheinland-Pfalz

Die Einführung des islamischen Religionsunterrichts in Rheinland-Pfalz wird durch einen Mangel an qualifizierten Lehrkräften gebremst. Trotz einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen dem Land und den Islamverbänden ist noch Geduld gefragt.

Islamischer Religionsunterricht. (Foto: Frank Rumpenhorst/dpa)

Mainz. Die landesweite Einführung eines islamischen Religionsunterrichts in Rheinland-Pfalz steht vor Herausforderungen. Bildungsminister Sven Teuber (SPD) betonte, dass es zwar eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Islamverbänden gebe, jedoch die Anzahl der verfügbaren Lehrkräfte nicht ausreiche, um das Fach flächendeckend anzubieten. "Der Bedarf ist da", sagte Teuber der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.

Das Modellprojekt für die Einführung des islamischen Religionsunterrichts laufe derzeit an 31 Schulen mit mehr als 2.900 Schülern erfolgreich. Die Pädagogen wurden über Weiterbildungen qualifiziert, wobei Voraussetzung ist, dass sie muslimischen Glaubens sind. Der Unterricht erfolgt von der ersten bis zur zehnten Klasse und wird auf Deutsch erteilt.

Zu wenige Lehrkräfte für eine landesweite Einführung
Wann das Fach landesweit eingeführt werden kann, bleibt unklar. "Wir müssen auch die Lehrkräfte für den Unterricht haben", so Teuber. Eine Kommission ist bereits im Frühjahr 2025 gebildet worden, um über die Unterrichtsinhalte zu beraten. Dabei sollen auch Praxiserfahrungen aus dem Modellversuch berücksichtigt werden.

Die Islamverbände Ditib Rheinland-Pfalz, Schura Rheinland-Pfalz, der Landesverband islamischer Kulturzentren Rheinland-Pfalz und Ahmadiyya Muslim Jamaat hatten sich Ende 2024 über einen islamischen Religionsunterricht in Rheinland-Pfalz mit dem Land geeinigt. Die Verhandlungen dauerten zuvor mehrere Jahre.



Derzeit überprüfen Ditib und Schura die bestehenden Lehrpläne und Materialien. Canan Üstündag von Ditib erklärte, ihr Ziel sei, dass der bisherige Unterricht im Modellversuch dann landesweit möglichst unverändert fortgeführt werden solle.

Universität Koblenz plant Ausbildung neuer Lehrkräfte
Rund 50.000 muslimische Schüler gibt es in Rheinland-Pfalz, die künftig ein neues benotetes Schulfach erhalten sollen. Die Bildungsgewerkschaft GEW unterstützt die Pläne. GEW-Landesvorsitzender Stefan Jakobs bezeichnete die Einführung als überfällig und lobte die geplante Ausbildung der Lehrkräfte an der Universität Koblenz.

In Rheinland-Pfalz leben etwa 200.000 Muslime, die nach den christlichen Kirchen die drittgrößte religiöse Gemeinschaft bilden. Der bekenntnisorientierte Unterricht im Modellprojekt ist sunnitisch geprägt und soll auf Offenheit, Toleranz und Dialogfähigkeit abzielen.
(dpa/bearbeitet durch Red)


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