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Nachricht vom 23.12.2025    

Die verborgene Kunst der Hostienbäckerei in Rheinland-Pfalz

Hostien sind ein essenzieller Bestandteil katholischer Gottesdienste. Doch wie entsteht dieses spezielle Backwerk, das als "Leib Christi" bekannt ist? Ein Blick hinter die Kulissen der Hostienproduktion in Rheinland-Pfalz zeigt, dass hier Tradition und Handarbeit aufeinandertreffen.

Mehl und Wasser - Wie Hostien gebacken werden. Foto: Birgit Reichert/dpa

Koblenz. Hostien, die bei katholischen Messen als "Leib Christi" gereicht werden, sind nicht einfach im Supermarkt erhältlich. Stattdessen gibt es spezialisierte Hostienbäckereien, oft in Klöstern. Eine solche Bäckerei befindet sich im Kloster Heilig Kreuz in Püttlingen. Hier erklärt Schwester Mercy: "Wir verwenden nur Weizenmehl und Wasser." Seit 1958 fertigt das Kloster Hostien in vier verschiedenen Größen an - eine Tradition, die heute rund 2,5 Millionen Hostien jährlich hervorbringt. "Das geht nur mit Unterstützung vieler Ehrenamtlicher", so die Oberin des Klosters.

Die Hostien aus Püttlingen finden ihren Weg zu Kirchengemeinden in Rheinland-Pfalz und darüber hinaus. Werner Pink, ein ehrenamtlicher Helfer, sagt: "Wir haben auch Bestellungen aus Berlin, München, Dresden und Köln." Die Nachfrage steigt, weil andere Hostienbäckereien schließen müssen. Gründe hierfür sind ein Rückgang an Ordensschwestern und steigende Energiekosten. Dennoch bleibt die Produktion dank ehrenamtlicher Hilfe rentabel.

Der Produktionsprozess beginnt mit dem Anrühren des Teigs: Acht Liter Wasser und sechs Kilo Mehl werden vier Minuten lang verquirlt. Anschließend wird der Teig bei etwa 190 Grad zu Hostienplatten gebacken. Danach werden die Platten gestanzt und von den Helfern geprüft. Monika Ochs, eine freiwillige Helferin, betont: "Die Hostien, die in die Kirche kommen, die müssen immer schön sein."



In Koblenz gibt es eine weitere Hostienbäckerei im Kloster Bethlehem, wo die Klarissen-Kapuzinerinnen jährlich rund 2,3 Millionen Hostien herstellen. Schwester Maria Gabriele beschreibt die Arbeit als erfüllend: "Ohne die Hostie, ohne das Brot, kann keine heilige Messe gefeiert werden." Die sorgfältige Herstellung ist entscheidend, denn nach katholischer Lehre wird die Hostie zum Leib Christi gewandelt. Die Produkte werden bis nach Italien geliefert.

Die Zahl der klösterlichen Hostienbäckereien in Deutschland nimmt ab, wie Sprecher Arnulf Salmen bestätigt. Doch die verbleibenden Bäckereien wie in Püttlingen und Koblenz halten die Tradition am Leben und tragen durch ihre Arbeit zum Lebensunterhalt der Klöster bei. (dpa/bearbeitet durch Red)


Mehr dazu:   Kirche & Religion  
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