Werbung

Pressemitteilung vom 05.11.2024    

Windkraft im Konflikt: Naturschutz gegen beschleunigte Entwicklung im Mittelrhein-Westerwald

Die Änderungen des Regionalen Raumordnungsplans Mittelrhein-Westerwald (RROP) haben aus Umweltsicht kontroverse Diskussionen entfacht. Die Ausweisung sogenannter "Beschleunigungsgebiete" für Windenergieanlagen (WEA), ein Prozess, der ohne verpflichtende Artenschutzuntersuchungen durchgeführt wird, steht im Fokus der Kritik.

Symbolbild (Foto: Naturschutzinitiative e.V.)

Region. Im Zuge der Anpassung an neueste Bundesgesetzgebung sind in dem RROP "Beschleunigungsgebiete" ausgewiesen worden. In diesen Gebieten sollen Windenergieanlagen (WEA) errichtet werden, allerdings ohne die sonst üblichen Artenschutzuntersuchungen. Dies lässt befürchten, dass mögliche daraus resultierende Naturschäden weitgehend unbekannt bleiben.

Zuvor hatte das Landesamt für Umwelt (LfU) einen "Fachbeitrag Artenschutz" erarbeitet, der Schwerpunkträume für den Artenschutz identifiziert. Diese sollten bei der Ausweisung von Beschleunigungsgebieten möglichst geschont werden. Die Strategische Umweltprüfung (SUP) zum RROP hat versucht, diese Flächen zu bewerten. Doch die Naturschutzinitiative e.V. (NI) bemängelt, dass es nicht gelingt, erhebliche Umweltbeeinträchtigungen zu vermeiden - sie seien eher die Regel als die Ausnahme.

Die NI weist auch auf die fehlende Steuerungswirkung der Raumordnung hin. Sie argumentiert, dass die Darstellung von Flächen in der Regionalplanung keine Ausschlusswirkung entfaltet und eine ungezügelte Planung der kommunalen Institutionen zur Ausweisung von Wind- und Freiflächen-Photovoltaik (FFPV)-Gebieten stattfindet.



Es gibt keine konfliktarmen Gebiete
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass selbst Gebiete mit hohem Konfliktpotenzial nicht ausgeschlossen werden. Eine Einschätzung nach Aktenlage, dass in einem Raum voraussichtlich keine erheblichen Umweltbeeinträchtigungen zu erwarten sind, wird als unrealistisch angesehen. Die meisten der vorgeschlagenen Gebiete weisen erhebliche Konflikte mit dem Artenschutz, dem Biotopschutz oder dem Landschaftsschutz auf.

Die EU-Kriterien für "Beschleunigungsgebiete", wo mit stark reduziertem Prüfaufwand nur die auszuweisen sind, bei denen keine erheblichen Umweltauswirkungen zu erwarten sind, werden nach Meinung der NI, kaum erfüllt. Zudem wird die Ausweisung von FFPV-Gebieten als inakzeptabel bezeichnet, da naturschutzfachliche Mindeststandards dabei keine Rolle spielen würden.

Die NI fordert, den Vorschlagsteil zu FFPV-Vorbehaltsflächen zu streichen. Sollten im Entwurf des RROP keine wesentlichen Änderungen erfolgen, drohen sie mit einer rechtlichen Prüfung des Regionalen Raumordnungsplans. (PM/red)


Mehr dazu:   Naturschutz  
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Modernisierung der Ticketautomaten im nördlichen Rheinland-Pfalz abgeschlossen

Nach einer umfassenden Modernisierung sind die neuen Fahrausweisautomaten im nördlichen Rheinland-Pfalz ...

Festnahme im "Cold Case"-Fall Amy Lopez: Durchbruch nach über 30 Jahren

Der Mord an der amerikanischen Touristin Amy Lopez im Jahr 1994 schockierte die Region Koblenz. Nach ...

Zeugenaufruf nach riskantem Fahrmanöver in Erpel

Am Montag ereignete sich auf der B 42 in Erpel ein gefährlicher Zwischenfall im Straßenverkehr. Ein dunkler ...

Kulturgenuss für junge Ohren in Windhagen

Windhagen erlebte am Wochenende einen besonderen musikalischen Höhepunkt: Das Kulturteam Windhagen e.V. ...

CDU Irlich lädt ein zum "Jan-Tisch" im Gasthaus Velten

Der CDU-Ortsverband Irlich lädt alle Bürger herzlich zum nächsten politischen Stammtisch ein. Am 27. ...

"Time Out live": Gänsehaut garantiert beim Konzert am 21. März 2026 in Neuwied-Gladbach

Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr kehrt die Neuwieder Band "time out" auf die Bühne zurück. ...

Weitere Artikel


Chöre singen in Thalhausen zugunsten "Kinder in Not"

Am 9. November lädt die Region 2 im Chorverband Rheinland-Pfalz zu einem Benefizkonzert in die Mehrzweckhalle ...

Böschungssicherungsarbeiten an der L 267 bei Puderbach dauern länger als erwartet

Die seit Mitte Oktober laufenden Böschungssicherungsarbeiten im Verlauf der L 267 bei Puderbach werden ...

AKTUALISIERT: Öffentlichkeitsfahndung nach 71-Jährigem in Neuwied beendet

Die seit einigen Tagen laufende Öffentlichkeitsfahndung nach einem vermissten 71-Jährigen aus Neuwied ...

Luftgewehr-Schießen der Linzer Artillerie im Schießstand der Sankt Sebastianus Schützen

Für Ende Oktober 2024 hatte die Linzer Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft die Freunde vom Funken-Korps ...

Verkehrskontrolle in St. Katharinen: Polizei ahndet Gurt- und Handyverstöße

Bei einer stationären Verkehrskontrolle in St. Katharinen hat die Polizeiinspektion Linz am Montagnachmittag ...

50 Jahre Wiedhalle Roßbach

Wer hat nicht schon einmal dort gefeiert, gelacht, getanzt, getagt, Konzerten gelauscht...? Die Rede ...

Werbung