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Pressemitteilung vom 20.08.2025    

CDU-Generalsekretär Linnemann drängt auf Reformen bei Sozialversicherungen

Die Diskussion um die Zukunft der Sozialversicherungen nimmt Fahrt auf. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann sieht dringenden Handlungsbedarf, während der Vorstoß einer Kontaktgebühr beim Arztbesuch für Kontroversen sorgt.

CDU Bundesvorstand. (Foto: Michael Kappeler/dpa)

Rheinland-Pfalz. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann betont die Notwendigkeit von Reformen im Bereich der Sozialversicherungen, ohne jedoch der eigens dafür eingerichteten Kommission vorzugreifen. "Wir werden Reformen machen müssen, gerade bei den Sozialversicherungen, weil die Lohnnebenkosten uns abhauen", erklärte Linnemann am Rande einer Klausurtagung der CDU Rheinland-Pfalz in Mainz. Die genaue Richtung der Änderungen sei noch offen, da eine Kommission sich mit diesen Themen befasse.

Zuvor hatte Steffen Kampeter, Geschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, angesichts steigender Zusatzbeiträge bei den Krankenkassen für eine Kontaktgebühr beim Arztbesuch plädiert. Er argumentierte im "Berlin Playbook"-Podcast von "Politico", dass eine solche Gebühr die Krankenversicherungsbeiträge stabilisieren könnte, indem sie zu einer stärkeren Patientensteuerung führt. Ziel sei es, "Ärzte-Hopping zu begrenzen".

Linnemann äußerte sich zurückhaltend zu spezifischen Maßnahmen, machte jedoch deutlich, dass die Sozialversicherungsbeiträge zu hoch seien und dies besonders die Arbeitnehmer belaste. "Wir haben keine Probleme mit Bruttolöhnen, sondern mit Nettolöhnen, und deswegen müssen wir da 'ran." Grundsätzlich müsse die Eigenverantwortung gestärkt werden. Zudem stellte er die Sinnhaftigkeit der telefonischen Krankschreibung infrage: "Wir werden auch darüber reden, ob die telefonische Krankschreibung so sinnvoll ist oder ob man nicht sagt, wenn man krank ist, muss man zum Arzt gehen."



Der Sozialverband SoVD kritisierte den Vorschlag der Arbeitgeber scharf. Die Vorsitzende Michaela Engelmeier nannte die Forderung "unsolidarisch", da sie chronisch kranke Menschen übermäßig belasten würde. Menschen mit geringem Einkommen könnten notwendige Arztbesuche vermeiden, was zu verschleppten oder spät behandelten Erkrankungen führe. Dies verursache letztlich höhere Kosten und belaste die Solidargemeinschaft zusätzlich. Zudem entstehe ein bürokratischer Mehraufwand in den Praxen, der zulasten der Behandlungszeit gehe. (dpa/bearbeitet durch Red)


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