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Pressemitteilung vom 12.11.2025    

50 Jahre Gleichstellung im Pfarramt: Ein Rückblick auf den langen Weg der Frauen in der Kirche

Vor 50 Jahren wurden Frauen im Pfarramt der rheinischen Kirche rechtlich gleichgestellt. Der Kirchenkreis Wied erinnert daran mit einem Foto der Pfarrerinnen im Talar. Der lange Weg bis zur Gleichberechtigung zeigt Entwicklungen und Hürden.

(Foto: Pfarrer Detlef Kowalski, Superintendent Kirchenkreis Wied)

Dierdorf. Anlässlich der Tagung der Kreissynode Wied am Samstag (8. November 2025) wurde in Dierdorf ein Foto der Pfarrerinnen im Kirchenkreis Wied im Talar aufgenommen. Anlass ist das Erinnern an die rechtliche Gleichstellung von Frauen im Pfarramt, die im Januar 1975 von der damaligen Landessynode beschlossen wurde. Zuvor prägte die Auffassung, die evangelische Theologie sei ein Männerbereich, über Jahrzehnte das Bild vom Pfarramt.

Historischer Hintergrund
Lange Zeit hatten Theologinnen mit Vorbehalten und rechtlichen Hürden zu kämpfen. Sie verdienten weniger als männliche Kollegen und mussten bei Heirat den Beruf aufgeben. Der Zugang zum Pfarramt wurde nur in kleinen Schritten geöffnet, verbunden mit Abstufungen und Einschränkungen. Bereits die Ausbildung war ungleich: Seit 1908 war in Preußen zwar das Universitätsstudium für Frauen möglich, das 1. Theologische Examen blieb jedoch Männern vorbehalten.

Gleichstellung 1975
Mit dem Beschluss der Landessynode im Januar 1975 erhielten Frauen und Männer im Pfarrdienst rechtlich die gleichen Bedingungen. Damit wurde anerkannt, dass die gleiche theologische Ausbildung zur gleichen Arbeit führt. Der Beschluss markierte eine Zäsur, die gewachsene Vorbehalte nicht sofort beseitigte, aber verbindliche Regeln schuf und den Zugang zum Amt normalisierte.



Wirkungen und Widerstände
Auch nach 1975 blieb Veränderung ein Prozess. In Gemeinden kam es zu Kirchenaustritten, wenn eine Pfarrerin gewählt wurde. Angehörige lehnten Bestattungen durch Pfarrerinnen ab. Leitungsfunktionen wurden erst allmählich erreicht. 1992 wurde Hannelore Häusler als erste Superintendentin zur Leiterin eines rheinischen Kirchenkreises gewählt und setzte einen sichtbaren Schritt auf dem Weg in Führungspositionen.

Heutige Situation
In 37 Kirchenkreisen der rheinischen Kirche gibt es derzeit elf Superintendentinnen. Das zeigt eine fortschreitende Öffnung, zugleich bleibt Führungsverantwortung ein Feld, das kontinuierlich weiterentwickelt wird. Das Jubiläum lenkt den Blick auf die Normalität von Frauen auf der Kanzel und darauf, wie selbstverständlich heutige Strukturen wirken, die vor wenigen Jahrzehnten umstritten waren.

Erinnern im Kirchenkreis Wied
Das Synodenfoto in Dierdorf unterstreicht die Bedeutung des Jahrestages. Es macht sichtbar, wie Präsenz im Amt gewachsen ist und wie sich Gleichstellung in der Praxis zeigt. Die Erinnerung verbindet historische Einsicht mit einem aktuellen Signal für Verlässlichkeit im Pfarrdienst.(PM/bearbeitet durch Red)


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