Werbung

Nachricht vom 03.08.2025    

Neues Namensrecht in Rheinland-Pfalz: Mehr Flexibilität, aber auch Unsicherheiten

Seit dem 1. Mai gilt in Deutschland ein neues Namensrecht, das mehr Möglichkeiten für Doppelnamen und Namensänderungen bietet. Doch in Rheinland-Pfalz zeigt sich bisher nur eine verhaltene Resonanz. Die Reform bringt nicht den erhofften Ansturm, sondern vielmehr Unsicherheiten mit sich.

Namensrecht. Foto: Patrick Pleul/dpa

Mainz. In Mainz wurden seit der Einführung des neuen Namensrechts 50 Ehenamen neu bestimmt und 45 Namensänderungen bei Kindern vorgenommen. "Der Wunsch nach Doppelnamen ist überschaubar und hält sich eher in Grenzen", so das Standesamt. Besonders volljährige Kinder und Minderjährige nach Scheidungen nutzen die neuen Optionen. Missverständnisse über die Regelungen sind jedoch keine Seltenheit, wie Sprecher Ralf Peterhanwahr berichtet.

In Ludwigshafen erhielten zehn Kinder einen Doppelnamen als Geburtsname, drei Ehepaare entschieden sich dafür als Ehename. Auch hier blieb der große Run aus. Viele Hoffnungen auf freie Namenswahl werden enttäuscht, da die neuen Regelungen oft missverstanden werden, insbesondere im internationalen Namensrecht - Gerichte müssen teils eingebunden werden.

Koblenz berichtet von ähnlichen Trends ohne genaue Zahlen, da diese nicht separat erfasst werden. Vor allem Stief- und Scheidungskinder meldeten sich. Einige Anträge mussten aufgrund gesetzlicher Lücken abgelehnt werden. "Manche Fälle sind gesetzlich nicht geregelt, da brauchen wir dringend Klarstellungen vom Bund", heißt es vom Standesamt.

In Trier stieg das Interesse am neuen Namensrecht spürbar an. Zwischen Mai und Juli wurden etwa 30 Ehenamen und 52 Namen von Kindern beurkundet. Viele wünschen Änderungen, die nicht möglich sind, was zu erhöhtem Beratungsaufwand führt. Eine Stadtsprecherin hofft auf eine Vereinfachung des Namensrechts.



Ein ähnliches Bild zeigt sich in Kaiserslautern mit rund 20 Fällen von Doppelnamen und 25 Namensänderungen bei Stief- und Scheidungskindern. Der Irrglaube, dass nahezu jede Namenswahl möglich sei, sorgt für viele Anfragen, die das Gesetz nicht hergibt.

In Idar-Oberstein wurden zehn Anträge nach neuem Recht bearbeitet, darunter zwei Doppelnamen bei Geburt und drei Rückbenennungen. Das Interesse an Doppelnamen bleibt gering, viele Wünsche bleiben unerfüllt, da vieles weiterhin gesetzlich nicht vorgesehen ist.

Bad Kreuznach registrierte 25 Anträge im Zusammenhang mit der Reform. Obwohl die Zahl der Beurkundungen mit Doppelnamen leicht gestiegen ist, bleibt das Interesse insgesamt ruhig. "Die Leute sind gut informiert", sagt eine Sprecherin, und das Gesetz wird selten falsch interpretiert. (dpa/bearbeitet durch Red)


Mehr dazu:   Gesellschaft  
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Rheinland-Pfalz


Wechselhaftes Wetter in Rheinland-Pfalz zum Wochenstart

In Rheinland-Pfalz zeigt sich das Wetter zu Beginn der Woche von seiner launischen Seite. Während die ...

Flussbestattungen in Rheinland-Pfalz: Eine neue, aber noch wenig nachgefragte Bestattungsform

Seit fast einem dreiviertel Jahr sind Flussbestattungen in Rheinland-Pfalz möglich. Diese neue Art der ...

Preis für Zivilcourage sucht mutige Helfer in Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz werden Menschen gesucht, die in schwierigen Situationen nicht weggesehen haben. Mit ...

Temperaturanstieg in Rheinland-Pfalz erwartet: Sonne und Wolken im Wechsel

Nach einem wechselhaften Wochenende mit einer Mischung aus Sonne, Wolken und vereinzelten Schauern steigen ...

Wohnungslosigkeit in Rheinland-Pfalz: Marias Weg aus der Abwärtsspirale

Maria, eine 38-jährige Litauerin, kämpft darum, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Ihre Geschichte ...

Kritik an GKV-Reform: Dr. Christoph Gensch fordert Bund zur Kostenübernahme auf

Die geplanten Einsparungen im Gesundheitswesen stoßen auf heftige Kritik. Dr. Christoph Gensch, Vorsitzender ...

Weitere Artikel


Alkoholeinfluss führt zu Unfall auf der L265

Am frühen Morgen des 2. August ereignete sich auf der L265 zwischen Urbach und Oberhonnefeld ein Verkehrsunfall. ...

Mann uriniert in Linienbus - Polizei sucht Zeugen

In Neuwied kam es am Abend des 1. August zu einem ungewöhnlichen Vorfall in einem Linienbus. Ein Mann ...

Verkehrsunfall in Rheinbreitbach: Zwei Personen verletzt

Am Nachmittag des 1. August ereignete sich in Rheinbreitbach ein Verkehrsunfall, bei dem zwei Personen ...

3. Interkulturelles Gartenfest in Flammersfeld: Wetterkapriolen sorgten für "Umzug"

Am Samstag (2. August) hatten die Organisatoren, namentlich "Mach mit Flammersfeld", die Flüchtlingshilfe ...

Yoga im Schlosspark: Lions Club lädt zu besonderen Einheiten in Neuwied ein

Der Lions Club Neuwied-Andernach organisiert im August zwei besondere Veranstaltungen im Rahmen des Programms ...

Schnelle Rettung aus dem Rhein in Oberlahnstein

Ein dramatischer Einsatz ereignete sich am Samstagvormittag (2. August) in Oberlahnstein. Eine Person ...

Werbung