Werbung

Nachricht vom 19.06.2023    

Immer mehr Menschen auf der Flucht - Europäische Union schottet sich ab

Die Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge zeigt, wie Solidarität aussehen kann. Eine engagierte Zivilgesellschaft ist unerlässlich, um einen Flüchtlingsschutz für alle zu sichern, fordert die Neuwieder Gruppe der internationalen Menschenrechtsorganisation in einer Pressemitteilung.

Foto: Jürgen Grab

Neuwied. Die Neuwieder Gruppe der internationalen Menschenrechtsorganisation hatte sich deshalb entschieden, eine Woche nach dem Zustandekommen des sogenannten ‚Asylkompromisses‘ und unter dem Eindruck der Betroffenheit über das schwere Schiffsunglück im Mittelmeer, wieder einmal gezielt über dieses Thema zu informieren.

Dass die Europäische Union solidarisch und schnell Sicherheit gewähren kann, zeigt die Aufnahme der Menschen, die vor dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine geflohen sind. ‚Was derzeit fehlt, so Gruppensprecherin Susanne Kudies‚ ist der politische Wille, allen Menschen gleichberechtigt Schutz zu bieten, unabhängig vom Herkunftsland. Dabei sei ein entschlossenes Handeln zur Unterstützung Geflüchteter und die Bekräftigung des Rechts auf Asyl nötiger denn je, denn die geplante Reform des gemeinsamen europäischen Asylsystems verstößt nach Ansicht von Amnesty International gegen menschenrechtliche Grundsätze und wird zu völkerrechtswidrigen Abschiebungen führen.

Amnesty fordert stattdessen weiterhin sichere Zugangswege zu einem fairen Asylverfahren in allen Staaten Europas und nicht nur in den Flüchtlingslagern an den EU-Außengrenzen. Zur Einigung über die Reform des gemeinsamen europäischen Asylsystems (GEAS) bei der Konferenz der EU-Innenminister erklärte Inge Rockenfeller, dass auch Markus N. Beeko, Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland, die Beschlüsse in der Presse kritisiere, denn diese seien „kein Durchbruch, wie es die Bundesminister zu verkaufen versuchten, sondern ein menschenrechtlicher Tabubruch“. Gruppenmitglied Manfred Kirsch sprach gar von einer „Missachtung des verfassungsmäßigen Auftrags“ und einem gebrochenen Versprechen des eigenen Koalitionsvertrages. Es sei eine Einigung auf Kosten der Menschenrechte und der Menschen, die weltweit am meisten Schutz benötigen: Flüchtlinge und Migrant. Die Bundesregierung verliere in seinen Augen immer mehr ihre menschenrechtliche Glaubwürdigkeit, sollte es bei diesen Beschlüssen bleiben und keine Korrektur erfolgen.



Ein weiteres Thema am Infostand war die Sorge um die kurdisch-stämmige Menschenrechtsverteidigerin und Anwältin Eren Keskin. Die Mitglieder der Neuwieder Gruppe hofften dabei auf viele Engagierte zu treffen, die bereit wären, eine Postkarte zur Unterstützung von Eren Keskin abzuschicken, denn nach der Wiederwahl von Präsident Erdogan in der Türkei seien die Risiken für weitere staatliche Verfolgung von Menschenrechtsaktivisten gestiegen. Menschenrechtsaktivisten in der Türkei leben weiterhin gefährlich, obwohl es laut Amnesty mit der Entlassung einiger Menschenrechtsaktivisten aus der Haft auch Erfolge zu vermelden gäbe. (red)


Lokales: Neuwied & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


MONREPOS ist Museum des Monats

Das MONREPOS Archäologische Forschungszentrum und Museum für menschliche Verhaltensevolution in Neuwied ...

Gedenken in Neuwied: Kranzniederlegung am Holocaust-Gedenktag 2026

Am Samstag, den 24. Januar 2026, findet in Neuwied eine besondere Veranstaltung statt. Amnesty International ...

Eiserne Hochzeit in Rheinbreitbach: Anni und Herbert Baumann feiern 65 Jahre Ehe

Anni und Herbert Baumann aus Rheinbreitbach blicken auf 65 gemeinsame Ehejahre zurück. Zur Feier ihrer ...

Kunstverein Linz am Rhein startet mit Jahresgabenausstellung ins neue Jahr

Der Kunstverein Linz am Rhein lädt zur traditionellen Jahresgabenausstellung ein. Am 16. Januar wird ...

Neuwied startet digitalen Freizeitplaner für 2026

Der Landkreis und die Stadt Neuwied haben auch 2026 wieder einen umfangreichen Online-Freizeitplaner ...

Neujahrskonzert mit dem "Konzertorchester Koblenz" setzte Glanzlicht in Montabaur

Bereits zum 13. Mal durfte sich Montabaur über das Neujahrskonzert des Konzertorchesters Koblenz freuen. ...

Weitere Artikel


Sich selbst, Gott und anderen begegnen beim Nachtleben

Meditieren-singen-wandern-reden beim "NachtLeben" auf dem Waldbreitbacher Klosterberg findet am Freitag, ...

Neue Herzinsuffizienz-Einheit im Marienhaus Klinikum eröffnet

Das Marienhaus Klinikum hat mit der neuen Herzinsuffizienz-Einheit ein besonderes Betreuungsangebot für ...

Weltflüchtlingstag: Diakonisches Werk und Thalia erstellen gemeinsam buntes Programm in Neuwied

Das Diakonische Werk im Evangelischen Kirchenkreis Wied und Thalia laden Kinder- und Jugendliche sowie ...

U16-Team der LG Rhein-Wied führt nationales Ranking an

Kann die LG Rhein-Wied ihren tollen Erfolg aus dem Vorjahr wiederholen? Es sieht ganz danach aus. Nach ...

Hitzeschutztipps: "Wäller wolle net schwitze, bleib doch mol im Schatte sitze"

Hitze und Hitzeschutz sind nicht erst seit dem für alle spürbaren Klimawandel ein Thema. Schon früher ...

evm unterstützt Integration: 2.000 Euro gehen an den integrativen Förderkreis

Über insgesamt 2.000 Euro aus der "evm-Ehrensache" darf sich der Förderkreis Integration aus der VG Linz ...

Werbung