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Nachricht vom 14.03.2023    

Schlimmer Verdacht bestätigt: Zwei gleichaltrige Mädchen töteten Luise F. (12) aus Freudenberg (NRW)

Von Jennifer Patt

Der schlimme Verdacht im Todesfall der zwölfjährigen Luise aus Freudenberg (NRW) hat sich erhärtet: In einer Pressekonferenz am frühen Dienstagnachmittag (14. März) haben Polizei und Staatsanwaltschaft Koblenz bestätigt, dass wahrscheinlich zwei Mädchen im Alter von zwölf und 13 Jahren für den Tod Luises verantwortlich sind. Demnach sollen die beiden Verdächtigen Luise mit zahlreichen Messerstichen getötet haben.

Oberstaatsanwalt Mario Mannweiler, Polizeivizepräsident Jürgen Süs und Florian Locker, Leiter des Kommissariats für Kapitaldelikte im Polizeipräsidium Koblenz, bei der Pressekonferenz. (Fotos: Jenny Patt)

Koblenz / Freudenberg. Die Kuriere hatten über den Tod der zwölfjährigen Luise in Freudenberg und den Verdacht gegen zwei gleichaltrige Mädchen bereits berichtet.

Wie der Leitende Staatsanwalt Mario Mannweiler berichtete, haben sich die Spuren, die die Ermittler seit Montag (13. März) verfolgt haben, als zutreffen erwiesen: Die Ermittler wurden auf die beiden tatverdächtigen Mädchen aufmerksam, nachdem sich Widersprüche aus Befragungen im Bekanntenkreis des Opfers und von Zeugen und Anwohnern ergeben hatten. Laut Florian Locker, Leiter des Kommissariats für Kapitaldelikte im Polizeipräsidium Koblenz, seien die beiden verdächtigen Mädchen am Montag (13. März) in Anwesenheit der Eltern und psychologischer Betreuer erneut angehört worden. Dabei sollen sie die Tat eingeräumt haben. Auch die direkte Beweislage soll den anfänglichen Verdacht bestätigt haben.

Inzwischen hat die Obduktion der Leiche im Institut für Rechtsmedizin in der Uniklinik Mainz ergeben, dass Luise F. durch zahlreiche Messerstiche und den daraus resultierenden Blutverlust zu Tode gekommen ist. Hinweise auf ein Sexualdelikt gibt es nach wie vor nicht. Auch schließt die Polizei derzeit die Beteiligung weiterer Täter oder gar Erwachsener aus.

Die beiden mutmaßlichen Täterinnen sollen zum Bekanntenkreis der toten Luise gehört haben. Sie sollen sich derzeit in einem gesicherten Rahmen in Obhut des Jugendamtes befinden, das auch über weitere Maßnahmen entscheiden soll. Da die beiden Mädchen jünger als 14 Jahre und damit vor dem Gesetz noch nicht strafmündig und somit schuldunfähig sind, haben sie zunächst keine strafrechtlichen Konsequenzen zu erwarten. Darüber hinaus machte Oberstaatsanwalt Mannweiler keine näheren Angaben zu deren Person und ließ auch offen, ob die Kinder zum Beispiel gemeinsam die Schule besucht haben.



Auch zum Motiv oder dem Tathergang gibt es derzeit keine weiteren Informationen. "Diese Dinge sind sehr komplex und bewegen sich jenseits des Spektrums, das man bei einem erwachsenen Täter ansetzen würde", so Oberstaatsanwalt Mannweiler. Die eigentliche Ermittlungsarbeit zu den Hintergründen fange ohnehin jetzt erst an.

Die Ermittler gehen im Augenblick davon aus, dass Luise auch dort starb, wo ihre Leiche gefunden wurde. Der Fundort liegt auf rheinland-pfälzischem Boden in einem unwegsamen Waldstück nahe eines Radweges und damit in der entgegengesetzten Richtung, die Luise eigentlich auf dem Heimweg hätte einschlagen müssen. Wie es dazu gekommen ist, ließen Polizei und Staatsanwaltschaft noch unbeantwortet.

Auch nach der Tatwaffe wird noch gesucht: Laut Jürgen Süs, Polizeivizepräsident im Polizeipräsidium Koblenz, werde derzeit nicht nach weiteren Tatverdächtigen gefahndet. Allerdings sind Polizeikräfte zurzeit noch damit beschäftigt, das unwegsame Waldgelände rund um den Fundort der Toten zu durchkämmen und neben der Tatwaffe weitere Beweise zu suchen.

Inzwischen hat sich auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst zum Tod Luises geäußert: "NRW trauert", sagte Wüst in einem Statement aus der Staatskanzlei in Düsseldorf. "Es ist kaum auszuhalten, dass Kinder zu so einer Tat fähig sind." Wüst kündigte an, dass die Ermittlungsbehörden alles tun werden, um die Hintergründe der "schrecklichen Tat" aufzuklären. Er nannte den Tod der Zwölfjährigen einen "verstörenden Höhepunkt in Sachen Gewalt bei Minderjährigen" und forderte mehr Prävention gegen Jugendgewalt. (red / Jenny Patt)


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