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Pressemitteilung vom 03.05.2024    

Bluesfreunde Neuwied organisierten Doppelkonzert mit Kai Strauss und Neal Black

Voll besetztes Haus, Musiker, die ihr Publikum begeisterten - und als Zugabe noch eine inspirierte Jam Session: Der sechste von den Bluesfreunden Neuwied (BFN) im Food Hotel organisierte Blues Summit erfüllte alles, was das Blues-Herz begehrt. Kai Strauss und Neal Black zogen mit ihren jeweiligen Bands alle Register ihres umfassenden Könnens. Und ernteten tosenden Applaus.

Kai Strauss und seine "Electric Blues Allstars" eröffneten den 6. Blues Summit der Bluesfreunde Neuwied. Foto: Bluesfreunde Neuwied/Dennis Schreiber

Neuwied. Den Auftakt des Abends machte Kai Strauss mit den "Electric Blues Allstars" in seiner eigenen, eleganten Art den Blues zum Leben zu erwecken. Mit Songs wie dem souligen "Stand strong together" oder der introspektiven Johnny Copeland-Nummer "Down on my bended knees" zog er das Publikum rasch in seinen Bann. Kein Wunder, brannte er doch in ansonsten fast ausschließlich selbst komponierten Liedern wie "Guest in the house of Blues" oder "Hard life" ein Gitarrenlick-Feuerwerk nach dem anderen ab, unterstrich so seine Virtuosität, ohne sich in Endlos-Soli zu verlieren.

Strauss, der sich auch als eloquenter Erzähler auszeichnete, weiß, auf welche Noten es ankommt. Seine Stimme ist stets kontrolliert, neigt nicht zum Shouten. Zudem spielt Strauss nicht den selbst verliebten Showman, sondern gibt seinen Bandmitgliedern reichlich Gelegenheit, eigene Akzente zu setzen. Das nahm vor allem der herausragende britische Keyboarder Paul Jobson wahr. Er wurde gar zur Überraschung des Abends, als er für "Same old Blues" die Leadvocals übernahm, dabei ebenso mühelos in Falsetttöne aufstieg, wie er zwischen Piano und Orgel wechselte. Eine Performance, die Gospelintensität atmete - und entsprechend gefeiert wurde. Diese Intensität war indes zu viel für Straussens Verstärker, sodass die Band im abschließenden heiß groovenden "Feel so bad" auf die Gitarre verzichten musste, was der aufgeräumten Stimmung im Saal aber keinen Abbruch tat. Sowohl Strauss wie Jobson konnten sich stets auf ihre punktgenau agierende Rhythmusgruppe verlassen. US-Bassist Kevin DuVernay und der deutsche Drummer Henri Jerratsch erwiesen sich als bestens eingespieltes Team.

Dann trat ein echter Weltenbummler in Sachen Blues die Bühne: Neal Black, geboren im texanischen San Antonio, war später mit seinen "Healers" Teil der New Yorker Bluesszene. Nach einem Aufenthalt in Mexiko lebt der Sohn einer deutschen Mutter, von der wohl seine Liebe zum Schnitzel stammt, und eines indianischen Vaters mittlerweile in Frankreich. Black verfügt über ein sehr breit gefächertes Repertoire, er ist im knochentrockenen Texas Blues ebenso zu Hause wie im treibenden Rock oder countryesker Tex-Mex-Borderline-Musik. Der Opener, das stark Latin-infizierte "Alabama Flamenco", atmete beinahe Santana-Feeling.




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Über seine Erfahrungen als kurzzeitiger Gefängnisinsasse berichtete Black im stürmischen "Jail in San Antone". Blacks Interpretation des Robert Johnson-Klassikers "If I had possession over Judgement Day" rührte die Herzen der Zuhörer. Als echter Knaller erwies sich "Pink chainsaw", eine Komposition, die von Bluegrass bis Heavy Metall alle Spielarten umfasst, die das Gitarrenherz begehrt. Eine Nummer, die aber auch dem formidablen Drummer Denis Palatin und dem Honky-Tonk kundigen Pianisten Mike Lattrell Gelegenheit bot, sich auszuzeichnen. Bassist Abder Benachour unterstützte sie mit teils jazzigen Einwürfen. Großer Beifall des Publikums war der Band da sicher. Bei der in ein Country-Rock-Gewand gekleideten Version des Johnny Nash-Hits "I can see clearly now" erwies es sich allerdings nicht als ganz textsicher.

Die "Healers" hatten nicht zu viel versprochen. Jeder, der eventuell vor Konzertbeginn noch ein Zipperlein verspürt haben sollte, war nach dem Tour-de Force-Auftritt von Neal Black und seinen Begleitern geheilt. Es gab jedoch noch eine "Nachbehandlung", als Kai Strauss nochmals die Bühne enterte, um mit den Healers zwei von packenden Gitarrenduellen geprägte Songs, "Worry about you Baby" und "I got the right to love my baby" zu zelebrieren. Blues in Reinkultur. (PM)


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