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Nachricht vom 19.02.2012 - 20:30 Uhr    

Noch keine Antwort aus Rom

Bistum Trier wartet auf Entscheidung, wie es mit Pfarrer Michael Verhülsdonk weitergehen soll

Dierdorf. In Rom werden zurzeit nicht nur Bischöfe zu Kardinälen ernannt, sondern auch über die Einsatzfähigkeit und Einsatzmöglichkeiten von einfachen Pastoren entschieden. So momentan über die weitere Verwendung des bisherigen Dierdorfer Pfarrers Michael Verhülsdonk.

Wegen seines Humors und seiner Musikalität war Pfarrer Michael Verhülsdonk (hier bei einem Konzert 2009 im Martin-Butzer-Gymnasium) bei Jugendlichen äußerst beliebt. Foto: Holger Kern

Verhülsdonk war im vorigen Jahr überraschend aus dem Dierdorfer Amt ausgeschieden, nachdem er sich selbst angezeigt hatte wegen eines sexuellen Missbrauchs eines Messdieners vor zehn Jahren bei einer Ferienfreizeit in Gerolstein in der Eifel. Damals war Verhülsdonk noch nicht Pfarrer in Dierdorf gewesen.

Nachdem er Dierdorf im Sommer 2011 verlassen hatte, erfuhr man gerüchteweise, Michael Verhülsdonk sei bei seiner Mutter in Köln untergekommen und wolle keine kirchlichen Ämter mehr verrichten. Später wurde unter unrühmlichen Umständen bekannt, dass der Ex-Pfarrer in Rheinböllen in einem Altenstift Messen zelebriere. Dort hatte er im Dezember 2011 gegen die Auflage des Bistums Trier verstoßen, keine Kirchenveranstaltungen mehr zu leiten, bei denen Öffentlichkeit zugelassen ist.

Laut der Aussage des Pressesprechers des Bistums Trier, Dr. Stephan Kronenburg, verrichtet Michael Verhülsdonk jetzt weiter interne Kirchendienste im Puricelli-Stift in Rheinböllen, allerdings ohne Kontakt zu normalen Kirchenbesuchern. Gleichzeitig wartet man in Trier auf eine Antwort aus Rom über die weitere Verwendung des Dierdorfer Ex-Pfarrers. Ein medizinisch-psychologisches Gutachten über Michael Verhülsdonk wurde im vorigen Jahr nach Rom geschickt, zusammen mit einer Einschätzung des Bistums über seinen Pfarrer auf Abwegen. Eine Antwort aus Rom steht bis heute aus.

Dr. Kronenburg sagte auf Anfrage des NR-Kurier: „In solchen Fällen – mit denen wir zum Glück wenig Erfahrungen haben – ist es zum Beispiel möglich, dass der betroffene Pfarrer weiter kirchliche Aufgaben erfüllen darf mit der Auflage, nicht mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten.“ Wann die Antwort aus Rom kommt und über das weitere Schicksal von Michael Verhülsdonk entschieden wird, wusste auch der Bistums-Sprecher nicht. Holger Kern



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