Der ewige Kampf mit der Werbung - Sind Adblocker die Lösung, oder nicht?
RATGEBER | Hinweis: Dieser Artikel ist für ein erwachsenes Publikum bestimmt und behandelt Themen (beinhaltet ggf. Links), die sich an Personen ab 18 Jahren richten. Wer heute im Netz unterwegs ist, wird selten von störungsfreien Seiten begrüßt. Autoplay-Videos, grelle Banner und Tracking-Cookies sind für viele längst ein Grund, die Nerven zu verlieren. Kein Wunder also, dass Adblocker ihren festen Platz im Alltag von Millionen Nutzern haben. Sie schaffen ein ruhigeres, schnelleres Surferlebnis – und sind damit Ausdruck einer klaren Haltung: Werbung ja, aber bitte in Maßen. Studien zeigen, dass inzwischen rund ein Drittel der Internetnutzer regelmäßig auf Blocker zurückgreift. Besonders die junge, digital affine Generation hat keine Lust, sich von penetranten Anzeigen ausbremsen zu lassen.

Wie Adblocker technisch arbeiten
Aber wie funktionieren Adblocker eigentlich? Bisweilen war das Prinzip relativ simpel: Die Software verwendete einfach regelmäßig aktualisierte Filterlisten, die bekannte Domains, Skripte oder Seitenelemente blockieren. Dadurch wurden Banner oder eingeschobene Werbevideos geblockt und das Laden von Webseiten lief sogar aufgrund von weniger Skripten deutlich schneller. Auch Tracking-Vorgänge wurden deaktiviert, was vielen Nutzern, denen Datenschutz wichtig war, zusagte. Ein paar Nutzer gehen noch einen Schritt weiter und setzen auf Pi-Hole oder ähnliche Lösungen, die direkt im Heimnetzwerk arbeiten. Dort werden unerwünschte Anfragen schon auf DNS-Ebene für alle Geräte zur gleichen Zeit aussortiert – und das ist ein großer Vorteil.
Im Jahr 2025 hat Google die Dinge mit der Umstellung auf Manifest V3 im Chrome-Browser leider wesentlich komplizierter gemacht. Beinahe alle Betreiber von Adblockern mussten massiv umstellen, und einige Funktionen wurden eingeschränkt. Der Zyklus läuft so immer weiter. Adblocker werden immer besser, Werbung zu blocken; Werbetreibende steuern gegen und ändern ihre Vorgehensweise, nur damit Adblock-Betreiber wieder aufholen und dann geht es von vorne los.
Rechtliche Einordnung in Deutschland
Die rechtliche Lage in Deutschland zum Thema Adblocker ist kompliziert. Währende Der Bundesgerichthof 2018 entschieden hatte, dass Werbeblocker grundsätzlich zulässig sind - sehr zur Beruhigung von Eyeo, die hinter Adblock Plus stehen - rückte 7 Jahre später mit dem Urheberrecht ein weiterer Gesichtspunkt in den Fokus der Debatte.
Ein neues BGH-Urteil deutete an, dass bestimmte Blocker-Funktionen durchaus Rechte verletzen könnten, etwa wenn sie tief in die Programmstruktur von Webseiten eingreifen. Die endgültige Entscheidung liegt nun beim Oberlandesgericht Hamburg. Für Nutzer heißt das: Ad-Blocker bleiben erlaubt, rechtliche Unsicherheiten betreffen in erster Linie die Anbieter. Trotzdem zeigt die Entwicklung, wie sensibel das Thema inzwischen geworden ist.
Warum Menschen blocken – und Publisher gegensteuern
Auch wenn es zunächst offensichtlich zu sein scheint, weshalb Nutzer Werbungen blocken wollen, gibt es darüber hinaus noch andere Motivationen. Natürlich ist es nervig, wenn Werbungen andauernd das Spiel oder die Serie unterbricht, die man gerade konsumieren will. Aber auch Datenvolumen und Data-Tracking spielen eine große Rolle. Wer unterwegs mit dem Handy eine Serie schaut, will nicht, dass sein Datenvolumen darüber hinaus durch störende Werbung aufgebraucht wird. Und auch wenn das nicht der ursprüngliche Nutzen war, bieten beinahe alle gängigen Blocker heutzutage auch Anti-Tracking-Skripte an, um Verbrauchern in Sachen Datenschutz ein wenig Kontrolle zurückzugeben.
Die gängige Antwort darauf waren bis jetzt Adblock- oder Pay-Walls, die Inhalte erst freigeben, wenn man den Adblocker deaktiviert oder ein Abo abschließt. Der letztere Absatz wurde beispielsweise von YouTube mit großem Erfolg durchgesetzt. Wichtig war dabei, dass es für das Abo "YouTube-Premium" nicht nur keine Werbung mehr gab, sondern auch zusätzliche Features, wie YouTube Music, das Überspringen von Product-Placements oder das Abspielen von Videos im Hintergrund. All diese Features sind in gängigen Adblocker-Modellen nicht enthalten.
Doch die Industrie entwickelt sich weiter und heute wird das Konzept von "Accetable Ads" immer etablierter. Der Grundgedanke: Nutzer haben kein Problem mit Werbung, solange sie nicht zu aufdringlich und häufig ist.
Freiheit im digitalen Raum
Das Bedürfnis nach Selbstbestimmung beeinflusst schon lange nicht mehr nur den Umgang mit Werbung, sondern den gesamten digitalen Raum. Nutzer wollen selbst bestimmen, wie sie Inhalte konsumieren, welche Daten sie teilen und welche Einschränkungen sie akzeptieren. Sei es das Streamen ohne Werbeunterbrechung, das Gaming ohne zeitliche Limits oder der flexible Zugriff auf Finanz-Apps – die Ansprüche sind eindeutig: digitale Dienste sollten so frei wie möglich sein.
Dieser Trend ist auch im Glücksspiel zu beobachten. Während deutsche Anbieter an strenge Regeln gebunden sind, werben ausländische Plattformen teilweise mit Online Casinos ohne Spielbeschränkungen. Hier entfallen etwa die Pflicht zu Pausen oder Einsatzlimits, was zwar mehr Freiheit ermöglicht, aber auch Risiken mit sich bringt. Und diese Risiken zu kennen ist wichtig. Klar, ermöglichen solche freieren Ansätze mehr Komfort und Spielspaß, aber man muss seine Limits gut kennen, um diese auch sicher genießen zu können. Im digitalen Alltag hat jeder die Freiheit zu entscheiden, wie viel Regulierung er akzeptiert – und wie viel Risiko er bereit ist, für ein ungebundenes Erlebnis einzugehen.
Risiken und Nebenwirkungen
Natürlich ist nicht alles eitel Sonnenschein. Wer einen Blocker installiert, kann auf Webseiten stoßen, die schlicht nicht mehr richtig funktionieren. Manche Dienste sperren Nutzer mit aktiven Blockern komplett aus, andere lassen sie nur über Umwege zu. Hinzu kommt die Gefahr durch unseriöse Erweiterungen. Nicht jede App im Store ist vertrauenswürdig; im schlimmsten Fall fangen sich Nutzer Schadsoftware ein. Deshalb gilt: lieber zu bekannten Lösungen greifen und auf regelmäßige Updates achten.
Ein weiteres Thema ist die Abhängigkeit von technischen Standards. Die Veränderungen durch Manifest V3 zeigen, dass ein einziger Plattform-Entscheid ganze Ökosysteme durcheinander bringen kann. Wer langfristig Ruhe haben möchte, kombiniert Browser-Blocker mit netzwerkweiten Lösungen – auch wenn diese für Laien etwas komplizierter einzurichten sind.
Der Blick nach vorn
Die Werbebranche weiß, dass das alte Modell der grellen Banner und Pop-ups ausgedient hat. Immer mehr Unternehmen setzen auf kontextuelle Anzeigen, die sich besser ins Nutzererlebnis einfügen. Gleichzeitig gewinnt die Creator Economy an Gewicht: Sponsoring, Produktplatzierungen und Abo-Modelle sorgen für neue Einnahmequellen, die ohne klassische Werbeformen auskommen. Für Nutzer bleibt entscheidend, dass sie selbst mitbestimmen können, wie viel Werbung sie akzeptieren. (prm)
Hinweis zu den Risiken von Glücksspielen:
Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst und nutzen Sie bei Bedarf Hilfsangebote wie die Suchtberatung (Link: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung - Glücksspielsucht).
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