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Pressemitteilung vom 01.08.2025    

Schlechtwetter-Sommer: Gastronomie in Rheinland-Pfalz unter Druck

Der verregnete Sommer setzt der Gastronomie in Rheinland-Pfalz erheblich zu. Die Branche steht vor großen Herausforderungen, da Regen und kühle Temperaturen das wichtige Geschäft während der Hauptsaison beeinträchtigen.

Regenwetter. (Foto: Britta Pedersen/dpa)

Rheinland-Pfalz. Die Gastronomie in Rheinland-Pfalz schlägt Alarm angesichts des anhaltend schlechten Wetters. "Der Juli war schlicht und einfach eine Katastrophe", erklärte Gereon Haumann, Präsident des Dehoga-Landesverbands, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Besonders die Außengastronomie leide massiv unter den Wetterbedingungen, was sich negativ auf die Einnahmen auswirkt. Nach einem vielversprechenden Juni waren die Erwartungen hoch, doch viele Gäste stornieren nun ihre Urlaube oder buchen kurzfristig ins Ausland um. In Regionen wie an der Mosel, wo die Saison bis September reicht, sind die Verluste besonders schmerzlich.

Fünf Jahre infolge Verluste
Haumann warnt eindringlich vor den wirtschaftlichen Folgen: "Wir haben fünf Verlustjahre hinter uns. Rheinland-Pfalz ist dem Statistischen Bundesamt zufolge bei den Auslastungszahlen der Hotelbetriebe ohnehin Schlusslicht in Deutschland. Wenn jetzt auch noch der Sommer ausfällt, wird das für viele Betriebe existenzbedrohend."

Die Branche fordert dringend politische Unterstützung, insbesondere durch die Einführung der reduzierten Mehrwertsteuer auf Speisen ab 1. Januar 2026. Erleichterungen wie verlängerte Außenöffnungszeiten in Mainz bis Mitternacht werden begrüßt, doch helfen sie wenig, wenn das Wetter nicht mitspielt. Dennoch sieht Haumann darin einen Hoffnungsschimmer: "Jetzt muss die Politik liefern, damit nicht noch mehr öffentliche Wohnzimmer vom Markt verschwinden."



Personalplanung deutlich erschwert
Neben den unmittelbaren Umsatzverlusten erschwert das Wetter auch die langfristige Planung. "Solche negativen Erfahrungen wirken sich direkt auf die Buchungslage fürs nächste Jahr aus", so Haumann. Auch die Beschäftigung qualifizierter Fachkräfte wird dadurch schwieriger. "Wer Biergärten mit Hunderten Plätzen betreibt, braucht im Sommer ausreichend Personal. Doch wenn der Umsatz fehlt, können wir die Leute bald nicht mehr halten."

Der Verband appelliert an Bund und Land, die Betriebe nicht allein zu lassen. "Wir sind kein Sorgenkind aus eigener Schuld", betont Haumann. "Wir kämpfen mit den Nachwirkungen der Pandemie, den Preissteigerungen infolge des Ukraine-Kriegs und einem Wetter, das den Sommer kaputt macht. Wenn nichts passiert, droht ein massives Gaststättensterben in Rheinland-Pfalz."
(dpa/bearbeitet durch Red)


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