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Pressemitteilung vom 16.12.2025    

Von Maria Stern nach Linz: Kontinuität trotz Standortschließung

Trotz langer Bemühungen der Insolvenzverwaltung musste der Remagener Standort des Verbundkrankenhauses Linz-Remagen, das Krankenhaus Maria Stern, Ende November 2025 leider schließen. Chefarzt Dr. Christian Spell erläutert im Interview, wie es jetzt in Linz weitergeht.

Chefarzt Dr. Christian Spell. (Foto: Kerstin Güntzel)

Linz/Remagen. Nach der Schließung des Krankenhauses in Remagen war es möglich, mehr als hundert Beschäftigte in das Schwesterkrankenhaus auf der anderen Rheinseite, das Franziskus Krankenhaus in Linz, zu übernehmen, die dort seit dem 1. Dezember die vorhandene Belegschaft verstärken.

Im folgenden Interview beantwortet Dr. Spell, Chefarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Fragen zu den Folgen der Schließung für Patienten, Zuweiser und die Organisation der Versorgung.

Frage: Dr. Spell, zunächst kurz: Was bedeutet die Schließung des Standorts Remagen für die Patienten vor Ort?
Dr. Spell: Durch das Krankenhausstrukturgesetz ist eine stärkere Zentralisierung vieler Leistungen vorgesehen. Wir hatten uns darauf bereits in der Vergangenheit vorbereitet. Besonders onkologische Eingriffe im Bauchraum sollen an einem Standort gebündelt werden. In Linz haben wir dafür mehr und bessere Ressourcen, etwa eine deutlich größere Intensivstation. Das erlaubt uns, komplexe Operationen sicher und effizient durchzuführen.

Frage: Wie lief die Umstellung organisatorisch ab? Gab es Verwirrung oder Unterbrechungen im Betrieb?
Dr. Spell: Die Organisation der Zentralisierung in Linz war bereits im Vorfeld angelaufen, weil die Rahmenbedingungen sich geändert haben und sich auch 2026 weiter ändern werden. Deshalb kam es jetzt nicht zu großen Verwerfungen, wir haben vorbereitete Pläne einfach schneller umgesetzt. Der Betrieb läuft daher ungestört weiter, nur jetzt konzentriert an einem Standort.

Frage: Bleibt für Remagen trotzdem eine Anlaufstelle bestehen?
Dr. Spell: Ja. In Remagen gibt es weiterhin unser chirurgisches/orthopädisches und gastroenterologisches MVZ als direkte Anlaufstelle. Dort wird durch Ärzte, die auch im Krankenhaus in Linz beschäftigt sind, geprüft, ob ein Problem vor Ort gelöst werden kann oder ob eine Operation nötig ist. Falls eine OP erforderlich ist, melden wir die Patienten direkt in Linz an und vergeben Termine. Vorteile für die Patienten sind der bekannte Operateur, keine weiteren Terminsuchen und direkte Informationsweitergabe zwischen Arztpraxis und Krankenhaus. Auch nach der Operation, wenn gewünscht oder erforderlich. Das gilt natürlich auch für die Patienten des orthopädisch tätigen Kollegen, der im MVZ in Remagen arbeitet.



Frage: Müssen Zuweiser jetzt anders arbeiten?
Dr. Spell: Grundsätzlich nicht. Zuweiser können Patienten weiterhin über das MVZ in Remagen vorstellen oder direkt bei uns in Linz. Beides ist möglich, wie zuvor. Wir haben die Kapazitäten hochgefahren, um die zusätzliche Versorgung sicherzustellen.

Frage: Wie wirkt sich die Übernahme von Personal aus Remagen aus?
Dr. Spell: Wir konnten über 100 Mitarbeitende übernehmen, was uns sehr geholfen hat. In unserem neuen OP-Bau nutzen wir jetzt mehr Säle als ursprünglich geplant. Früher waren nicht alle vier Säle an jedem Tag voll belegt; jetzt fahren wir fünf Tage die Woche vier Säle komplett und prüfen, ob wir die Auslastung weiter steigern können.

Frage: Hat sich das Leistungsspektrum verändert?
Dr. Spell: In meinem Fachgebiet bleibt im Grunde das Angebot dasselbe wie zuvor. Wir decken das komplette Spektrum der Bauchchirurgie ab: Darmoperationen inklusive Darmkrebs, endoskopische Eingriffe, Gallenblasenoperationen, alle Arten von Bauchwandbrüchen, Schilddrüsenchirurgie sowie proktologische und enddarmchirurgische Eingriffe. Die Patienten erhalten weiterhin die gewohnten Leistungen, jetzt zentralisiert und mit den vorhandenen Ressourcen in Linz.

Frage: Eine letzte Frage: Was würden Sie den betroffenen Patienten mitgeben?
Dr. Spell: Dass die Versorgung gesichert ist. Auch wenn das Krankenhaus in Remagen geschlossen wurde, bleibt das MVZ vor Ort als Ansprechpartner bestehen. Wir sorgen dafür, dass alle Patienten weiterhin gut versorgt werden — mit gebündelter Expertise und stabilen Kapazitäten in Linz.

Fazit aus dem Interview: Die Schließung des Standorts Maria Stern in Remagen soll nicht zu einem Bruch in der Versorgung geführt haben, sondern zu einer Zentralisierung, die bereits vorbereitet war. Für die Patienten bleibt die lokale Anlaufstelle, das MVZ für Chirurgie und Orthopädie, erhalten. Komplexe Eingriffe werden künftig am besser ausgestatteten Standort in Linz durchgeführt. Durch die Übernahme von über 100 Mitarbeitenden konnten die Kapazitäten offenbar derart erweitert werden, dass der Betrieb stabil und planmäßig fortgeführt werden kann. (PM)


Mehr dazu:   Gesundheitsversorgung  
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