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Pressemitteilung vom 29.12.2022    

Für den Terror-Ernstfall gerüstet: Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied schult Mitarbeiter

"Terror and Disaster Surgial Care", kurz TDSC: So lautet der Titel eines Kurses der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, der Merkmale und Besonderheiten von Terrorlagen für Kliniken und Mediziner thematisiert. Die Schulung fand kürzlich erstmalig im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied statt.

Die Schulung sieht spielerisch aus, hat aber einen ernsten Hintergrund. (Fotos: Marienhaus Klinikum St. Elisabeth)

Neuwied. Beim TDSC-Kurs werden Notfallmediziner dazu befähigt, Terroropfer bestmöglich zu behandeln. Der Präsident der Fachgesellschaft Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) sowie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Oberstarzt Prof. Dr. Benedikt Friemert, ließ es sich nicht nehmen, als Initiator des Kurses selbst in Neuwied mit dabei zu sein. Der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie ist Klinischer Direktor des Bundeswehrkrankenhaus Ulm und rief die TDSC-Weiterbildung 2017 ins Leben. Das nicht ohne Grund - denn dem Thema Terror wird leider eine wachsende Bedeutung zugeschrieben, häufen sich doch solch dramatische Vorkommnisse wie zum Beispiel die Attentate in Brüssel, Paris oder auf dem Berliner Breitscheidplatz.

Kategorisieren - Priorisieren - Disponieren - Realisieren
Um komplexe, innerklinische Abläufe und Prozesse mit kurzfristigen, aber auch taktisch-strategischen Schwerpunkten möglichst bildhaft darzustellen, werden Strategien haptisch mit entsprechenden Figuren und Spielfeldern dargestellt. Die Mediziner erarbeiten sie so in kleinen "Spiel"-Gruppen. Dies stetes unter Berücksichtigung der Gesichtspunkte Kategorisieren - Priorisieren - Disponieren - Realisieren.

Terrorlagen sind durch besondere Merkmale charakterisiert und weisen dadurch wesentliche Unterschiede zum Massenanfall von Verletzten (MANV) und zu den im Alltag häufigen und bekannten schweren Verletzungen (zum Beispiel Polytrauma nach Verkehrsunfall) auf. Die Entscheidungsfindung in ungewohnten und unübersichtlichen Lagen mit überforderten Ressourcen bedeutet auch für erfahrene Mediziner eine besondere Herausforderung. In diesen besonderen Lagen ist es manchmal nötig, sich von bisher geltenden Regelungen und individualmedizinischen Vorgehen zu lösen. Der Grundsatz "Der Patient bestimmt die Versorgung" wird im Terrorfall ausgehebelt, denn dann gilt "Die Lage bestimmt das Vorgehen und die Versorgung".




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Verletzungen, die während des Kurses näher betrachtet werden, sind beispielsweise Schuss- und Explosionsverletzungen und diverse Extremitätenverletzungen.
Im Rahmen der Schulung werden außerdem ein Krankenhausalarm- und Einsatzplan, die Kooperation mit Sicherheitsbehörden und auch die potentielle Bedrohung durch chemische, biologische, radioaktive und nukleare Kampfstoffe erörtert.

Für den Ernstfall gerüstet
Dr. Christoph Wölfl, der Chefarzt St. Elisabeth Neuwied sowie einer der Leiter des Muskuloskelettalen Zentrums des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth Neuwied, freut sich über die rege Teilnahme und betont die Wichtigkeit einer solchen Schulung: "Anhand der hohen Nachfrage nach dieser Schulung erkennt man den Bedarf. Natürlich hoffen wir, unsere hier erarbeiteten Strategien nicht anwenden zu müssen und dass der Ernstfall gar nicht erst eintritt. Aber so sind wir im Falle des Falles gerüstet".

Dr. Wölfl ist als einer der TDSC-Instruktoren bereits speziell geschult und trägt im Terrorfall als Ansprechpartner die Verantwortung im Neuwieder Klinikum. Für das regionale Traumazentrum, wie es im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied besteht, ist es außerdem Grundvoraussetzung, einen solch speziell geschulten Mitarbeiter im Team zu haben.

Das Neuwieder Klinikum ist nach diesem erfolgreichen Kursstart nun offizieller Kursstandort der Akademie der Unfallchirurgie (AUC) der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie und wird in dieser Sache weiterhin eng mit dem Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz zusammenarbeiten. Geplant sind vier weitere TDSC-Kurse im Jahr 2023. (PM)


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