Werbung

Pressemitteilung vom 19.11.2022    

Stalken, Bloßstellen, Diffamieren - digitale Gewalt nimmt zu

Unerwünschte Paketlieferungen, dank Fotomontage pornografische Darstellungen, Haushaltsgeräte, die von Geisterhand zu laufen beginnen - alles mit wenigen Klicks machbar, wenn die Wut über den oder die Partnerin groß genug ist. Mitglieder des Runden Tisches Rhein-Westerwald informierten sich kürzlich unter anderem darüber, welche Folgen das haben kann.

Von links: Leitender Ministerialrat Rainer Franosch mit den Gleichstellungsbeauftragten Beate Ullwer, Daniela Kiefer und Doris Eyl-Müller. (Foto: Pressestelle des Westerwaldkreises)

Region. Um sich über digitale Gewalt zu informieren, waren die Mitglieder des Runden Tisches Rhein-Westerwald im Rahmen des Rheinland-Pfälzischen Interventionsprojektes RIGG der Einladung der Gleichstellungsbeauftragten des Westerwaldkreises und Kreises Neuwied gefolgt. Staatsanwalt Rainer Franosch, Leitender Ministerialrat und Referatsleiter für Strafverfahrensrecht und Cybercrime im Hessischen Innenministerium, verdeutlichte an der Entwicklung des Stalking-Paragrafen §238 StGB, wie sich die Rechtsprechung aufgrund immer perfideren Gewaltmethoden anpassen muss.

Im Wesentlichen bezögen sich die Delikte auf die Übernahme oder den Diebstahl virtueller Identitäten, sprich die Übernahme von Accounts, bzw. der Einrichtung von Fake-Accounts, die Bloßstellung im Internet und natürlich sexuelle Belästigungen jedweder Art. „Uns zeigt die Erfahrung, dass digitale Gewalt genauso schwer wiegt wie physische und psychische Gewalt“, betonte Franosch und verwies auf Fälle, die mit Umzug, Namensänderung, psychischen Erkrankungen oder gar Selbstmord enden.

Dass der Gesetzgeber auf die Veränderungen in der digitalen Welt reagiert, könne man an der Entwicklung des § 238 StGB deutlich nachvollziehen: 2007 wurde Stalking als Straftatbestand eingeführt, 2017 erfolgte bereits eine Novellierung und 2021 nach einer Evaluation schließlich eine weitere Verschärfung. Dabei geht es darum, dass die Lebensgestaltung nicht unerheblich zum wiederholten Male beeinträchtigt wird.



Ein großes Problem sei, so der Referent, die Scham der Betroffenen und die Beweisführung. In diesem Zusammenhang verwies Franosch auf die Anti-Stalking-App des Weißen Rings, die es unentgeltlich in jedem App-Store gibt und zur Dokumentation von Stalking-Aktionen sehr gut geeignet sei.

Die Organisatorinnen des Runden Tisches Rhein-Westerwald Doris Eyl-Müller, scheidende Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Neuwied, ihre Nachfolgerin Daniela Kiefer und Beate Ullwer, Gleichstellungsbeauftragte des Westerwaldkreises, dankten Franosch für seine umfassende Expertise. „Alles, was uns die digitale Welt bietet, gibt es auch analog, allerdings alles schneller, anonymer und im gewissen Sinne nachhaltiger“ beobachtet Eyl-Müller. „Umso wichtiger ist es, durch konsequente Strafverfolgung darauf hinzuwirken, dass Gewalt in der Partnerschaft geahndet wird. Sie ist eben keine Privatsache - gleichgültig, ob sie im realen Leben oder virtuell ausgeübt wird“. (PM)


Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Ehrungen und Abschiede bei der Feuerwehr Kirchspiel Anhausen

Bei der Jahreshauptversammlung des Fördervereins und der Wehrversammlung der Feuerwehr Kirchspiel Anhausen ...

Musikalische Talente im Schloss Engers: Jugend musiziert 2026 - Das Preisträgerkonzert

Am 31. Januar 2026 treffen sich in Schloss Engers junge Musiker aus der Region, um ihr Können beim Wettbewerb ...

Sattelzug verliert Auflieger auf der A3 - Verkehrsbehinderungen bei Windhagen

Am 27. Januar 2026 ereignete sich auf der Autobahn A3 in Fahrtrichtung Köln ein ungewöhnlicher Vorfall. ...

Baustart der L 257 in Frorath verzögert sich

Der Ausbau der Ortsdurchfahrt Frorath auf der L 257 zwischen Hausen (Wied) und Bad Hönningen beginnt ...

Neue Adipositas-Sprechstunde im Marienhaus Klinikum Neuwied

Das Marienhaus Klinikum Neuwied erweitert seine Veranstaltungsreihe "Medizin verstehen" um eine neue ...

Land Rheinland-Pfalz fördert interkommunale Feuerwehrprojekte

Die Verbandsgemeinden Dierdorf, Puderbach und Selters haben einen bedeutenden Zuwendungsbescheid erhalten. ...

Weitere Artikel


Sessionseröffnung der Großen Linzer KG

Pünktlich um 14.11 Uhr erklangen 12. November nach zweijähriger Zwangspause wieder die bekannten Fanfaren ...

Künstlergruppe Kultu(h)r eröffnet Kunstkiosk in Neuwied

Ab Dienstag (22. November) präsentiert die Künstlergruppe "Kultu(h)r" in der Mittelstr. 105 in Neuwied ...

Stadt Neuwied sieht sich bei Ansiedlungspolitik auf gutem Weg

Mit Interesse hat Neuwieds Oberbürgermeister Jan Einig verfolgt, dass sich das Wirtschaftsforum (WiFo) ...

Naturgenuss-Veranstaltungsreihe "Advent auf den Höfen" ist gestartet

In der Vorweihnachtszeit haben die Menschen in unserer Region an fünf Wochenenden die Möglichkeit, gute ...

Aegidenberg: Bei Bauarbeiten Weltkriegsbombe gefunden

Im Zuge von Bauarbeiten ist am Freitag (19. November) im Bad Honnefer Stadtteil Aegidienberg eine Weltkriegsbombe ...

Naturpark Rhein-Westerwald: Bürger forsten in Puderbach auf

Mehr als 50 Bürger haben für eine gemeinsame Pflanzaktion in der Verbandsgemeinde Puderbach getroffen. ...

Werbung