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Pressemitteilung vom 17.09.2024    

Durchbruch in der Herzmedizin: DRK Krankenhaus Neuwied setzt revolutionäre Ballon-Technologie ein

Ende August wurde im Herzkatheterlabor (HKL) des DRK Krankenhauses Neuwied eine bahnbrechende Innovation in der Behandlung von koronaren Herzerkrankungen vorgestellt. Dank einer neuen Technologie war es möglich, verengte Herzgefäße zu behandeln, ohne dass ein Stent implantiert werden musste. Diese Entwicklung könnte die Zukunft der Kardiologie maßgeblich beeinflussen.

Symbolbild (Foto: Pixabay)

Neuwied. Im DRK Krankenhaus Neuwied kamen erstmals beschichtete Ballons der neuesten Generation zum Einsatz, die mit dem Medikament Sirolimus versehen sind. Dieses Medikament wird bereits erfolgreich in beschichteten Stents verwendet. Das Besondere an dieser neuen Technik ist die Kombination von Sirolimus mit sogenannten Multireservoirs. Diese kleinen, kugelförmigen Reservoirs auf dem Ballon ermöglichen eine präzise und kontrollierte Freisetzung des Medikaments. Dadurch kann eine effektive Behandlung erreicht werden, insbesondere bei schwierigen Gefäßverengungen, wie sie oft in kleineren und peripheren Herzgefäßen auftreten.

Dr. Marek M. Rogowski, Chefarzt der Inneren Medizin II am DRK Krankenhaus Neuwied, beschreibt die Bedeutung dieser Innovation: "Die Beschichtung der Ballons mit Sirolimus stellt einen Meilenstein dar." Während Paclitaxel, ein anderes Medikament, in der Vergangenheit bei Ballons und Stents verwendet wurde, zeige Sirolimus in klinischen Studien bessere Ergebnisse. Die ersten Anwendungen dieser neuen Ballontechnologie habe gezeigt, dass sie mindestens ebenso wirksam sei wie die herkömmlichen Methoden, möglicherweise sogar überlegen.

Im Gegensatz zur klassischen Stent-Implantation bietet der Einsatz beschichteter Ballons mehrere Vorteile. Die Therapiedauer mit blutverdünnenden Medikamenten ist kürzer, was das Risiko von Blutungskomplikationen verringert. Zudem bleibt kein Fremdmaterial im Körper zurück, wodurch das Risiko einer erneuten Verengung reduziert wird. Dr. Rogowski betont: "Die Möglichkeit, kleine und periphere Gefäßverengungen ohne Stent zu behandeln, ist besonders bei Patienten mit anatomisch schwierigen Bedingungen ein großer Vorteil. Es eröffnet uns neue Wege in der individuellen Patientenversorgung."



Aktuell wird die neue Technologie hauptsächlich in zwei Bereichen eingesetzt: zur Behandlung von In-Stent-Restenosen, also erneuten Verengungen in bereits implantierten Stents, und bei der sogenannten small vessel disease, bei der die Herzkranzgefäße besonders klein sind. Diese Methode könnte vielen Patientinnen und Patienten helfen, unnötige Stent-Implantationen zu vermeiden und die damit verbundenen Risiken zu minimieren. Zukünftig könnte diese Technologie auch bei komplexeren Eingriffen eine entscheidende Rolle spielen, indem sie eine Mischung aus Stent- und Ballontherapie ermöglicht und so die Behandlungsergebnisse weiter verbessert. (PM/red)


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