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Pressemitteilung vom 07.10.2023    

Geschichtsverein Unkel bringt neuen Geschichtsboten heraus

Der Geschichtsverein Unkel (GVU) hat einen neuen Geschichtsboten veröffentlicht. Der 34. Geschichtsbote beschäftigt sich mit der Epoche zwischen dem Ersten Weltkrieg und der Machtergreifung der Nationalsozialisten. In dieser Zeit bestimmte Bürgermeister Josef Decku die Kommunalpolitik in Unkel. Er wurde 1919 auf Lebenszeit ernannt und 1933 von den Nationalsozialisten aus dem Amt gedrängt.

Vor Kurzem lud der Verein zu einer Theatersoirée über Josef Decku ein: von links Prälat Gregor Schwamborn (Werner Geißler), Josef Decku (Wolfgang Ruland) und Hauptlehrer Josef Wies (Wilfried Meitzner). (Foto: privat)

Unkel. Decku wurde 1889 in Köln geboren und war später in der Kommunalverwaltung unter Konrad Adenauer tätig. Wie dieser gehörte Decku dem Zentrum an. In Unkel trieb er vor allem den Ausbau der Infrastruktur voran: Eine Straße nach Bruchhausen und eine Umgehungsstraße wurden gebaut, ebenso die Flutbrücke in Heister. Die Wasserversorgung wurde erweitert, die Schule und das Christinenstift modernisiert. Der Geschichtsbote beleuchtet diese Zeit anhand von Briefen und Dokumenten aus den 1920er Jahren sowie Kurzbiographien wichtiger Zeitgenossen, in denen Mitstreiter und Widersacher Deckus vorgestellt werden. Der Unkeler Stadtarchivar Wilfried Meitzner und Wolfgang Ruland haben zahlreiche Dokumente aus der Zeit der Weimarer Republik gesichtet, über die das Unkeler Archiv verfügt. Wichtige Einblicke lieferten darüber hinaus die Chronik des damaligen Hauptlehrers Peter Josef Wies, Unterlagen der Pfarrgemeinde und Akten aus dem Landeshauptarchiv in Koblenz. Sie sind die Grundlage des Theaterstückes "Josef Decku - Bürgermeister zwischen Weltkrieg und Diktatur", das die Theatergruppe des GVU im Sommer 2022 aufgeführt hat.

Der vollständige Text des Stückes von Gisela Meitzner und Elisabeth Bovy wurde in den Geschichtsboten aufgenommen und durch zahlreiche Fotos ergänzt. Gisela Meitzner, eine entfernte Verwandte Deckus, konnte außerdem auf Berichte aus ihrer Familie zurückgreifen. Die beiden Autorinnen erzählen auch, wie die Idee entwickelt wurde und wie das Theaterstück entstand. Auf der Grundlage des oben erwähnten Quellenmaterials hat Stadtarchivar Wilfried Meitzner eine umfassende Darstellung der Amtszeit Deckus in einem Vortag zusammengefasst, der ebenfalls im GB34 abgedruckt ist.




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Decku war im katholischen Milieu seiner Gemeinde verwurzelt. Er führte die Bürger von Unkel erfolgreich durch schwierige Zeiten: durch Hunger und Wirtschaftskrise nach dem Ersten Weltkrieg, durch drei Hochwasser des Rheins 1919-20, 1924 und 1926, die französischen Besatzung 1921-23 und den Beginn der Weltwirtschaftskrise. Sein Schicksal ist ein Beispiel dafür, wie die nationalsozialistischen Machthaber Funktionsträger, die ihnen im Weg waren, aus ihren Ämtern vertrieben. Dieser Politik fielen zahlreiche Bürgermeister, Landräte, Richter und Polizeibeamte zum Opfer. Nach seiner Vertreibung aus dem Amt widmete sich Decku vor allem seiner Leidenschaft: der Wappenkunde. Schon in den 1920er Jahren hatte er Ortswappen für Bruchhausen und Rheinbreitbach entworfen.

Nach seiner Vertreibung aus dem Amt siedelte Decku mit seiner Familie in das Saarland über und entwickelte sich dort zu einem anerkannten Experten der Heraldik. 1948 erhielt er den Auftrag, das Wappen des neuen Bundeslandes Rheinland-Pfalz zu entwerfen. 1955 erschien sein Standardwerk "Deutsche Länder- und Städtewappen". Decku starb 1974 im Alter von 84 Jahren. Der 34. Unkeler Geschichtsbote ist beim Geschichtsverein, in der Buchabteilung des VorteilCenters und bei Stefan Florian Schädlich in der Frankfurter Straße 25 in Unkel erhältlich. (PM)


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