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Nachricht vom 27.07.2011    

Ein Indianer lehrt die Weisheiten seiner Kultur in Kausen

Mister Eagle Feather gibt Seminare auf seiner „Farm“

Kausen. In dem kleinen Westerwaldort lebt seit Kurzem ein waschechter Lakota-Indianer. Levi William Eagle Feather Sr. hat sich mit seiner Frau Sabine und seiner Tochter Anna hier niedergelassen.

Hier sieht man Levi William Eagle Feather Sr. beim Begrüßungsgesang, links seine Frau Sabine und im Hintergrund Carlos Jarret „Running Buffalo Bear“, ein Praktikant, ebenfalls ein Lakota-Indianer. Foto: Wolfgang Tischler

Geboren wurde Levi William im Rosebud-Indianerreservat in South Dakota in den USA. Das Leben dort hat nicht mehr viel mit der Winnetou-Romantik, die wir alle aus den Filmen und Festspielen kennen, zu tun. „Die Menschen sehen sehr oft auf uns herab“, berichtet der Indianer, der seinen Abschluss als Schreiner und Elektriker gemacht hat. Ebenso hat er ein Psychologiestudium absolviert. Auf seiner kleinen „Farm“ in Kausen will er das Wissen seines Volkes im Rahmen des „Iron-Eagle-Feather-Projektes“ an Interessierte weitergeben.

Wer zu seinem Einführungsseminar kommt und ein Tipi auf der grünen Wiese mit grasenden Pferden und ein Lagerfeuer erwartet, wird enttäuscht sein. Die Teilnehmer finden sich in einem gepflasterten Seminarraum mitten in Kausen wieder. Dort gibt es aber ein ganzes Stück indianische Kultur.

Zu Beginn eines Seminars bekommt jeder von Levi einen herzlichen Händedruck verbunden mit Blickkontakt. Er setzt sich anschließend wieder auf seinen Stuhl, nimmt eine Trommel und singt eine traditionelle Melodie. Auf einer kleinen Schale entzündet er dann Salbei und reicht die Schale im Kreise der Teilnehmer herum. „Der Rauch bringt Reinigung und gute Gedanken“, lässt er die Teilnehmer wissen.

Erst dann beginnt Levi mit der eigentlichen Einführung in die indianische Kultur. Er zeigt den Teilnehmern das Medizinrad, das bei allen der über 300 Indianerstämme vertreten ist. Es symbolisiert sieben Richtungen: Die vier Himmelsrichtungen, oben, unten und „die Richtung, die dein Leben nimmt. Dieses ist die einzige Richtung, die du selbst beeinflussen kannst“, erfahren die Teilnehmer.

Die Himmelsrichtungen sind farblich gekennzeichnet und sie werden Tieren zugeordnet. Der Westen hat die Farbe Schwarz, sie symbolisiert den Sonnenuntergang und die kommende Nacht, aber auch das Ableben. Das zugeordnete Tier ist der Bär, der doch bekanntlich in der dunklen Jahreszeit seinen Winterschlaf hält und sich danach ganz schlau mit Wurzelextrakten einreibt. Damit wird er nach indianischer Erfahrung Ekzeme des Winters los.




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Der Norden ist rot und dem Büffel zugeordnet. Denn der Büffel ist laut Levis das einzige Tier, das dem kalten Nordwind nicht den Rücken zudreht, sondern ihn anschaut. Das ist für die Indianer mutig, seinem Widersacher ins Gesicht zu sehen. Der gelbe Osten ist dem Adler gewidmet. Er gilt als der Vogel, der am Höchsten fliegt, damit er den größten Überblick hat und dem Himmel ganz nah ist.

Es bleibt noch der Süden, in weiß gehalten und der Maus zugeordnet. Levis: „Auch Kleine können große Dinge bewirken. Oft sind es Kleinigkeiten, die entscheiden oder große Freude bereiten.“ Der Kreis an sich symbolisiert die Gemeinschaft des Stammes und das innere Kreuz oder Netz symbolisiert die gesellschaftlichen Beziehungen.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist das Wissen um den Medizinbeutel, den die Lakota-Indianer von Kindheit an immer mit sich tragen. Wie er gemacht wird, welche Dinge er enthält und was sie bedeuten, erfuhren die Seminarteilnehmer von Levis. Er zeigte, wie der Beutel gebastelt wird und seine „Schüler“ konnten ihn selbst herstellen und anschließend gefüllt mit nach Hause nehmen. Verbunden mit der Empfehlung: „Mit dem Beutel so respektvoll umgehen, wie mit sich selbst – dann hat man einen treuen, hilfreichen Begleiter.“ Wolfgang Tischler


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