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Pressemitteilung vom 12.04.2024    

Solwodi Koblenz meldet fast 100 von Gewalt betroffene Frauen

Die Frauenrechtsorganisation "SOLWODI" gibt bekannt, dass sich im vergangenen Jahr 93 Frauen mit Gewalterfahrung an "SOLWODI" in Koblenz gewandt haben. Die Frauen stammten aus 30 verschiedenen Ländern, darunter 13 Syrerinnen, aber auch mehrere Kontaktsuchende aus Bulgarien, Serbien und Afghanistan.

(Symbolbild: pixabay)

Koblenz. Zumeist waren die Frauen von Gewalt und Misshandlungen in nahen sozialen Beziehungen betroffen. "Wir hatten aber auch elf Fälle von anstehender Zwangsverheiratung und sogar zwei Frauen, die von sogenanntem Ehrenmord bedroht waren", erzählt Deborah Sieger, die Leiterin von "SOLWODI" Koblenz. In diesen Fällen muss besonders schnell gehandelt werden, um die Frauen und jungen Mädchen sicher unterzubringen und sie vor dem Zugriff von gewalttätigen Familienmitgliedern zu schützen. "SOLWODI" kann dabei auf ein bundesweites Netz von Fachberatungsstellen und Schutzeinrichtungen zurückgreifen.

"SOLWODI" Koblenz unterhält ein vielfältiges Angebot für von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen. In der Fachberatungsstelle können Klientinnen extern beraten werden. Die Sozialarbeiterinnen bieten psychosoziale Beratung, unterstützen bei aufenthaltsrechtlichen Fragen und Behördenangelegenheiten und vermitteln je nach Bedarf juristischen oder medizinischen Beistand. Das "SOLWODI" Schutzhaus in Koblenz ist auch für die stationäre Aufnahme minderjähriger Mädchen qualifiziert. "Dabei handelt es sich zum Beispiel um Betroffene von Menschenhandel oder angedrohter Zwangsverheiratung", berichtet Sieger. Die Mädchen müssen zu ihrem eigenen Schutz jeden Kontakt mit der Herkunftsfamilie und dem früheren sozialen Umfeld abbrechen, was vielen zunächst sehr schwerfällt. Mit Einfühlungsvermögen und professioneller Kompetenz werden sie von den Sozialarbeiterinnen aufgefangen. Außerdem gibt es sogenannte Trainingswohnungen, in denen die jungen Frauen nach dem Auszug aus dem Schutzhaus erste Schritte in die Selbstständigkeit erproben können. Sie wohnen eigenständig, werden jedoch weiterhin von den Mitarbeiterinnen von "SOLWODI" Koblenz betreut, die ihnen dabei helfen, die vielen Herausforderungen des Alltags zu bewältigen.



Auch in Koblenz trifft "SOLWODI" immer wieder auf Frauen, die von Menschenhandel betroffen sind oder aus der Prostitution aussteigen wollen. Nicht wenige dieser von schwerster Gewalt betroffenen Frauen leiden unter psychischen Beeinträchtigungen bis hin zu posttraumatischen Belastungsstörungen, was eine besondere Herausforderung für die Beratung und Begleitung darstellt. Neuerdings spielt auch digitale Gewalt eine Rolle. So unterstützte "SOLWODI" Koblenz eine junge Frau, deren "Verlobter" kompromittierende Fotos und Videos ins Netz stellte, um sie gefügig zu machen. "Die Gewalterfahrungen sind vielfältig und individuell", fasst es Deborah Sieger zusammen, "wir erarbeiten mit den Frauen bedarfsgerechte Lösungen, die auf die Ressourcen und Kompetenzen der jeweiligen Klientin zugeschnitten sind." Für diese Arbeit ist "SOLWODI" auch auf Spenden angewiesen (IBAN DE80 5709 0000 6536 8930 00).


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