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Nachricht vom 17.06.2025    

Doppelmord in Bad Breisig: Emotionale Aussage des Bruders eines Opfers

Von Wolfgang Rabsch

Im Prozess um den Doppelmord von Bad Breisig sorgte die Aussage eines Angehörigen für emotionale Momente. Der Bruder eines der Opfer schilderte den Verlust und die Auswirkungen auf seine Familie.

(Foto: Wolfgang Rabsch)

Koblenz. Im letzten Artikel der Kuriere, der sich mit dem Doppelmord in Bad Breisig befasste, wurde nicht nur über die Angeklagten geschrieben, sondern auch versucht, die Leiden der Angehörigen der Ermordeten in Worte zu fassen. In der Fortsetzungsverhandlung (Montag, 16. Juni), sagte der Bruder des 28-jährigen Opfers aus.

Angeklagt ist ein Doppelmord
Die Staatsanwaltschaft legt der 51-jährigen Angeklagten und dem 41-jährigen Angeklagten in zwei Fällen, jeweils gemeinschaftlichen Mord in Tateinheit mit gemeinschaftlichem Raub mit Todesfolge zur Last. Die Tötung der beiden Geschädigten sollen die Angeklagten jeweils aus Habgier, heimtückisch, sowie zur Ermöglichung einer anderen Straftat begangen haben. Tatort war ein Haus in Bad Breisig. Die Leichen der beiden Männer transportierten die Angeklagten gemeinsam anschließend in einer Holzkiste zu einem Maar in der Eifel, entzündeten dort die Holzkiste mit Heizöl, wodurch beide Opfer bis zur Unkenntlichkeit verbrannten.

Der 51-jährige Angeklagte gestand zu Beginn der Hauptverhandlung vor der 14. Strafkammer beim Landgericht Koblenz, die Morde allein begangen zu haben. Seine Geliebte wäre nicht dabei gewesen, sie hätte oben im Wohnzimmer gesessen, als er unten im Keller die beiden Männer mit einem Vorschlaghammer und einem Fäustel erschlug. Sie hätten aber gemeinsam Reinigungsmittel in einem Drogeriemarkt gekauft, um die Blutspuren im Keller zu beseitigen.

Mangelnde Kontrolle durch die Entziehungsanstalt
Therapeuten aus dem Klinikum, in dem der Angeklagte im Maßregelvollzug untergebracht war, sagten aus, dass der Angeklagte 2023 aus der Klinik geflohen war und erst im Rahmen einer Fahndung gefunden werden konnte. Danach hätte es keine Lockerungen mehr gegeben, aber als das Verhalten des Angeklagten sich besserte, war man damit einverstanden, dass er im Rahmen von Resozialisierungsmaßnahmen eine Praktikumsstelle bei einer Zaunbaufirma in Bad Breisig antreten könne. Es wurden keine weiteren Überprüfungen durchgeführt, wo er sich während des Praktikums aufhalten würde, zudem hatte er eine falsche Adresse angegeben und hat das Praktikum überhaupt nicht begonnen. Die Klinik war großzügig, bevor er sich nach Bad Breisig absetzte, wurden ihm noch 300 Euro für das Ticket und Verpflegung und weitere 100 Euro für ein Handy gegeben.




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Die Aussage des Bruders eines Ermordeten
Am Montag (16. Juni) war der Bruder des 28-jährigen Opfers als Zeuge geladen, dessen Aussage (fast) jeden im Sitzungssaal tief beeindruckte. Zu dem Zeugen ist zu sagen, dass er zusammen mit seinem Vater als Nebenkläger bei der letzten Hauptverhandlung anwesend war und seinen Vater häufig tröstend in den Arm nahm, als dieser weinte und schluchzte, als grausame Details der Morde erörtert worden sind.

Man kann es schon Ironie des Schicksals nennen, dass der Zeuge, lediglich durch einen Tisch getrennt, etwa zwei Meter entfernt von den Angeklagten saß, praktisch auf Augenhöhe. Ihm war anzumerken, dass er versuchte, seine Emotionen zu kontrollieren, um nicht zusammenzubrechen. Wörtlich sagte er: "Mein Bruder war der Anker in meinem Leben, ich habe sogar acht Jahre mit ihm zusammen in einer Wohngemeinschaft gelebt. Er war ein Familienmensch, der immer versucht hat, die Familie zusammenzuhalten und zu unterstützen. Die ganze Familie leidet extrem unter seinem Verlust, auch sein sechsjähriger Sohn. Ich bin zurzeit Soldat und bin bei der Bundeswehr auf unbestimmte Zeit krankgeschrieben, da ich versuchen soll, mithilfe einer Therapie, mein Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Ich bekomme sofort Herz -und Kopfschmerzen, wenn ich durch einen Gegenstand oder ein Wort an meinen Bruder erinnert werde. Bei der Bundeswehr darf ich zurzeit keinen Lkw fahren und auch nicht mit Waffen arbeiten. Im Moment lebe ich bei meinem Vater."

Während der Aussage des Zeugen waren keinerlei Regungen bei den Angeklagten feststellbar, stoisch und hörten sie der Aussage zu. Der Prozess wird am 20. Juni 2025 fortgesetzt. (Wolfgang Rabsch)


Mehr dazu:   Gerichtsartikel  
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