Werbung

Pressemitteilung vom 27.07.2023    

Kommunale Wärmeplanung: Jan Einig und SWN-Geschäftsführer kritisieren Gesetzesentwurf

Das Bundesbauministerium hat den aktualisierten Gesetzentwurf zur kommunalen Wärmeplanung vorgestellt. SWN-Geschäftsführer Stefan Herschbach und Oberbürgermeister Jan Einig kritisieren den Entwurf scharf: "Weder für die Stadt und die Stadtwerke noch für die Bürger gibt es in den nächsten Jahren Planungssicherheit. Dagegen steigt deutlich das Risiko von Fehlinvestitionen".

(Pixabay)

Neuwied. Der überarbeitete Gesetzentwurf sieht nach Angaben der Stadtwerke Neuwied (SWN) vor, dass Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern bis spätestens Mitte 2026 ihre Wärmeplanungen fertigstellen müssen und kleinere Städte und Gemeinden bis Mitte 2028. "Mit rund 60 Prozent des Energieverbrauchs ist die Wärme der wichtigste Schalter für die Energiewende", so Herschbach. "Dabei hat die Fernwärme eine zentrale Rolle."

Fernwärme heißt: Hausbesitzer haben keine Kessel mehr im Keller, sondern bekommen Wärme über ein Leitungssystem aus einem Heizkraftwerk. Die Kehrseite der Medaille: "Fernwärme ist sehr teuer. Für das Verlegen der Leitungen sprechen wir pro Straße von Beträgen im siebenstelligen Bereich", so der SWN-Chef.

Eine genaue Planung sei also unerlässlich. Doch die geht nicht von heute auf morgen, wie der OB betont: "Der Stadtrat hat einstimmig dafür votiert, einen Förderantrag auf den Weg zu bringen. Immerhin kostet so eine Planung, die sehr komplex ist, etwa 200.000 Euro. Sie beinhaltet eine Bestandsanalyse und einen Maßnahmenkatalog."

Sei die Planung fertig, könnten sich die Neuwieder daran orientieren: Werde das eigene Haus in einigen Jahren an das Fernwärmenetz angeschlossen, müsse man sich über eine neue Heizung oder Wärmepumpe keine Gedanken mehr machen. Herschbach macht jedoch deutlich: "Das macht nur Sinn in dicht besiedelten Gebieten mit vielen Mehrfamilienhäusern, wo Wärmepumpen, Solaranlagen schwierig oder gar nicht zu installieren sind."



Dies im ganzen Stadtgebiet zu realisieren, sei utopisch: "Zweckmäßigkeit und Finanzierbarkeit müssen Schritt halten. Schließlich können wir auch nicht die ganze Stadt aufreißen. Wir sprechen von 800 Straßen im Stadtgebiet." Zudem brauche es für den Ausbau wegen der immensen Kosten eine den Wärmepumpen entsprechenden Förderung von bis zu 70 Prozent: "Sonst ist das nicht finanzierbar." Ob und wenn ja welche Förderung es gebe, sei aber vollkommen unklar.

Planung und Realisierung brauchen Zeit, doch die ist knapp, so Einig: "Bis zum Jahr 2030 soll ein Drittel der Fernwärmenetze in Deutschland klimaneutral sein. Rheinland-Pfalz will gar bis 2035 komplett klimaneutral sein." Der weitere Straßenausbau in der Stadt sei aber bis zur fertigen Planung ein Spiel mit der Glaskugel: "Verlegen wir auf Verdacht Fernwärmeleitungen, kann es sein, dass sie später nicht ins Konzept passen. Dann haben wir Millionen nutzlos verpulvert. Sanieren wir Straßen ohne Fernwärme, kann es sein, dass wir diese in wenigen Jahren erneut aufreißen müssen." Und dann gebe es noch eine dritte Variante, so der OB: "Wir tun nichts bis zur fertigen Planung. Dann verlieren wir mehrere Jahre, um die Stadt voranzubringen." (PM)


Lokales: Neuwied & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Protest gegen Baumfällung an der Geschwister-Scholl-Schule: Bürger fordern Erhalt der Platanen

Die geplante Umgestaltung der Geschwister-Scholl-Schule zur Ganztagsschule sorgt für Unmut in der Bevölkerung. ...

Trotz leichtem Schneefall und Kälte: Viele Besucher kamen zum Zug nach Burglahr

Am Nelkensamstag (14. Februar) setzte sich der Zug der KG Burggraf 48 e.V. Burglahr in Peterslahr fast ...

Aktualisiert: Jacqueline Pfeifer aus Brachbach holt zweimal Bronze bei den Olympischen Winterspielen

Jacqueline Pfeifer hat bei den Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina 2026 die Bronzemedaille im ...

Verkehrschaos auf der B256 bei Rengsdorf: Schneefall führt zu Unfällen und Falschfahrer sorgt für Aufregung

Am Sonntagabend (15. Februar) kam es auf der B256 bei Rengsdorf zu mehreren Verkehrsunfällen, als starker ...

Närrische Justiz in Erpel: Dieter Beschoner überzeugt als neuer Richter

In der Herrlichkeit Erpel fand am 14. Februar 2026 das traditionelle Verhaften der Großen Erpeler Karnevalsgesellschaft ...

Verkehrsunfälle und Vandalismus während des Karnevals in Neuwied

Der Karneval in Neuwied brachte nicht nur Feierlichkeiten, sondern auch einige Zwischenfälle mit sich. ...

Weitere Artikel


Neuen Zukunftstarifvertrag mit der IG Metall abgeschlossen

Die thyssenkrupp Rasselstein GmbH hat einen neuen Tarifvertrag mit der IG Metall abgeschlossen. Der Vertrag ...

Informationsabend über das Glasfaserprojekt im Dorfgemeinschaftshaus Puderbach

Bald wird Puderbach durch Deutsche Glasfaser mit schnellem Internet versorgt. Nach erfolgreicher Nachfragebündelung ...

Mehr Qualität gefordert: Tierischer Aufstand in der Kita Windhagen

"So geht’s nicht weiter!", finden Kinder, Eltern und Erzieher der Kita St. Bartholomäus in Windhagen. ...

Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt - Pfandflaschen bereichern Spendentopf

Nach der Tour ist vor der Tour. Vor diesem Hintergrund kommt das Ergebnis der Pfandbon-Aktion vom REWE-Markt ...

Polizei warnt Handwerk vor verstärkten Autoaufbrüchen

Die Kriminaldirektion Koblenz ruft Handwerksbetriebe mit Fuhrpark auf, die Sicherungsmaßnahmen um ihre ...

Meinborner Triathlet Frank Krause gewinnt rheinland-pfälzische Mastersliga

Die Saison des rheinland-pfälzischen Triathlon-Liga-Betriebes ist bereits beendet. In diesem Jahr waren ...

Werbung