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Pressemitteilung vom 28.03.2023    

Hinschauen, handeln, helfen: Kinder psychisch und suchtkranker Eltern in den Fokus rücken

Seit drei Jahren beschäftigt sich das Lokale Netzwerk Kindeswohl in der Stadt Neuwied mit Kindern psychisch und suchtkranker Eltern. Im Sommer vergangenen Jahres sensibilisierte eine Fachtagung erstmals für das Thema.

Ulrike Proft (v. links) vom Caritasverband Rhein-Wied-Sieg, die beiden Netzwerkkoordinatoren der Stadt, Jan Becker und Franziska Klein, sowie Prof. Dr. Michael Klein beschäftigten sich nicht nur intensiv mit dem Thema der Fachtagung, sondern präsentierten auch die Plakate, die bald über das Thema in Neuwied informieren. (Foto: Stadt Neuwied/Nadine Schöneberg)

Neuwied. Jetzt vertieften die Fachkräfte aus unterschiedlichsten Institutionen die Thematik bei einer weiteren Veranstaltung und betrachteten die Risiken und Hilfen genauer. Außerdem bestand die Möglichkeit, einen ersten Blick auf die aufklärende Plakataktion, die bald in Neuwied startet, zu werfen. Dazu waren mehr als 50 Teilnehmende der Einladung von Franziska Klein und Jan Becker, die von städtischer Seite den Zusammenschluss diverser Akteure des Lokalen Netzwerkes Kindeswohl koordinieren, in die vhs Neuwied gefolgt.

Pränataler Alkohol- und Drogenkonsum, Unberechenbarkeit und Instabilität im Erziehungsverhalten – das sind bekannte Risiken, denen Kinder suchtkranker Eltern ausgesetzt sind. Und die sie zur gefährdetsten Gruppe machen, wenn es darum geht, später selbst Suchtstörungen zu entwickeln. Drei- bis viermal so hoch, um genau zu sein. In seinem Vortrag beleuchtete Prof. Dr. Michael Klein, Psychologe und Suchtforscher, diese Risiken näher und ging auf mögliche Hilfen ein.

Ein konkretes Hilfsangebot in Neuwied ist das seit vergangenem Juni bestehende Gruppenangebot des Caritasverbandes Rhein-Wied-Sieg. Dort finden Kinder und Jugendliche eine wichtige Anlaufstelle, um unbeschwert mit Gleichaltrigen Zeit zu verbringen, denen es ähnlich geht. Nachdem das Angebot bereits bei der ersten Tagung kurz vorgestellt wurde, berichtete Ulrike Proft, Fachteamleiterin der Ambulanten Kinder- und Jugendhilfe der Neuwieder Caritas, von den bisherigen Erfahrungen mit "Chewey und Groot".

Ein Junge baut aus zahlreich geleerten Bierdosen ein Schloss. Ein Mädchen stapelt verschiedene Tabletten zu Türmen auf. Dazu jeweils ein pointiertes Statement wie: "Papa bringt mir immer richtig viel Blechspielzeug mit" oder "Mama kann die sowieso nicht alle aufessen". Diese und weitere Motive werden bald an verschiedenen Stellen in Neuwied zu sehen sein. Sie sollen künstlerisch und detailreich inszeniert auf die Situation von Kindern psychisch und suchtkranker Eltern aufmerksam machen und dazu beitragen, das Thema zu enttabuisieren.




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Denn um langfristig Kinder und Jugendlichen besser zu schützen, zählt nicht nur die Perspektive der Fachkräfte. "Uns ist wichtig, dass möglichst viele Menschen bei dem Thema genauer hinschauen und reagieren. Nur so kann den betroffenen Familien besser geholfen werden", erklärt Jan Becker. "Psychische Erkrankungen und Suchterkrankungen stecken noch immer zu tief in der Tabu-Schublade fest", ergänzt Franziska Klein. "Das stellt für die Betroffenen selbst natürlich eine große Hürde dar. Aber auch die dringend benötigten Hilfen für Kinder und Jugendlichen werden dadurch erschwert."

Weitere Informationen zum Schwerpunkt Kinder von psychisch- und suchtkranken Eltern des "Lokalen Netzwerk Kindeswohl" gibt es unter www.neuwied.de/kipse. Wer an dem Gruppenangebot "Chewey und Groot" interessiert ist, kann sich auch direkt an den Caritasverband Rhein-Wied-Sieg wenden. Ulrike Proft ist telefonisch unter 02631 959 4179 oder 0171 4341553 sowie per E-Mail an proft@caritas-neuwied.de erreichbar. Sie nimmt auch Anmeldungen für die Gruppen entgegen. (PM)


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