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Nachricht vom 26.05.2025    

Wie alte Medikamente richtig entsorgt werden sollten

Die Entsorgung alter Medikamente erfordert besondere Sorgfalt. Falsch entsorgte Arzneimittel können erhebliche Umweltschäden verursachen. Doch wie geht man korrekt vor?

Entsorgung abgelaufener Medikamente in einer Apotheke. Foto: Monika Skolimowska/dpa

Mainz. Noch alten Hustensaft gefunden oder Tabletten im Badschrank entdeckt? Bei der Entsorgung von Arzneimitteln ist besondere Vorsicht geboten. Klar ist: In die Toilette oder die Spüle gehören sie nicht. Wie sollten übrige oder abgelaufene Medikamente entsorgt werden? Es gibt verschiedene Wege, je nach der Regelung vor Ort. Diese kann auf der Homepage www.arzneimittelentsorgung.de eingesehen werden, auf die auch das Umweltbundesamt verweist. Man kann dort einen Landkreis oder eine kreisfreie Stadt auswählen und erhält die möglichen Entsorgungswege angezeigt. Das kann der Restmüll sein. Einige Gemeinden bieten Schadstoffmobile oder Schadstoffsammelstellen an, bei denen Medikamente abgegeben werden können. Eine weitere Möglichkeit sind Recyclinghöfe.

Flüssige Arznei wie Hustensäfte sollte samt Verpackung entsorgt, Flaschen nicht ausgespült werden. So empfiehlt es das Bundesgesundheitsministerium. Auch Taschentücher, mit denen Salbe abgewischt wurde, sollten in den Restmüll und nicht ins Klo. Die Rückgabe für spezielle Arzneimittel wie Krebsmedikamente sollte laut Bundesumweltministerium bei einem Arzt, Apotheker oder Abfallentsorger erfragt werden. Für die Entsorgung von Medikamenten für Haustiere gelten übrigens die gleichen Regeln, wie das Bundesumweltministerium erklärt.

Einige Apotheken nehmen auf freiwilliger Basis Medikamente an. Das ist jedoch keine Pflicht für sie und somit nicht überall so. Am besten fragt man vorher in der eigenen Apotheke an, ob es einen solchen Service gibt.



Warum sollen Medikamente nicht in den Abfluss oder ins Klo? Vor allem, weil sie für Pflanzen und Tiere in Gewässern eine Gefahr darstellen können. Ein Risiko für Menschen besteht laut Bundesumweltministerium zunächst nicht, weil die gemessenen Konzentrationen der Wirkstoffe von Medikamenten unterhalb der therapeutisch wirksamen Dosen liegen. Allerdings könnten Rückstände beispielsweise über belastete Fische in die menschliche Nahrungskette gelangen. Ein großer Anteil der von Menschen aufgenommenen Medikamente wird unverändert mit dem Urin oder beim Stuhlgang ausgeschieden, die Belastung durch solche Rückstände im Wasser lässt sich also schlicht nicht verhindern. Umso wichtiger sei es, dass nicht noch mehr durch das unbedachte Entsorgen ins Abwasser gelange.

Was findet sich so alles in der Umwelt? Dazu gibt es laut Bundesumweltministerium kein umfassendes Monitoring, es dürften aber Tausende Stoffe sein. Forschungsprojekte oder Untersuchungen haben gezeigt, dass zum Beispiel jodierte Röntgenkontrastmittel, das Antiepileptikum Carbamazepin, das Schmerzmittel Diclofenac, das Antibiotikum Sulfamethoxazol, Lipidsenker, also Medikamente zur Einstellung von Cholesterinwerten, Beta-Blocker zum Senken des Blutdrucks oder synthetische Hormone wie etwa die Antibabypille besonders häufig nachgewiesen werden. (dpa/bearbeitet durch Red)


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