Werbung

Pressemitteilung vom 01.06.2025    

Illegale Geschäfte mit Flensburger Punkten: ADAC fordert schärfere Maßnahmen

Ein fragwürdiges Geschäftsmodell sorgt für Aufsehen: Der illegale Handel mit Flensburger Punkten. Von einem Großteil der Bevölkerung unbemerkt birgt dieser Handel erhebliches Potenzial zur Umgehung von Fahrverboten.

Symbolfoto veröffentlicht vom ADAC. (Quelle: Stockfotos-MG - stock.adobe.com)

Rheinland-Pfalz. Wer im Straßenverkehr schwere Verstöße begeht, muss mit einer Eintragung im Flensburger Punkteregister und einem möglichen Fahrverbot rechnen. Bei acht Punkten gilt ein Fahrer als ungeeignet, ein Fahrzeug zu führen, was zum Entzug der Fahrerlaubnis führt. Um dies zu verhindern, bieten sogenannte Punktehändler ihre Dienste an: Gegen Bezahlung übernehmen Dritte die Punkte anderer Verkehrsteilnehmer. Dieses Vorgehen wird durch eine Gesetzeslücke ermöglicht, die der ADAC Mittelrhein im Sinne der Verkehrssicherheit geschlossen sehen möchte.

Laut einer ADAC-Umfrage ist der gewerbliche Punktehandel nur 25 Prozent der Autofahrer bekannt. Unter denen, die bereits Punkte haben, kennt fast die Hälfte (43 Prozent) diese Praxis. Für den ADAC ist dies ein klares Zeichen, dass die Bundesregierung handeln muss, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Die Mehrheit der Befragten (72 Prozent) spricht sich für eine Bestrafung des Punktehandels aus, während lediglich 12 Prozent ihn akzeptieren. Besonders unter Fahrern mit Punkten fordert knapp die Hälfte (48 Prozent) konsequente Strafen, während 35 Prozent dies nicht befürworten. Etwa die Hälfte dieser Gruppe würde den Service der Punktehändler nutzen, wenn keine rechtlichen Konsequenzen drohen.



Der ADAC betont, dass für die Bekämpfung des Punktehandels ausreichend Personal in den Bußgeldstellen notwendig ist, um das Risiko der Entdeckung bei Behördentäuschungen zu erhöhen. Zudem setzt sich der ADAC seit Langem dafür ein, den Punktehandel zu sanktionieren. Auch das Bayerische Polizeiverwaltungsamt unterstützt Sanktionen gegen diese Praxis. Neben hohen Bußgeldern könnten auch Internetdomains der Händler gesperrt werden. Bei einem Verbot wäre bereits das Anbieten solcher Dienstleistungen unzulässig, und alle Beteiligten könnten bestraft werden.

"Die bisherige Rechtslage lässt Schlupflöcher zu, die den illegalen Punktehandel begünstigen. Der ADAC rät aus Gründen der Verkehrssicherheit dringend von jeder Form des Punktehandels ab. Das Punktesystem hat sich im Zusammenspiel mit Bußgeldern und Fahrverboten als wirksames Instrument bewährt, um auffällige Verkehrsteilnehmer zu sanktionieren. Wer einen Verstoß begeht, muss auch selbst die Konsequenzen tragen. Dabei spricht sich ADAC für einen hohen Bußgeldrahmen von bis zu 30.000 Euro aus. Dies würde aus unserer Sicht abschrecken und solche Geschäfte unattraktiv machen", sagt Jürgen Verheul, Clubsyndikus des ADAC Mittelrhein e.V. (PM/Red)


Mehr dazu:   Blaulicht   Auto & Verkehr  
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Rheinland-Pfalz


Sonderurlaub für Landesbeamte in Rheinland-Pfalz sorgt für Diskussionen

In Rheinland-Pfalz entfacht ein Fall von Sonderurlaub für eine Beamtin des Innenministeriums eine hitzige ...

Frauen in Rheinland-Pfalz: Längeres Leben, weniger Chefposten

Am Sonntag, 8. März, wird weltweit der Internationale Frauentag begangen. Dies ist ein Anlass, einen ...

Unternehmen im Visier: CEO-Fraud in Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz sind Unternehmen Ziel von Betrügern geworden, die sich als Führungskräfte ausgeben. ...

Sonnige Tage und frostige Nächte in Rheinland-Pfalz erwartet

Am Wochenende zeigt sich das Wetter in Rheinland-Pfalz von seiner frühlingshaften Seite, doch die Nächte ...

Ministerpräsidentenkonferenz fordert Maßnahmen gegen hohe Spritpreise und mehr Sicherheit in Zügen

Die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) hat in Berlin konkrete Forderungen an die Bundesregierung gestellt. ...

Kommunen in der Finanzkrise - Soforthilfe gefordert

Die finanzielle Situation vieler Kommunen ist kritisch. Sie fordern dringend Unterstützung vom Bund, ...

Weitere Artikel


Erneuter Fund von Asbestplatten im Wald bei Girgenrath

Am Sonntag (1. Juni) entdeckte ein aufmerksamer Bürger erneut illegal entsorgte Asbestplatten in einem ...

Städte kämpfen gegen Kippenflut - Strafen bis zu 250 Euro

Zigarettenstummel sind mehr als nur lästiger Abfall. Sie stellen ein ernsthaftes Umweltproblem dar und ...

Vom Fußballplatz auf die Tanzfläche: Petra und Eckis Discofox-Erfolg

Petra Lahnstein aus Molsberg und Ecki May aus Neuwied haben im Discofox ihre gemeinsame Leidenschaft ...

Ein Experiment enthüllt Risiken neuer Gentechnik durch Künstliche Intelligenz

In EU-Gremien wird derzeit über die Lockerung des Gentechnik-Rechts verhandelt. Ein Experiment von Umweltschutzorganisationen ...

Jonathan Baschek gewinnt mit innovativer Datenbrille "Jugend forscht"-Bundeswettbewerb

Jonathan Baschek, ein 16-jähriger Schüler aus Koblenz, hat beim renommierten "Jugend forscht"-Wettbewerb ...

Wahnsinnig witzig: Marco Rima begeisterte mit Extraklasse-Comedy in Ransbach-Baumbach

Marco Rima, der Ur-Schweizer, der auch "Godfather der Schweizer Comedy" genannt wird, ist nach längerer ...

Werbung