Newsblog: Wolfsattacken im Westerwald - Schafe zu Silvester in Weitefeld gerissen
Von Thomas Sonnenschein
Der Wolf bleibt ein umstrittenes Thema im Westerwald. Um eine bestmögliche Übersicht über die Begegnungen mit dem Wolf zu geben, haben wir uns bei den Kurieren entschlossen, die Übergriffe von Wölfen in einem Newsblog stetig zu aktualisieren.
Westerwald. Kaum ein Tier polarisiert die Gesellschaft im Westerwald stärker, als der Wolf. Die ständig zunehmenden Übergriffe auf domestizierte Herdentiere gehen in der Regel auf nur wenige Problemwölfe zurück, die in den DNA-Untersuchungen immer wieder auftauchen.
Vier Wolfsrudel mit insgesamt sieben erwachsenen Tieren und einer unbestimmten Zahl an Jungtieren sind in Rheinland-Pfalz etabliert. Acht Jungtiere wurden bisher katalogisiert. Wie es 2026 mit den Wölfen weitergeht und ob das Land künftig auf eine konfliktarme Koexistenz setzt, erfahren Sie nach und nach in diesem Newsblog.
+++ Samstag, 3. Januar 2026 +++
Im Westerwald sind in der Silvesternacht erneut Schafe einer Herde attackiert worden. Wie die Gemeinde in Weitefeld in den sozialen Medien mitteilte, sollen mindetens 14 Schafe gerissen worden sein, 40(!) weitere wurden verletzt.
Bereits am Montag zuvor entdeckte ein Sprecher des Landesbetriebs Hessenforst in Driedorf sieben tote Tiere. Zwei weitere Schafe waren dort verletzt, wobei eines von ihnen eingeschläfert werden musste. Nur wenige Tage zuvor, in Liebenscheid, wurden über ein Dutzend Schafe tot aufgefunden. In beiden Fällen wird nun untersucht, ob Wölfe für die Angriffe verantwortlich sind.
Die betroffene Herde in Driedorf war bei dem Vorfall in Panik ausgebrochen, und es wird geprüft, wie die Sicherung der Tiere gestaltet war. Sollte sich herausstellen, dass Wölfe für beide Vorfälle verantwortlich sind, wird auch untersucht, ob dieselben Tiere beteiligt waren. In Hessen leben derzeit sechs sesshafte, erwachsene Wölfe. Wandernde Wölfe oder Welpen sind hierbei nicht mitgezählt. Im aktuellen Monitoringjahr konnten genetisch 15 Wölfe nachgewiesen werden.
Rheinland-Pfalz beherbergt seit einiger Zeit ganz oder teilweise vier Wolfsrudel in den Regionen Leuscheid, Hachenburg, Puderbach und Hochwald. Zudem gibt es immer wieder vereinzelte Nachweise von mutmaßlich wandernden Wölfen. Die Behörden betonen noch, dass eine konfliktarme Koexistenz mit dem Wolf weiterhin das Ziel sei. Dazu zählen Maßnahmen wie wolfsabweisende Zäunungen und der Einsatz von Herdenschutzhunden. Das Koordinationszentrum Luchs und Wolf (KLUWO) übernimmt in den jeweils betroffenen Verbandsgemeinden die Aufklärungsarbeit. (TS)
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