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Nachricht vom 11.06.2023    

Menschen vieler Religionen trafen sich am Neuwieder "Engel der Kulturen"

Bereits im vorigen Jahr nahm der Rat der Religionen in Neuwied die Gelegenheit wahr, im Rahmen einer Veranstaltung am "Engel der Kulturen" der vor 360 Jahren verkündeten städtischen Freiheitsrechte in Neuwied in gebührender Form zu gedenken. Auch in diesem Jahr versammelten sich Menschen vielfältiger Religionen, um an der Feier in der Deichstadt teilzunehmen.

(Fotos: Jürgen Grab)

Neuwied. Der von Oberbürgermeister Jan Einig initiierte Rat der Religionen nahm jetzt wieder die 361. Wiederkehr des Freiheitsedikts zum Anlass, den "Tag der Religionen" zu begehen und entsprechend zu feiern. Erneut trafen sich am "Engel der Kulturen" Mitglieder verschiedener Religionen und freier Gemeinden am Schnittpunkt von Mittel- und Engerser Straße, um wiederum eine Gedenkstunde hinsichtlich dieses historisch-denkwürdigen Tages zu begehen und anschließend gemeinsam ein paar interessante kommunikative Stunden auf dem schönen Freigelände an der Marktkirche zu verbringen.

Mit dabei waren neben den christlichen Gemeinden auch die Vertreter freier Religionsgemeinschaften und der muslimischen Moscheegemeinden in der Innenstadt. Umrahmt von Klezmer-Musik des Duos "Klezfluentes" aus Koblenz, das auch später auf dem "Festgelände" an der Marktkirche spielte, begrüßte die Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes, Renate Schäning, die vielen Gäste, die zur Feier des Tages, zusammen mit Professor Dr. Josef Freise und dem städtischen Beigeordneten Ralf Seemann, auf das Gelände an der Marktkirche gekommen waren.

Glaube an Gott und Nächstenliebe
Nachdem die Gastgeber dieses Treffens von der Evangelischen Kirchengemeinde, Pfarrerin Julia Arfmann-Knübel und Pfarrer Tilmann Raithelhuber, ihre Gemeinde vorgestellt hatten, nahmen auch die Vertreterin der katholischen St. Matthias-Gemeinde, Gemeindereferentin Ursula Pyra und Kaplan Sebastian Kühn, sowie die Repräsentanten diverser Moscheen die Gelegenheit wahr, mehr über ihre jeweiligen Gemeinden zu berichten. Bei ihnen allen steht der Glaube an einen Gott sowie die Forderung nach unteilbarer Nächstenliebe im Mittelpunkt des jeweiligen Glaubens. Dabei könnte die Prämisse der Amadiyya-Gemeinde "Liebe für Alle - Hass für Keinen" durchaus im Mittelpunkt jeglicher Glaubensgemeinschaft stehen. Das Treffen am "Engel der Kulturen" schloss mit einem Friedensgebet, in dem der Glaube an Versöhnung und Gemeinsamkeit unbedingt zum Ausdruck kam.

Dr. Josef Freise von der Katholischen "Offenen Gemeinde Heilig Kreuz" koordiniert mit Pfarrerin Renate Schäning, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Neuwied, die Interreligiöse Neuwieder Dialoggruppe. Beide sind überzeugt davon, dass grundlegende gemeinsame Werte die unterschiedlichen Religionen verbinden. "Dieses Gemeinsame kann Integrationskraft entwickeln und eine zentrale Bedeutung für ein gutes Zusammenleben aller religiösen und nichtreligiösen Menschen in unserer Stadt einnehmen", hatte Dr. Freise bei der letztjährigen Zusammenkunft angemerkt, der jetzt beim Treffen im "Garten" an der Marktkirche die Moderation übernommen hatte.




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Zur interregligiösen Dialoggruppe gehören der Albanisch-islarmische Kulturverein, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, die Bait-ur-Raheem Moschee der Ahmadiyya Gemeinde, DITIB der deutsch-türkische Kulturvrein, die Ezizidische Gemeinde, die Ratih Camii Moschee, der Islamische Verein Omar Al-Farouk.

Große geschichtliche Errungenschaft
Für Renate Schäning hat dieser Tag unbedingt Signalwirkung: "Wir Neuwieder sollten uns noch intensiver und regelmäßiger mit den großen geschichtlichen Errungenschaften unserer Heimatstadt auseinandersetzen. Religionsfreiheit ist ohne Frage ein sehr hohes Gut, vor allem wenn man bedenkt, an wie vielen Orten sie weltweit bedroht oder gar nicht existent ist."

Die Idee für den Tag der Religionen stammt von Ahmed Cömez, einem jungen Muslim. "Das zeigt, wie sehr die unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften unserer Stadt darin interessiert sind, eine gemeinsame Basis zu suchen, auf der ein fruchtbares und einvernehmliches gesellschaftliches Zusammenleben aller möglich ist", betonen Renate Schäning und Dr. Josef Freise und mit ihnen die Mitglieder der unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften. "Dieser Tag zeigt vornehmlich, wie sehr die Glaubensgemeinschaften unserer Stadt daran interessiert sind, eine gemeinsame Basis zu suchen, auf der ein fruchtbares und einvernehmliches gesellschaftliches Zusammenleben aller möglich ist", betonten Schäning und Freise, die solche interreligiösen Initiativen koordinieren und immer wieder solche Treffen und Gespräche zwischen Christen und Muslime fördern. (Jürgen Grab)


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