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Pressemitteilung vom 18.10.2025    

Nicole nörgelt … über immer wieder verschobenes Rentenalter

Von Nicole

Schon seit Jahren ist jedem klar denkenden Menschen eins klar – auch für den, der sein ganzes Leben brav gearbeitet hat und immer schön brav seine Beiträge in die Rentenkasse abgeführt hat, gibt es nicht mehr genug Geld für die eigentlich wohlverdiente Rente.

(Symbolfoto: Pixabay)

GLOSSE! Das Generationenmodell, das 1957 eingeführt wurde, war gut gedacht und hat auch lange funktioniert, aber leider wurden die eingezahlten Gelder der erwerbstätigen Generation, die die Renten der aktuellen Rentner finanzieren sollten, nur noch zum Teil für die Rente genutzt. Stattdessen wurde sich fleißig aus der Rentenkasse bedient, um die Löcher in anderen Bereichen zu stopfen.

Das schwarze Loch
Kurz bevor jetzt die sogenannte und immer viel beschimpfte Babyboomer-Generation sich auf ihren Renteneintritt vorbereitet, wird den Verantwortlichen wohl ganz plötzlich klar, dass sie es gar nicht leisten können, dass diese Generation nach 45 oder mehr Jahren Arbeit in Rente geht. Denn es fehlt nicht nur an allen Ecken und Kanten an Fachkräften, es fehlt leider auch das Geld, um diesen Menschen ihre erarbeitete Rente zu bezahlen, denn das ist ja leider in zahlreichen schwarzen Löchern verschwunden.

Guter Rat ist wohl teuer
In den 1990er Jahren lag das Rentenniveau noch bei deutlich über 50% des letzten Nettoeinkommens, wurde es seitdem kontinuierlich weiter abgesenkt und liegt aktuell nur noch bei 48% des letzten Nettoeinkommens. Gleichzeitig wurde das Renteneintrittsalter bereits auf 67 Jahre angehoben und glaubt man unseren Politikern, so soll es weiter schrittweise bis auf 70 Jahre und darüber hinaus angehoben werden. Weil die Menschen ja alle länger leben und das System sich die vielen Rentner gar nicht leisten kann.

Der Fehler im System
Liebe Politiker, wir müssen nicht über längere Lebensarbeitszeit und späteren Renteneintritt einer Generation diskutieren, die nach ihrem Schulabschluss und Wehrdienst direkt mit Ausbildung oder Studium begonnen hat und seitdem ohne Unterbrechung arbeitet – ohne Elternzeit, Auslandsjahr, Sonderurlaub - und dieses System mit ihren Beiträgen finanziert. Vielleicht reden wir lieber über die Beiträge derer, die entweder noch nie gearbeitet haben und sich einfach nur auf dem Rücken der arbeitenden Gesellschaft ausruhen oder nach drei abgebrochenen Studiengängen und diversen Chill Out-Zeiten erst mit Mitte Dreißig überhaupt anfangen zu arbeiten. Bevor sie dann zwei Jahre später wieder in Elternzeit gehen. Nicht die Generation, die mit 65 Jahren oft schon länger als 45 Jahre gearbeitet und eingezahlt hat, muss länger arbeiten. Nein, wer erst mit 35 Jahren überhaupt anfängt zu arbeiten, der muss leider auch länger arbeiten, um die 45 Jahre zu erreichen.




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Mal ganz abgesehen davon, dass die lieben Politiker uns vielleicht mal erklären sollten, wie ein Schichtarbeiter in einer Produktionsfirma, eine Krankenschwester, ein Handwerker und all die Leute, die ihr ganzes Leben unter Einsatz ihrer Gesundheit schwere körperliche Arbeit verrichtet haben, diese noch mit 70 Jahren machen sollen. Das mag vielleicht in einer Verwaltung funktionieren, wo ja auch noch im Homeoffice gearbeitet werden kann, aber bestimmt nicht auf dem Bau, in der Produktion oder im Krankenhaus. Oder es wird höchste Zeit, dass arbeitstaugliche Rollatoren auf den Markt kommen, damit Pfleger und Bewohner künftig um die Wette durch die Gänge humpeln können. Einerseits wird gefordert, dass die Fahrtauglichkeit älterer Menschen durch Gesundheitschecks überprüft wird, aber andererseits sollen die Leute weit über das Rentenalter hinaus arbeiten. Klasse Idee, die können ja dann mit ihrem Rollator zum Arbeitsplatz schieben.

Die Politiker, die das vorschlagen, sind herzlich eingeladen, selbst einmal über Jahrzehnte körperliche Arbeit und Schichtdienst zu verrichten. Aber wenn man die Leute einfach solange arbeiten schickt, bis sie während der Arbeit tot umfallen, hat man gleichzeitig das Rentenproblem elegant gelöst. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

In diesem Sinne, liebe Politiker, setzen Sie Ihre Anstrengungen mal daran, all die Leute in Lohn und Brot zu bringen, die dieses System nur für ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen ausbeuten. Denn leider kann diese Gesellschaft nicht nur mit Verwaltung und Politik existieren, sie braucht auch ein paar Leute, die die Arbeit machen.

Ihre Nicole

Definition einer Glosse
Als Glosse wird ein kurzer journalistischer Text bezeichnet, in dem sich der Autor mit aktuellen Nachrichten auf satirische Art und Weise auseinandersetzt. Die Themen einer Glosse können sowohl gesellschaftlich wichtig als auch witzig oder kurios sein.


Mehr dazu:   Nicole nörgelt  
Lokales: Puderbach & Umgebung
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