Werbung

Nachricht vom 08.05.2025    

Rheinland-Pfalz plant, Verfassungstreuepflicht im öffentlichen Dienst zu überarbeiten

Die Einstufung der AfD als gesichert rechtsextremistisch durch das Bundesamt für Verfassungsschutz wirft neue Fragen zur Verfassungstreue im öffentlichen Dienst auf. Rheinland-Pfalz reagiert darauf mit einer geplanten Überarbeitung der Verwaltungsvorschriften.

(Foto: Arne Dedert/dpa)

Mainz. Rheinland-Pfalz plant, die Verwaltungsvorschrift zur Verfassungstreue im öffentlichen Dienst neu zu gestalten. "Künftig soll jeder Bewerber vor der Einstellung erklären, die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes anzuerkennen, sie mit dem eigenen Verhalten zu wahren und sich aktiv für ihren Erhalt einzusetzen", erklärte ein Sprecher des Innenministeriums in Mainz.

Bereits vor der offiziellen Einstufung der AfD als gesichert rechtsextremistisch wurde mit der Überarbeitung begonnen. Ziel ist es, klare Rechtsgrundlagen zu schaffen, um konsequenter gegen Verfassungsfeinde vorgehen zu können. Dieses Thema wird auch auf der Innenministerkonferenz im Juni behandelt, da eine bundeseinheitliche Vorgehensweise angestrebt wird.

Zukünftig sollen Bewerber zusätzlich versichern, keiner extremistischen Organisation anzugehören oder angehört zu haben. Eine Anlage zur Verwaltungsvorschrift enthält eine nicht abschließende Liste solcher Organisationen, die nun auch die AfD umfasst.



Polizisten tragen besondere Verantwortung
Bei der Polizei erfolgt vor der Einstellung eine umfassende Sicherheits- und Zuverlässigkeitsüberprüfung. Die Pflicht zur Verfassungstreue wird regelmäßig thematisiert. "Sofern Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Einstellungen oder Aktivitäten bekannt werden, werden im Rahmen einer Null-Toleranz-Strategie dienstrechtliche Maßnahmen geprüft."

Die neue rechtliche Bewertung durch die AfD-Einstufung betrifft auch den öffentlichen Dienst. Eine aktive Betätigung in der AfD kann disziplinar- oder einstellungsrechtliche Konsequenzen für Beamte haben, wenn konkrete Hinweise auf fehlende Verfassungstreue vorliegen. Die bloße Parteimitgliedschaft allein reicht dafür jedoch nicht aus. "Eine pauschale Überprüfung aller Mitarbeitenden auf ihre politische Gesinnung ist weder rechtlich vorgesehen noch verfassungsrechtlich haltbar."

(dpa/bearbeitet durch Red)


Mehr dazu:   AfD   Politik & Wahlen  
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Rheinland-Pfalz


Kampagne #mehrAchtung startet in Rheinland-Pfalz mit Fokus auf Straßenbetriebsdienst

Mit dem Start der bundesweiten Kampagne #mehrAchtung setzt Rheinland-Pfalz ein Zeichen für mehr Rücksicht ...

Rheinland-Pfalz positioniert sich geschlossen gegen Teilzeit-Einschränkungen

Der rheinland-pfälzische Landtag hat sich einstimmig gegen den Vorschlag der Mittelstands- und Wirtschaftsunion ...

Tarifstreit im Bildungssektor: Warnstreiks in Rheinland-Pfalz erwartet

Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes stehen im Februar neue Verhandlungen an. Bis dahin könnten ...

Karneval in Rheinland-Pfalz: Nachwuchsmangel bei Büttenrednern

Die traditionelle Büttenrede, ein fester Bestandteil des rheinischen Karnevals, gerät zunehmend in Bedrängnis. ...

Personalmangel in Kitas: Rheinland-Pfalz unter Druck

Eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung offenbart erhebliche Defizite bei der Personalausstattung ...

Krankenkasse sieht keinen signifikanten Anstieg von Krankenmeldungen per Telefon

Der Bundeskanzler hat den Krankenstand in Deutschland ins Visier genommen. Besonders in Rheinland-Pfalz ...

Weitere Artikel


Internationaler Schlag gegen kriminelle Bande: Festnahmen und Durchsuchungen

Am Donnerstag (8. Mai) führten die Frankfurter Polizei und die spanische "Policia Nacional" koordinierte ...

Überarbeitung des Ladenöffnungsgesetzes: CDU schlägt zwei verkaufsoffene Sonntage ohne speziellen Anlass vor

Die Diskussion um das Ladenöffnungsgesetz in Rheinland-Pfalz nimmt Fahrt auf. Vertreter der Industrie- ...

Neuer Name für Neuwieder Krankenhaus: Haus St. Matthias

Das ehemalige DRK-Krankenhaus in Neuwied hat einen neuen Namen erhalten. Nach einem internen Wettbewerb ...

Wohnungslosenhilfe in Neuwied: Spatenstich für Das neue "Schöppche"

In Neuwied entsteht ein Neubau, der die Wohnungslosenhilfe auf ein neues Niveau heben soll. Der symbolische ...

Große Chancen für Kunsthandwerker in Rheinland-Pfalz: Staatspreis 2025

Die Handwerkskammer Koblenz und das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz ...

Neue Heizungsdebatte: Was wird aus dem Gebäudeenergiegesetz?

Die Ankündigungen der neuen Bundesregierung zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) sorgen für ...

Werbung