Werbung

Nachricht vom 10.01.2012    

Raubach und Hanroth bleiben beim Nein zum Bau eines Kraftwerks für die Papierfabrik Hedwigsthal

Zweckverbandsmitglieder besiegeln die zuvor in den Gemeinderäten gefassten Beschlüsse

Raubach. Nur eine viertel Stunde dauerte der öffentliche Teil einer Sitzung in Raubach am Dienstagabend (10.1.), mit der die Gemeinden Hanroth und Raubach ihr Nein zum Bau eines Kraftwerks auf dem Gelände der Papierfabrik Hedwigsthal besiegelten. Auf jeden Fall soll ein Müllreste (so genannte Ersatzbrennstoffe, EBS) oder Holz verbrennendes Kraftwerk dort nicht mehr möglich sein. Zuhörer auf der Sitzung interpretierten den gefassten Beschluss hinterher jedoch so, dass zum Beispiel weniger emissionsgefährliche Verbrennungen wie in Gaskraftwerken in Hedwigsthal unter Umständen doch noch möglich sind.

Den Plänen zum Bau eines Kraftwerks auf dem Gelände der Papierfabrik Hedwigsthal haben die Gemeinden Raubach und Hanroth ein Stoppschild vorgesetzt. Foto: Holger Kern

Zusammen gekommen war am Dienstag um 20 Uhr im Raubacher Gemeindesaal der Zweckverband „Industrie- und Gewerbegebiet Hedwigsthal-Hüttenstraße“. In ihm sitzen Delegierte der Gemeinderäte von Raubach und Hanroth. Die Zweckverbandsmitglieder setzen gewöhnlich die zuvor in ihren Gemeinderäten gefassten Beschlüsse um. So war es auch in dieser Sitzung. Sowohl in Raubach wie auch im kleineren, aber noch näher an der Papierfabrik gelegenen Hanroth hatten die Gemeinderäte in vorausgegangenen Zusammenkünften Absichten zum Bau eines EBS-Kraftwerks in der Papierfabrik einen Riegel vorgeschoben.

In dem am 27. September 2011 vom Raubacher Gemeinderat gefassten Beschluss heißt es zum Beispiel: „Der Ortsgemeinderat ist zu der Auffassung gelangt, dass ein verträgliches Nebeneinander von Wohnen und gewerblicher Nutzung, die durch emissionsintensive Anlagen wie Kraftwerke bzw. Verbrennungsanlagen (z.B. Müllverbrennungsanlagen/EBS-Kraftwerke) … erfolgt, nicht möglich ist.“

Genannt wurden als nicht verträglich auch A1-, A2-, A3- und A4-Hölzer nach der Altholzverordnung, PCB-haltiges Altholz und Kohlestaubverbrennungsanlagen. Jede Art dieser Kraftwerksanlagen bringe, heißt es in dem Beschluss vom September, „erhebliche Emissionen“ wie Lärm, Schadstoffe und Staub mit sich und beeinträchtige die Wohnqualität. Außerdem müssten emissionsempfindliche Gewerbebetriebe in dem von dem Bebauungsplan erfassten Gebiet geschützt werden.



Diese Argumente nannte auch der jetzt mit dem Thema befasste Zweckverband als Gründe für seine Entscheidung. Der Beschluss, den Bau eines Kraftwerks in Hedwigsthal nicht zuzulassen, wurde von allen anwesenden Zweckverbandsmitgliedern einstimmig gefasst. Eine Aussprache hatte es über das Thema nicht mehr gegeben. Verbandsgemeindebürgermeister Wolfgang Kunz, der bis zuletzt versucht hatte, zwischen der ablehnenden Haltung der Gemeinden Raubach und Hanroth und den Bauabsichten des Konzerns Metsä Tissue zu vermitteln, nahm an der Sitzung am Dienstagabend als Gast teil, ohne sich zu Wort zu melden. Holger Kern


Lokales: Puderbach & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Zukunftsvisionen für die Linzer Innenstadt

Zahlreiche Interessierte versammelten sich in der Stadthalle Linz, um über die Zukunft der Innenstadt ...

Neue Beratungsstelle für Menschen mit Hirnschädigung in Nassau eröffnet

In Nassau gibt es jetzt eine Anlaufstelle für Menschen mit erworbener Hirnschädigung. Diese Einrichtung ...

Förderung für Ehrenamtliche Bürgerprojekte 2026 in der Raiffeisen-Region

Die Lokale Aktionsgruppe Raiffeisen-Region hat erneut zur Einreichung von Bewerbungen für die Förderung ...

Ist Deutschland für den Ernstfall gerüstet? Experten diskutieren in der Villa Weingärtner

Am 22. April wird in der Villa Weingärtner ein "Europäischer Salon" veranstaltet, der sich mit der Notfall- ...

Lebensfreude im Marienhaus Seniorenzentrum

Anfang März fand im Marienhaus Seniorenzentrum Josef-Ecker-Stift in Neuwied eine besondere Geburtstagsfeier ...

Jugendschutzkontrollen in Bad Honnef: Verstöße aufgedeckt

In Bad Honnef wurden kürzlich Kontrollen zur Einhaltung des Jugendschutzgesetzes durchgeführt. Dabei ...

Weitere Artikel


Selbstständigkeit wird seltener gefördert

Neue gesetzliche Regeln schränken den Gründungszuschuss für Existenzgründer deutlich ein. Darauf macht ...

Polizei warnt vor Betrugsmasche

Die Betrugsmasche ist nicht neu, kommt aber im Bereich des Polizeipräsidiums Koblenz erstmals vor. Betrüger ...

Das AktionsForum Neuwied hat Jochen Tautges als City-Manager eingestellt

Zu seinen Aufgaben zählen die Entwicklung von Qualitätsstandards, die Steigerung der Aufenthalts- und ...

Bären verpflichten Büermann und kooperieren mit den Haien

EHC Neuwied verstärkt sich mit Mittelstürmer Philipp Büermann - Fünf DNL-Spieler der Kölner Haie erhalten ...

Neujahrskonzert des Blasorchesters Maischeid-Stebach

Nicht gewöhnlich: Stimmungsvolle Lieder und Marschmusik in der Großmaischeider Kirche

Großmaischeid. ...

„Wir wollen die Jugendlichen für ihre Arbeit begeistern“

Agentur für Arbeit zeichnet TH. Hennecke GmbH aus Neustadt-Etscheid mit ihrem Ausbildungszertifikat ...

Werbung