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Nachricht vom 14.11.2025    

In der Klosterbuchhandlung Waldbreitbach wurde ein Mord angekündigt

Von Helmi Tischler-Venter

Wenn Bücher duften könnten, würde Tee- und Ingwerplätzchenduft dem Krimi „Das Weiß der Eisblumen“ entströmen. Bei der Lesung der Koblenzer Autorin Susanne Arnold am 13. November in der Klosterbuchhandlung auf dem Waldbreitbacher Klosterberg genossen rund 60 Menschen in gemütlicher Enge eine besonders unterhaltsame Veranstaltung.

Susanne Arnold las in wechselndem Outfit auf dem Klosterberg in Waldbreitbach. Fotos: Wolfgang Tischler

Waldbreitbach. In der zweiten Lesung der von Ursula Ewens und Susanne Siemon-Meffert neu kreierten Veranstaltungsreihe „Geschichten, die bleiben – Lesungen im Klosterladen“, stellte Susanne Arnold aus ihrer Kent-Krimi-Reihe jahreszeitlich passend „Das Weiß der Eisblumen“ vor. Hier haben wir das Buch rezensiert. Die Autorin hat sich englischem „Cosy Crime“ verschrieben, die sie „Wohlfühlkrimis“ nennt. Arnold war von dem großen Publikumszuspruch und der besonderen Atmosphäre des Klosterladens gleichermaßen überwältigt.

Zur Freude des Publikums verriet Susanne Arnold viel Privates: Ihr Geburtstag ist der 11. 11.. Sie war bei einem Versicherungsunternehmen beschäftigt, bevor sie sich auf das Schreiben konzentrierte. Der ehemalige Beruf lieferte viele kriminelle Ideen. Überhaupt nutzt sie alles, was sie sieht und hört, gern für ihre literarischen Figuren. Unterstützung erhält sie von ihrer Familie, ihr Mann war als Assistent zugegen und der ältere Sohn, der auch die Homepage gestaltet, spielte in den Pausen gefühlvolle Gitarrenmusik.

Seit sie bei einer Englandreise in Torquay am Haus der Krimi-Autorin Agatha Christie stand, träumt sie davon, deren Nachfolge anzutreten. Anstelle von Miss Marple erfand sie in ihrem ersten Roman „Das Blau der Veilchen“ zwei ältere Ermittlerinnen namens „Margret“ und „Elisabeth“, die unter einer fiktiven Adresse in einem Cottage im beschaulichen Rosefield wohnen. Als ältere Damen dürfen die Protagonistinnen machen, was sie wollen. Margret ist ein ganz rationaler Charakter, Elisabeth dagegen ist die genussfreudige Erzählerin, die wöchentlich ihre Friseurin aufsucht und mit jeder Menge Tratsch-Informationen zurückkommt.




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Die Krimi-Handlung beginnt am Samstag vor dem ersten Advent mit Elisabeths traditionellem Weihnachtsdekorationsanfall, der die Gegensätzlichkeit der Freundinnen deutlich zeigt. Das gleichförmige Zusammenleben der Ladys wird durch unerwarteten Besuch unterbrochen. Ihr alter Schulfreund Ernest Bancroft trifft mit seinem übergewichtigen Beagle Mister Hicks ein. Der leidenschaftliche Koch hat ein Problem: Er soll in Oak Hall in Rye ein Weihnachtsdinner zubereiten, wurde jedoch anonym gewarnt, dass an Weihnachten im Herrenhaus ein Mord geschehen werde.

Die Autorin amüsierte sich beim Lesen über ihre rheinische sch-Aussprache und die Tatsache, dass sie sich mit den englischen Namen selbst ein Bein stellte. Die Zuhörer beschäftigte sie mit der Quiz-Frage nach dem Namen des Hundes. Die ausgeloste Gewinnerin erhielt ein genähtes Brotkörbchen. Nach dem nächsten Leseabschnitt war ein textiler Leseknochen der Gewinn.

Die kauzigen Bewohner und Angestellten von Oak Hall stellte Arnold optisch mit eindeutig zuordbaren Utensilien wie Hüten und Nikolausbart vor und interpretierte ihre Dialoge mit lebhaften Stimmvariationen.

Fragen aus dem Publikum beantwortete die Schriftstellerin ausführlich. So erfuhr man zum Beispiel, dass ihr die besten Ideen unter der warmen Dusche kommen, dass sie bei der Recherche gern Fachleute und Polizisten einbezieht, dass sie ihre Charaktere genau kennt und konzentriert auf den aktuellen Fall mit ihnen lebt. Sie schreibt drauflos und lässt sich treiben. Jedes Buch wird mehrfach überarbeitet und gegengelesen, bevor es in Druck geht.

Der Winter wird mit einem Lichtblick enden, denn im Februar wird „Das Gelb der Sonnenblumen“ erscheinen. Im nächsten Jahr werden auch ein Regionalkrimi und ein England-Krimi, der in den Dreißigern spielt, in die Buchhandlungen kommen. htv


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