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Nachricht vom 19.08.2025    

Bildungsreform in Rheinland-Pfalz: Mehr Förderung, weniger Druck für Schüler

In Rheinland-Pfalz stehen zum Schuljahr 2025/2026 Änderungen an. Bildungsminister Sven Teuber hat eine Reform vorgestellt, die den Druck auf Schüler verringern soll. Doch nicht jeder ist von den geplanten Maßnahmen überzeugt.

(Foto: Arne Dedert/dpa)

Rheinland-Pfalz. Ab dem Schuljahr 2025/2026 werden in Rheinland-Pfalz unangekündigte Hausaufgabenüberprüfungen abgeschafft. Diese Entscheidung ist Teil einer umfassenden Reform der Lern- und Prüfungskultur, die Bildungsminister Sven Teuber (SPD) initiiert hat. Ziel der Reform ist es, den schulischen Druck zu reduzieren und das Potenzial der Schüler besser zu fördern.

Bildungsminister Teuber betont: "Nicht weniger Leistung, sondern das Entfalten, Fördern und Entwickeln von Potenzialen zu Kompetenzen ist unser Ziel - nicht durch Druck, sondern durch gute Vorbereitungsmöglichkeiten." Laut dem Schulbarometer 2025 empfinden immer mehr Kinder und Jugendliche die Schule als belastend. Um dem entgegenzuwirken, setzt das Ministerium auf Beziehungsarbeit, Freude am Lernen sowie zeitgemäße Feedback- und Prüfungskulturen.

Lehrer und Schüler
Die Zahl der Lehrkräfte in Rheinland-Pfalz ist um 470 gestiegen, womit nun insgesamt 45.000 Pädagogen im Einsatz sind. Ein Hauptaugenmerk liegt in diesem Schuljahr laut Teuber auf dem gestiegenen Bedarf in der Inklusion: Die dafür vorgesehenen 80 Stellen verteilten sich auf Schwerpunktschulen, Förder- und Beratungszentren und das Berufsvorbereitungsjahr mit inklusivem Unterricht. In diesem Zusammenhang sollen auch weitere 120 Stellen für Lehrkräfte zum Februar nächsten Jahres zur Verfügung stehen, um dem gestiegenen Bedarf gezielt zu decken.



Rund 39.900 neue Erstklässler starten zum Schuljahr 2025/2026 in den Unterricht in Rheinland-Pfalz. Das sind rund 1.150 Kinder weniger im Vergleich zum vergangenen Schuljahr.

Trotz eines Rückgangs bei den Erstklässlern erhöht sich die Gesamtzahl der Schüler um rund 5.800 auf rund 550.400 Kinder und Jugendliche an den Schulen im Land. Diese verteilen sich auf 440.500 an allgemeinbildenden Schulen und 109.900 an berufsbildenden Schulen. Die Zahl der Schulen in Rheinland-Pfalz liegt bei 1.658, darunter sind 162 berufsbildende Schulen.

Digitalisierung und Ganztagsangebote
Ein KI-Lernassistent wird im neuen Schuljahr pilotiert, um Lehrkräfte im Fach Deutsch bei der Unterrichtsvorbereitung zu unterstützen. Mit "SAFE" steht zudem ein sicherer, datenschutzkonformer Onlinespeicher zur Verfügung. Alle Lehrkräfte erhalten außerdem eine landesweit einheitliche Dienst-E-Mail-Adresse.

Die Zahl der Ganztagsschulen in Rheinland-Pfalz steigt auf 665, darunter 357 Grundschulen. Insgesamt verfügen mittlerweile rund 1.300 allgemeinbildende Schulen im Land über Ganztagsangebote.

Reaktionen auf die Ankündigungen
Die GEW begrüßt den Wegfall der unangekündigten Leistungsnachweise ausdrücklich, da diese Prüfungen Angst und Leistungsdruck verstärkten. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) sieht ebenfalls positive Effekte für die Lernatmosphäre. Der Philologenverband äußerte jedoch Kritik: Lehrkräften werde damit die Fähigkeit abgesprochen, selbst passende Formen der Leistungsüberprüfung zu wählen. Die CDU-Landtagsfraktion sieht in der neuen Regelung einen Misstrauensbeweis gegenüber Lehrkräften und warnt vor negativen Auswirkungen auf das kontinuierliche Lernen. (dpa/bearbeitet durch Red)


Mehr dazu:   Kinder & Jugend  
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