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Nachricht vom 14.02.2023    

"Schöne, digitale Welt - die Medienwelt von Kindern und Jugendlichen"

Von Wolfgang Rabsch

Die großen Weiten des Internets und der Medienwelt bergen viele Risiken für Kinder und Jugendliche. Alleingelassen mit der glitzernden, realitätsfernen, aber auch brutalen, rücksichtslosen Medienwelt werden bei Kindern und Jugendlichen irrationale Lebensvorstellungen gebildet, denen fast blind vertraut wird und die kaum hinterfragt werden.

Der Infostand der beteiligten Institutionen. (Fotos: Wolfgang Rabsch)

Hachenburg. Dieser hochaktuellen, sehr wichtigen Thematik nahm sich die Fachtagung für Lehrer und pädagogische Fachkräfte im Kino "Cinexx" in Hachenburg an. Organisiert wurde die Fachtagung von "Netzwerk-medien-stark" Hachenburg, in Kooperation mit dem pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz. Die kaum erwartete Resonanz von über 120 Teilnehmern aus allen pädagogischen Bereichen bestätigte die Erwartungen der Organisatoren, den Bedarf an Unterstützung im Umgang mit den medialen Nutzungsgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen zu thematisieren.

Zusammenfassung der angesprochenen Themenkomplexe
Digitalisierung und Mediatisierung haben in allen Bereichen des Lebens zu entscheidenden Veränderungen geführt, die mit ihren technischen Entwicklungen auf unsere kulturelle und gesellschaftliche Ebene ausstrahlen.

In die Gaming-Welt: von Action-Apps und Edugames sowie von Computerspielen und deren Geschäftsmodellen. Auf digitalen Straßen und Datenautobahnen durchs Internet: das Konzept "Virtueller Bürgersteig" der Zentrale Prävention des Polizeipräsidiums Koblenz.
Zu Grenzen und Grenzüberschreitungen: Am Beispiel des Dokumentarfilms "Gefangen im Netz" wird neben der Möglichkeit einer eigenen Filmbesprechung das Thema sexuelle Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen im Internet sowie die Entwicklung von Schutzkonzepten für Schulen vorgestellt.

Medienkompetenz im (Schul-)Alltag bedeutet, die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu stärken. Es werden Unterstützungsangebote aus Medienpädagogik, Psychologie und Schulsozialarbeit gezeigt, um Kinder und Jugendliche "Medien-Stark" zu begleiten.

Schutzkonzepte zur Prävention sexueller Gewalt an Schulen
Der unabhängigen Bundesmissbrauchsbeauftragten zufolge sitzen in jeder Klasse ein bis zwei Kinder oder Jugendliche, die von sexuellem Missbrauch betroffen sind. Das macht die Schule zu einem zentralen Ort für die Prävention sexueller Gewalt. Schulen können durch Schutzkonzepte zum Kompetenzort werden, um Schüler vor Gefahren zu schützen und denen, die bereits Opfer dieser sexuellen Gewalt geworden sind, effektive Hilfe anzubieten. Im Workshop wurde aber nicht nur thematisiert werden, wie Schüler vor sexueller Gewalt geschützt werden, sondern vor allem der positive Nutzen, den ein solches Schutzkonzept für die Schulgemeinschaft mit sich bringt. Referent Dr. Jörg von Irmer, Schulpsychologe und landesweiter Koordinator der Themenschwerpunkte psychische Gesundheit und sexuelle Gewalt beim Pädagogischen Landesinstituts, erläuterte in diesem Workshop die ungeheuerliche Aussagekraft dieses Themas.




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"Die Schule soll ein Schutzraum sein, kein Tatort", so Dr. von Irmer. Er bemängelte, dass in der Presse kaum von Sexualdelikten gegen Kinder und Jugendliche gesprochen wird, wenn diese in Familien passieren würden. Der Referent erklärte auch verständlich, dass es sich um "Pädosexualität" handelt, wenn ein erwachsener Mensch sexuelle Handlungen an oder mit Kindern unter 14 Jahren vornimmt. Im Gegensatz dazu sagt der Begriff Pädophile nichts über das tatsächliche sexuelle Verhalten einer Person aus, sondern lediglich über die sexuelle Ausrichtung, welche einen integralen Bestandteil der jeweiligen Sexualpräferenz (sexuellen Neigungen) darstellt, darum sei eine Differenzierung zwischen beiden Begriffen notwendig. Die meisten Täter wären nicht pädophil, da es nicht nur um Sexualität geht, sondern um Ausübung von Macht durch sexualisierte Gewalt.

Die lobenswerte Fachtagung in Hachenburg konnte sicherlich den pädagogischen Fachkräften viele Erkenntnisse mit auf den Weg geben, da gerade sie neben den Eltern den meisten Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen haben. Darum fällt auch gerade ihnen die wichtige Aufgabe zu, Kinder und Jugendliche behutsam auf die Gefahren hinzuweisen, die der ungeschützte Gebrauch von jugendgefährdenden Foren und Internetseiten mit sich bringt. (Wolfgang Rabsch/PM)


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