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Pressemitteilung vom 12.08.2025    

Frauen in Not: Beratungsstellen in Neuwied bieten Schutz und Perspektiven

In Neuwied besuchten die SPD-Landtagsabgeordneten Susanne Müller und Lana Horstmann zwei wichtige Beratungsstellen, die sich für den Schutz von Frauen einsetzen. Ihre Gespräche mit den Verantwortlichen offenbarten erschreckende Wahrheiten über Gewalt und Zwang im Prostitutionsmilieu.

Lana Horstmann und Susanne Müller besuchen Beratungsstellen in Neuwied. Von links: Lana Horstmann, Bettina Kneisler (Projekt Schattentöchter), Jasmin Metzker (Haus Eileen) und Susanne Müller (Foto: Lana Horstmann)

Neuwied. Eine Frau meldet sich beim Gewerbeamt als Prostituierte an, begleitet vom Bordellbetreiber. Die Mitarbeiterin fragt leise: "Geht es Ihnen gut?" - und plötzlich brechen alle Dämme. Solche Situationen schilderte Betty Kneisler, Vorsitzende von Projekt Schattentöchter e.V., den SPD-Landtagsabgeordneten Susanne Müller und Lana Horstmann bei ihrem Besuch der Beratungsstellen Projekt Schattentöchter e.V. und "EILEEN" vom Bethelzentrum e.V. in Neuwied. "Eine Frage kann manchmal eine Menge bewegen", so Kneisler.

Die beiden Abgeordneten, Mitglieder im Gleichstellungsausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags, informierten sich über die Lage von Frauen, die von Gewalt, Abhängigkeit, Wohnungslosigkeit oder Ausbeutung betroffen sind - insbesondere im Kontext von Prostitution und Menschenhandel. "Wir brauchen ein realistisches Bild davon, was viele Frauen im Prostitutionsmilieu tatsächlich erleben", betonte Müller. Die Rückmeldungen aus der Praxis zeigen, dass der Anteil von Frauen, die freiwillig und ohne Gewalt arbeiten, verschwindend gering ist. Vielmehr erfolgt die Anmeldung oft unter Kontrolle von Bordellbetreibern - von Freiwilligkeit kann nur selten die Rede sein.

Hilfe beim Ausstieg
Projekt Schattentöchter e.V. setzt sich konsequent gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel ein. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung von Frauen, die aus der Prostitution aussteigen möchten. Der Verein betreibt ein Aussteigerhaus, das den betroffenen Frauen einen geschützten Lebensraum bietet, um den Ausstieg zu bewältigen und ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen. Zusätzlich erhalten die Frauen umfassende Beratung, Begleitung und individuelle Unterstützung bei ihrer sozialen und persönlichen Neuorientierung. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die Aufklärung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit über die Realität von Prostitution und Menschenhandel. Der Verein befürwortet die Einführung des sogenannten "Nordischen Modells", das Freier sanktioniert und betroffene Frauen gezielt beim Ausstieg unterstützt.

Schutz und Unterstützung
"Diese Begegnungen zeigen, wie wichtig es ist, genau hinzuschauen", erklärte Lana Horstmann. "Wir müssen Missstände offen ansprechen und Frauen stärken." "EILEEN" vom Bethelzentrum e.V. bietet Frauen aus Gewaltsituationen Schutz und Unterstützung. Das zentrale Angebot ist ein niedrigschwelliges Notwohnen, das Frauen in akuten Krisen Wohnraum und Sicherheit bietet. Die Beratungsstelle "Steh auf" koordiniert umfassende Hilfen wie Bereitstellung von Wohnraum, individuelle Beratung, psychosoziale Begleitung und Vermittlung zu weiterführenden Unterstützungsangeboten. Darüber hinaus fördert "EILEEN" die soziale Integration der Frauen durch gemeinsame Frühstücke und Freizeitaktivitäten im Rahmen der #mitDir-Initiativen, die Gemeinschaft und Halt schaffen.




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Zwei Projekte, ein Ziel
Obwohl Projekt Schattentöchter e.V. und "EILEEN" vom Bethelzentrum e.V. im selben Haus ansässig sind, arbeiten beide Vereine eigenständig mit klar unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen, ergänzen sich aber in ihrem gemeinsamen Ziel: Frauen wirksam vor Gewalt zu schützen und ihnen Hilfe zu bieten. Beide Organisationen engagieren sich zudem in Präventions- und Aufklärungsarbeit und fordern mehr Sensibilisierung in Gesellschaft, Polizei, Verwaltung und Bildungseinrichtungen. Gewalt gegen Frauen, Zwangsprostitution und Menschenhandel müssten klarer benannt und entschieden bekämpft werden.

Die Abgeordneten kündigten an, die Impulse aus den Gesprächen in ihre parlamentarische Arbeit einfließen zu lassen - mit Blick auf besseren Schutz, wirksame Gesetzgebung und starke Beratungsstrukturen. Die Diskussion um die Einführung des Nordischen Modells ist noch nicht abgeschlossen, ebenso wie die Evaluation des Prostituiertenschutzgesetzes, das nun in verschiedenen Gremien beraten wird. "Wir stehen fest an der Seite der betroffenen Frauen und sind froh, dass wir mit dem Landesaktionsplan einen umfangreichen Maßnahmenplan haben, der uns helfen wird, Gewalt gegen Frauen und Mädchen wirksam zu bekämpfen - wenn nicht sogar zu verhindern. Wir bleiben dran", betonten Müller und Horstmann abschließend. (PM/Red)


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