Pressemitteilung vom 10.01.2026 
Handwerk fordert Kurswechsel: Mehr Tempo und Mut in der Wirtschaftspolitik
Beim Neujahrsempfang der Handwerkskammer Koblenz wurde deutlich: Das Handwerk fordert entschlossene Reformen und eine klare wirtschaftspolitische Strategie. Präsident Krautscheid kritisiert die Bundesregierung und erhält eine besondere Ehrung.
Koblenz. Der diesjährige Neujahrsempfang der Handwerkskammer Koblenz fand im Zentrum für Ernährung und Gesundheit statt und wurde von rund 600 Gästen besucht. Präsident Kurt Krautscheid eröffnete die Veranstaltung mit einem Appell zu mehr Eigenverantwortung, Leistungsbereitschaft und politischer Entschlossenheit. Dabei übte er deutliche Kritik an der aktuellen Wirtschaftspolitik der Bundesregierung. Es mangele an Tempo, Mut und einem ganzheitlichen Konzept.
Kritik an Wirtschaftspolitik der Bundesregierung
Krautscheid zeigte sich enttäuscht von der Entwicklung seit der letzten Bundestagswahl. Angekündigte Aufbrüche seien weitgehend ausgeblieben. Die Regierung bleibe in kleinteiligen Entscheidungen stecken, statt große Reformen anzustoßen. Deutschland rutsche wirtschaftlich im internationalen Vergleich zurück, warnte der Kammerpräsident. Zugleich forderte er mehr Verantwortung für Bürger und Betriebe. Die Vielzahl staatlicher Leistungen dürfe nicht zu Passivität führen.
Positive Signale aus Brüssel
Trotz der Kritik verwies Krautscheid auf Fortschritte auf EU-Ebene. Entscheidungen wie die Entschärfung der Entwaldungsverordnung oder Entbürokratisierung beim Lieferkettengesetz stimmten positiv. Hier habe das Handwerk, auch über die HwK Koblenz, aktiv Einfluss genommen. Diese Entwicklungen seien Teil der langfristigen Strategie 2040, die das Handwerk als wirtschaftliches Rückgrat Europas stärken solle.
Tempo und Mut für wirtschaftliche Wende
Für eine Wende in der Wirtschaftspolitik forderte Krautscheid nicht nur neue Inhalte, sondern auch ein höheres Umsetzungstempo. Mikrokorrekturen reichten nicht aus. Die Bundesregierung müsse bereit sein, gegen Widerstände zu agieren und mutige Schritte zu gehen. Lob gab es hingegen für die Zusammenarbeit mit der rheinland-pfälzischen Landesregierung in den vergangenen Jahren.
Klare Haltung zur Demokratie
Mit Blick auf die Landtagswahl im März betonte Krautscheid die Neutralität der Kammer. Gleichzeitig machte er deutlich, dass wirtschafts- und demokratiefeindliche Kräfte im Handwerk keinen Platz hätten. Das Fünf-Punkte-Programm der Kammer setze klare Maßstäbe, wie die künftige Politik aussehen müsse.
Ehrung für jahrzehntelanges Engagement
Im Anschluss an Krautscheids Rede sprach Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt. Sie hob die Bedeutung des Handwerks für Gesellschaft und Wirtschaft hervor. Betriebe vor Ort seien nicht nur wirtschaftliche Akteure, sondern auch Stützen des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Gleichzeitig warnte sie vor steigenden Belastungen und sprach sich für mehr Freiräume und weniger Bürokratie aus.
Ein besonderer Moment war die Verleihung der Wirtschaftsmedaille des Landes Rheinland-Pfalz an Kurt Krautscheid. Damit wurde sein langjähriges ehrenamtliches Engagement für das Handwerk auf allen politischen Ebenen gewürdigt. Der 64-Jährige gilt als durchsetzungsstark, freundlich und humorvoll – Eigenschaften, die sein Wirken prägen.
Rahmenprogramm mit musikalischem Akzent
Für den musikalischen Rahmen sorgten Pianist Martin Klein und Saxophonist Paul Andrew. Zudem erhielten alle Gäste einen vergoldeten Talisman mit der Prägung 2026 – eine Tradition, die durch die „Glücks-Innung“ mit Schornsteinfegermeister Florian Klein gepflegt wird. (PM/bearbeitet durch Red)
Feedback: Hinweise an die Redaktion
| Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder): |
|
|
















