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Pressemitteilung vom 13.12.2023    

Armutsprävention: Neuwied schreitet als "Kinderfreundliche Kommune" voran

Im Rathaus der Stadt Neuwied ist man sich einig: Kinderarmut können wir als Gesellschaft nicht hinnehmen. Was Neuwied dagegen tut, das interessierte kürzlich ein breites Fachpublikum. Das Bundesfamilienministerium hatte Bürgermeister Peter Jung eingeladen, in Berlin über die Projekte der kinderfreundlichen Kommune Neuwied zu berichten.

Bürgermeister Peter Jung stellte in Berlin die Projekte vor, mit denen Neuwied Kinderarmut vorbeugen will. (Foto: Sebastian Rau/BMFSFJ/photothek.de)

Neuwied. Jedes fünfte Kind in Deutschland ist von Armut gefährdet. Das bedeutet weit mehr, als dass im Kleiderschrank selten bekannten Marken zu finden sind. Armutsbetroffene haben schlechtere Bildungschancen, sind vermehrt Gesundheitsgefahren ausgesetzt und können nur eingeschränkt am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilhaben. Der erfolgreiche Ansatz des Kinder- und Jugendbüros Neuwied, ganz unterschiedliche Akteure an einen Tisch zu holen und in diese Runde auch von Armut gefährdete Familien selbst einzuladen, hat sich bis nach Berlin herumgesprochen.

"Wir möchten mit den Betroffenen sprechen und nicht nur über sie - sonst laufen die Verwaltungen Gefahr, an den tatsächlichen Bedarfen vorbeizuplanen", erläuterte Peter Jung den zahlreichen in die Hauptstadt gereisten Bürgermeistern und Fachleuten von Bildungsträgern, Jugend- und Gesundheitsämtern. "Kinderarmut ist ein vielschichtiges Problem, das einen vielschichtigen Lösungsansatz braucht: Finanzielle Hilfe ist ein Aspekt, aber auch Förderung in Sachen Bildung oder Integration und Hilfe bei Erziehungsfragen sind häufig vonnöten", sagt der Sozialdezernent.

Armutsprävention braucht Macher und Mittel
Was in Neuwied bereits rollt, soll nun auch auf Bundesebene umgesetzt werden: Das Familienministerium plant einen Aktionsplan und stellte auf der Fachkonferenz "Armutsprävention vor Ort" erste Eckpunkte vor. In der Deichstadt beschäftigt sich der Zukunftsausschuss derweil damit, wie es nach Ablauf des Förderprogrammes "Zukunftspaket" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, in dessen Rahmen der "Aktionsplan 2023-2026" erstellt wurde, weitergehen kann.



Für den Fall, dass die Förderung nicht fortgesetzt wird, sind bereits Mittel im Haushaltsplan 2024 vorgesehen. Außerdem laufen intensive Gespräche mit Partnern aus der Schul- und Kitasozialarbeit, den Wohlfahrtsverbänden, Sportvereinen und möglichen Geldgebern. "Wir können unsere Kinder und Jugendlichen jetzt nicht hängen lassen", appelliert Oberbürgermeister Jan Einig, und bittet alle, die sich mit ihren Angeboten oder Mitteln für Chancengleichheit einsetzen möchten, Kontakt zum Kinder- und Jugendbüro unter kijub@neuwied.de aufzunehmen.

Ziel des Aktionsplans für Neuwied ist es, benachteiligte Kinder und Jugendliche Selbstwirksamkeit erleben zu lassen und ihre Resilienz zu stärken. Dabei werden auch die Eltern aktiviert, sich einzubringen und eigene Initiativen in ihrer Nachbarschaft, Schule oder Gemeinschaft zu starten. Bürgermeister Peter Jung forderte in Berlin mit klaren Worten mehr Unterstützung vonseiten der Bundesregierung ein. Dem schloss sich das Fachpublikum an und konkretisierte: Bürokratieabbau, gesetzliche Verankerung, Vernetzung und vor allem eine verlässliche Finanzierung solle der Bund leisten, damit kommunale Armutsprävention gelingt. (PM)


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