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Nachricht vom 27.12.2025    

Modernisierung für mehr Sicherheit: Oberlandesgericht Koblenz rüstet Saal um

Der große Saal des Oberlandesgerichts Koblenz wurde umfassend modernisiert, um den Anforderungen von Staatsschutzverfahren besser gerecht zu werden. Neben technischen Neuerungen spielt auch die Sicherheit eine zentrale Rolle.

So wurde der Gerichtssaal am Oberlandesgericht sicherer gemacht. (Fotos: Thomas Frey/dpa)

Koblenz. Für eine erhöhte Sicherheit hat das Oberlandesgericht Koblenz seinen großen Saal umfassend umgestaltet. Neben einer neuen technischen Ausstattung und verbesserter Akustik wurden auch spezielle Stellwände installiert, die zusätzlichen Schutz bieten. "Wir haben auch konzeptionell ein paar Dinge umgestellt", erklärte Jörn Müller, Sprecher des Gerichts. Aus Sicherheitsgründen könne man jedoch nicht ins Detail gehen. Die auffälligste Neuerung sind die Stellwände, die den Zuschauerraum vom übrigen Saal trennen sollen, um unbefugtes Eindringen zu verhindern. Auch die Richterbank und der Zeugentisch sind neu - gefertigt in der Justizvollzugsanstalt Wittlich.

Warum war dieser Umbau notwendig?
Obwohl der Saal bereits für Verfahren genutzt wurde, gab es Gründe für die Veränderungen. Zuletzt wurde dort der Prozess gegen eine Gruppe verhandelt, die plante, Karl Lauterbach (SPD) zu entführen und die Regierung zu stürzen. Richter Jan Keppel nannte neben der veralteten Technik auch die Verfahrenssicherheit als Grund. Früher habe es "revisionsrechtliche Risiken" gegeben, die Verfahren angreifbar machen könnten. "Das Risiko war einfach zu hoch", so Keppel.



Zeugen per Video zuschalten
Ein weiterer Anlass für den Umbau ist ein aktuelles Verfahren am Oberlandesgericht Koblenz, bei dem fünf Angeklagten Folter und Mord in Syrien vorgeworfen wird. Oft müssen Zeugen aus dem Ausland gehört werden, erläutert Müller. Der Fokus im Saal liegt eindeutig auf größeren Staatsschutzverfahren mit vielen Angeklagten und Zeugen oder besonderen technischen Anforderungen wie Auslandszeugen oder Videoeinspielungen. "Das können wir in dem Saal optimal jetzt", betont Müller.

Aktuelles Verfahren startete im Saal des Landgerichts
Das aktuelle Verfahren begann zunächst im Landgericht Koblenz, da der Umbau noch nicht abgeschlossen war, erklärt Lena Arend, IT-Expertin am Oberlandesgericht und Richterin am Amtsgericht. Seit Mitte Dezember finden die Verhandlungen nun im neuen Saal statt. Für das Verfahren steht eine mobile Dolmetscherbox bereit, die simultane Übersetzungen ermöglicht, ohne dass die Dolmetscher dauerhaft hörbar sind. Auch die Audiotechnik wurde verbessert: Mikrofone können nun von der Richterbank aus ein- oder ausgeschaltet werden. (dpa/bearbeitet durch Red)


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