Werbung

Pressemitteilung vom 12.04.2024    

Aktualisiert: Abgelaufenes Ultimatum verschärft Tarifkonflikt - ver.di kündigt erneute Streiks an

Im anhaltenden Tarifstreit zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Vereinigung der Arbeitgeberverbände Verkehrsgewerbe Rheinland-Pfalz e.V. hat sich die Situation weiterhin nicht entspannt. Die Arbeitgeber haben das Ultimatum von ver.di verstreichen lassen, was nun zu einer Fortsetzung der Erzwingungsstreiks führt.

Symbolbild (Quelle: Pixabay)

Region. Die Fronten im Tarifkonflikt zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Vereinigung der Arbeitgeberverbände Verkehrsgewerbe Rheinland-Pfalz e.V. scheinen verhärtet. Die Arbeitgebervertreter ließen das von ver.di aufgestellte Ultimatum verstreichen, ohne ihre Bereitschaft zur Durchführung eines echten Inflationsausgleichs zu signalisieren. Über die Hintergründe und Details der Schwierigkeiten bei den Verhandlungen berichteten die Kuriere an dieser Stelle bereits ausführlich.

"Damit ist der VAV wiederholt nicht auf unsere Forderungen eingegangen und zeigte keinerlei Kompromissbereitschaft. Daher folgt wie bereits am Dienstag angekündigt, die Fortsetzung der Erzwingungsstreiks um zunächst eine weitere Woche", erklärte der zuständige Verhandlungsführer von ver.di, Marko Bärschneider, am Freitag in Mainz.

Erneut keine Schulbusse für eine Woche
Ab Montag, 15. April, werden daher die Tarifbeschäftigten der privaten Omnibusbetriebe von ver.di ab 3 Uhr bis zum Sonntag, 21. April, zu einem einwöchigen Erzwingungsstreik aufgerufen. Die Streikmaßnahmen enden mit der letzten Schicht am genannten Sonntag.

Betroffen sind unter anderem sämtliche Betriebe und Standorte der DB Regio Bus Mitte GmbH, der DB Regio Bus Rhein-Mosel GmbH, der Palatina Bus GmbH, der SVG Scherer Verkehrs GmbH und vielen weiteren Unternehmen des öffentlichen Personennahverkehrs.

Die Streiks werden weite Teile des Landes beeinträchtigen, darunter auch den gesamten Überlandverkehr in den betroffenen Regionen und Gemeinden. Berufspendler- und Schülerverkehr werden in vielen Teilen des Landes in der kommenden Woche ausfallen.

Der Landeselternsprecher wurde von ver.di bereits über die bevorstehenden Einschränkungen informiert.

Eine Demonstration vor dem rheinlandpfälzischen Landtag ist für Donnerstag, 18. April, ab 12.15 Uhr, geplant. Dabei wollen die Beschäftigten an das ihnen gegenüber abgelegte Versprechen der Landesregierung erinnern, einen sogenannten Rheinlandpfalz-Index einzuführen, der zur Beilegung des Konflikts beitragen könnte.



Bundesarbeitsgemeinschaft der ÖPNV-Aufgabenträger tagte
Derweil tagte die Bundesarbeitsgemeinschaft der ÖPNV-Aufgabenträger in Koblenz. Ein ganzer Themenstrauß stand diesmal auf der Tagesordnung, denn die vergangenen Jahre haben den ÖPNV in eine finanzielle Schieflage gebracht: Die Corona-Pandemie haben die Fahrgastzahlen und damit die Fahrgeldeinnahmen bei den Verkehrsunternehmen drastisch sinken lassen. Hinzu kam der Krieg in der Ukraine, der eine Explosion bei den Kraftstoffkosten ausgelöst hat. Ein weiterer Kostentreiber seien die Lohnsteigerungen beim Fahrpersonal im privaten Omnibusgewerbe gewesen. "All dies machte es erforderlich, dass sowohl wir als kommunale Aufgabeträger, aber auch das Land und der Bund finanzielle Rettungsschirme für die Verkehrsunternehmen spannen mussten, die allein bei uns im Landkreis Neuwied zu Mehrkosten in Millionenhöhe geführt haben", betonte Landrat Achim Hallerbach.

"Weiterhin waren wir gezwungen, den gesamten Linienverkehr im Landkreis Neuwied neu zu ordnen und europaweit auszuschreiben, da die Konzessionen von den Verkehrsunternehmen nicht wieder beantragt wurden. Auch dies macht sich deutlich im Kreishaushalt bemerkbar", so Hallerbach weiter.

Neben diesen finanziellen Aspekten hat sich das Plenum weiter mit dem flächendeckend wirkenden Fachkräftemangel im Busgewerbe auseinandergesetzt. Alle Verkehrsunternehmen würden durchgehend beklagen, dass es ihnen kaum mehr möglich sei, bei den vorliegenden Krankenständen die Dienste mit Ersatzfahrern zu besetzen.

Während der Plenumssitzung wurde sehr deutlich, dass es großer Anstrengungen – vor allem finanzieller Art – von allen Seiten bedürfe, den ÖPNV in seiner jetzigen Qualität aufrechtzuerhalten. Will man die klimafreundliche Mobilitätswende erreichen, muss der ÖPNV in die Lange versetzt werden, seinen Beitrag dazu zu leisten. (PM/Red)


Mehr dazu:   Blaulicht   Wirtschaft   Auto & Verkehr  


Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus der Region


DLRG Wasserrettungszug Westerwald-Taunus im Einsatz im Hochwassergebiet Saarland

Altenkirchen / Saarbrücken. Dort standen die Helfer aus dem Westerwald gemeinsam mit zwei weiteren rheinland-pfälzischen ...

Unangepasste Geschwindigkeit führt zu Verkehrsunfall auf regennasser B256 bei Rengsdorf

Rengsdorf. Wie die Polizeidirektion Neuwied/Rhein berichtet, verlor ein Fahrzeugführer aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit ...

Konfirmanden sammeln Spenden für das Tierheim Neuwied

Neuwied. Durch den Verkauf von Waffeln bei der Presbyteriumswahl im Februar kam ein beachtlicher Betrag von 662,38 Euro zusammen. ...

Rockfestival sammelt 12.000 Euro für Andernacher Kindereinrichtungen

Andernach. Nach den erfolgreichen Veranstaltungen der letzten beiden Jahre konnte das diesjährige Festival ANDERNACH ROCKT ...

Das größte private Lego-Stadion der Welt wird in Ockenfels präsentiert

Ockenfels. Das Modell des Rhein-Energie-Stadions besteht aus 500.000 Legosteinen und misst beeindruckende 2,20 x 1,80 Meter. ...

Neuwied radelt einmal um die Welt und weiter

Neuwied. Rund 400 Teilnehmer treten in die Pedale, um gemeinsam ein starkes Zeichen für die Verkehrswende zu setzen. Sie ...

Weitere Artikel


Zwei kuriose Fälle an einem Tag: Drogeneinfluss am Steuer von Fahrern ohne Führerschein

Neuwied. Laut Polizeidirektion Neuwied/Rhein trat der Vorfall am vergangenen Tag (11. April) gegen 13 Uhr erstmals auf. Nach ...

Erneute Straßenschäden durch Baustellenfahrzeuge: SPD Ortsverein Neuwied fordert stärkere Sensibilisierung

Neuwied. In Neuwied sorgt ein weiterer Fall von Straßenschäden für Unruhe. Ein tonnenschwerer Groß-Kranwagen, eingesetzt ...

Berufliche Perspektiven im Berufsbildungswerk Neuwied: BBW lädt zum Aktionstag ein

Neuwied. Ob Staplerfahren in der Lagerlogistik, Stecklinge setzen in der Gärtnerei oder Produktfotografie im E-Commerce: ...

"Regiopole Mittleres Rheinland" stellte sich dem "Arbeitskreis Standort" vor

Region. Bezahlbarer Wohnraum, gute Bildung und Hochschulen sowie hervorragende weiche Standortfaktoren wie Kunst, Kultur ...

21. Runde der "Sterne des Sports" - Sportvereine können sich bewerben

Region. Gesucht werden beispielsweise Initiativen aus den Bereichen Bildung und Qualifikation, Gesundheit und Prävention, ...

Firmenneugründung in Oberraden

Oberraden. Beide Betriebe arbeiten schon viele Jahre zusammen und haben sich nunmehr entschlossen, ihren Vertrieb gemeinsam ...

Werbung