Werbung

Nachricht vom 12.01.2025    

Puderbachs Gemeinderat lehnt Steuererhöhung ab

Von Wolfgang Tischler

In einer entscheidenden Sitzung des Ortsgemeinderats in Puderbach wurde über die Zukunft der Grundsteuer debattiert. Trotz finanzieller Herausforderungen entschied sich der Rat gegen eine Erhöhung der Hebesätze.

Symbolfoto: Wolfgang Tischler

Puderbach. In der Dezembersitzung stimmte der Ortsgemeinderat von Puderbach mit 13 zu fünf Stimmen und einer Enthaltung gegen die vorgeschlagene Anhebung der Grund- und Gewerbesteuer. Diese Entscheidung fiel im Kontext der bundesweiten Grundsteuerreform, die aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2018 notwendig wurde. Das Gericht hatte festgestellt, dass die bisherige Berechnungsformel verfassungswidrig sei, da sie zu Ungleichbehandlungen führte.

Die Verwaltung von Puderbach stellte eine Schätzung vor, die eine deutliche steuerliche Entlastung für Bürger und Gewerbe versprach. Um jedoch die bisherigen Einnahmen aufrechtzuerhalten, schlug sie eine Erhöhung der Hebesätze vor. FWG-Bürgermeister Oliver Klein argumentierte dagegen und verwies auf die bereits gestiegenen Belastungen durch frühere Steueranhebungen und andere kommunale Abgaben wie den wiederkehrenden Beitrag zum Straßenausbau. Er betonte die Notwendigkeit, die neuen niedrigeren Grundstücksbewertungen anzuerkennen und über Einsparungen nachzudenken.

Oliver Klein sagte dazu: "Die Grundstücke in Puderbach werden mit der neuen Formel deutlich niedriger bewertet. Das sollten wir anerkennen, auch wenn es uns im Haushalt natürlich vor Herausforderungen stellt. Aber es geht auch um Glaubwürdigkeit. Wir sollten über Einsparungen und die Umlage reden." Der Haushaltsplan der Ortsgemeinde beläuft sich auf rund vier Millionen Euro, wobei nur ein kleiner Teil (etwa zehn Prozent) bei der Gemeinde verbleibt. Klein forderte alle Beteiligten auf, zur Schließung der Einnahmelücke beizutragen, und sprach sich dafür aus, belastbare Zahlen abzuwarten, bevor mögliche Hebesatzerhöhungen beschlossen werden.



Auch in anderen Städten wie Koblenz und Mainz wurden ähnliche Entscheidungen getroffen. Die Landesregierung in Rheinland-Pfalz möchte, dass die Kommunen das Problem vor Ort lösen und in 2025 keine Mehr- oder Mindereinnahmen durch die Grundsteuer ausweisen. Kommunen mit niedriger bewerteten Grundstücken müssten auf diese Grundstücke also die Hebesätze anheben. Kommunen mit wertvolleren Grundstücken müssten die Hebesätze absenken. Wer sich erinnert, dass das Bundesverfassungsgericht auch eine „gerechtere“ Grundsteuer angemahnt hatte, mag sich verwundert die Augen reiben. Aber vielleicht wird auch gar nicht so viel gesenkt, wie gesenkt werden müsste. Denn in Rheinland-Pfalz würden sich Kommunen, die die Hebesätze absenken, im Kommunalen Finanzausgleich möglicherweise schlechter stellen und draufzahlen. Der Anreiz ist also begrenzt.

Umfangreiche Information zur Grundsteuer gibt es beim Landesamt für Steuern Rheinland-Pfalz. woti


Lokales: Puderbach & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Politik


Rechte Manipulation im Fokus: Erfolgreicher Informationsabend in Neuwied

Am Abend des 27. Januar 2026 lud der Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen Neuwied zu einer aufschlussreichen ...

Landrat Hallerbach besucht Bürgermeister Fischer in Rengsdorf

Der Antrittsbesuch von Landrat Achim Hallerbach bei Bürgermeister Pierre Fischer im Rathaus der Verbandsgemeinde ...

Rheinland-Pfalz bleibt Schlusslicht im Bundesländerindex

Eine aktuelle Studie des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung zeigt, dass Rheinland-Pfalz ...

Bendorf: Jugendbeiratssitze für engagierte junge Köpfe frei

In Bendorf wird der Jugendbeirat neu gewählt, und engagierte junge Menschen haben die Chance, sich aktiv ...

Erneute Gesprächsrunde im Turm mit prominenten Gästen

Nach dem erfolgreichen Auftakt von "Talk im Turm" im vergangenen Jahr, steht eine Fortsetzung bevor. ...

Grünes Licht für Friedrichshof - Neuwieds Wirtschaft im Aufwind

Nach langem Warten ist es endlich soweit: Die Stadt Neuwied kann das Gewerbegebiet Friedrichshof weiterentwickeln. ...

Weitere Artikel


Ehrengarde der Stadt Neuwied präsentierte sich

Die Ehrengarde der Stadt Neuwied ist ein fester Bestandteil des regionalen Karnevals. Mit ihren verschiedenen ...

Kaum zu toppende Herrensitzung der "Närrischen Ritter" in Herschbach

Der Jubel der annähernd 600 närrischen Männer in der Hergispachhalle in Herschbach/Uww kannte keine Grenzen, ...

Fahrzeugführer in Linz am Rhein unter Drogeneinfluss gestoppt

Am Samstagnachmittag (11. Januar) wurde ein junger Mann aus der Verbandsgemeinde Linz von der Polizei ...

Finanzwissen stärken: Kostenlose Online-Vorträge in der "Fokuswoche Geld"

Vom 27. bis 31. Januar laden die Verbraucherzentralen zu einer Reihe kostenfreier Online-Vorträge ein. ...

Neuwieder Band "TimeOut" kehrt zurück

Nach einem erfolgreichen Auftritt im vergangenen Jahr plant die Neuwieder Band "TimeOut" ein weiteres ...

Spielzeugspende bringt Licht in dunkle Zeiten

Rund um die Weihnachtszeit organisierte die Kita Strünzer Pänz eine besondere Sammelaktion, um benachteiligten ...

Werbung